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Politiker mahnen mehr Unterkünfte an

Flüchtlinge in Döhren-Wülfel Politiker mahnen mehr Unterkünfte an

Der Bezirksrat Döhren-Wülfel hat mehr Unterkünfte für Flüchtlinge im Stadtteil angemahnt. Doch viele Gebäude, die leer stehen, sind für die Unterbringung nicht geeignet. Dazu gehört der ehemalige Baumarkt an der Behnstraße.

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Flüchtlinge dürfen in den leer stehenden Baumarkt an der Behnstraße nicht einziehen. Die Immobilie darf nur als Heimwerker- oder Möbelmarkt genutzt werden.

Quelle: Zgoll

Hannover. Warum schafft es die Stadt nicht, im Stadtbezirk Döhren-Wülfel leer stehende Gebäude für Flüchtlinge bereitzustellen oder neue Unterkünfte zu schaffen? Diese Frage hat den Bezirksrat in seiner jüngsten Sitzung auf Basis von Anfragen verschiedener Fraktionen beschäftigt. So wollte die SPD wissen, ob im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt in Wülfel keine Asylbewerber untergebracht werden könnten. Linken-Vertreter Manfred Milkereit fragte nach, warum man in der Döhrener Thurnithistraße immer noch nicht mit dem Bau eines schon lange geplanten Wohnheims begonnen habe. Die Grünen-Fraktion sprach davon, dass viele leer stehende Gebäude im Bezirk zu sehen seien und man sich wundere, dass diese nicht zu Unterkünften umfunktioniert werden.

Wie Stadtplanerin Nezahat Topcu erläuterte, gebe es viele Gründe, dass Immobilien ungeeignet seien zur Unterbringung von Flüchtlingen. Zu den „weichen“ Faktoren, die beachtet werden müssten, zählten die Einkaufsmöglichkeiten oder das soziale Gefüge in einem Quartier. Gewichtiger noch seien die „harten“ Faktoren, die eine Umnutzung häufig verhinderten. Das eine Gebäude sei kontaminiert, das andere zu hohen Lärmbelastungen ausgesetzt, und bei einem dritten stehe möglicherweise das Baurecht im Weg. So dürfe auch der Max-Bahr-Markt an der Behnstraße nur als Heimwerker- oder Möbelmarkt genutzt werden; hier habe ein Möbelhändler - dem Vernehmen nach eine Filiale der XXXL-Kette - auch schon einen Bauantrag gestellt. Verschiedene Politiker wiesen darauf hin, dass der Markt schon jahrelang leer stehe und nichts passiere; zudem sei das Baurecht in anderen Fällen auch schon ignoriert worden. „Messe- und Schulhallen waren ursprünglich sicher nicht zum Wohnen gedacht“, stellte Björn Johnsen von den Grünen fest. Und er ergänzte: „Jede Lösung zur Unterbringung von Flüchtlingen ist besser als die Nutzung von Schulsporthallen.“

Auf heftige Kritik der Politiker stieß die Aussage der Verwaltung, dass es keine Liste der Immobilien im Stadtbezirk gebe, deren Umnutzung für Flüchtlinge bereits verworfen wurde oder die noch infrage kämen. Manfred Milkereit wies darauf hin, dass der Bezirksrat schon vor geraumer Zeit vorgeschlagen habe, dass die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover (GBH) an der Thurnithistraße ein Flüchtlingsheim errichten solle. Jüngst habe die GBH von der Stadt einen Auftrag zur Errichtung von zehn solcher Heime bekommen - doch die Thurnithistraße sei nicht dabei. Immerhin hat sich bereits ein Unterstützerkreis zusammengefunden, der potenziellen Neuankömmlingen gerne helfen möchte - was fehlt, sind die Flüchtlinge. Auch zu diesem Punkt sollen in der nächsten Bezirksratssitzung führende Vertreter des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung angehört werden.

Auf breite Zustimmung stieß ein von der CDU eingebrachter Antrag zu Finanzierung von Asylbewerber-Unterkünften, dem sich - in leicht modifizierter Form - schließlich alle Fraktionen anschlossen. Demnach soll sich Oberbürgermeister Stefan Schostok bei der niedersächsischen Landesregierung dafür einsetzen, dass die entsprechend vom Bund bereitgestellten Mittel weitestgehend an die Kommunen weitergeleitet werden. Ziel müsse sein, dass den Gemeinden die Unterbringungs- und Integrationskosten vollständig und zeitnah ersetzt werden.

Einen konkreten Hinweis hatte die Verwaltung schließlich auch noch parat. Bürger, die Wohnungen an Flüchtlinge vermieten möchten, können sich bei der Stadt unter der Service-Telefonnummer (0511) 168-36-300 melden. Auch wolle man zu diesem Thema bald eine E-Mail-Adresse veröffentlichen und bereite einen Internetauftritt vor.

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