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Aus den Stadtteilen Kinder und Jugendliche gestalten Spielplatz
Hannover Aus den Stadtteilen Kinder und Jugendliche gestalten Spielplatz
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00:19 01.08.2015
Der Spielplatz im Schollweg ist in die Jahre gekommen. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ soll er saniert werden. Die Kinder sollen dazu Vorschläge machen und Wünsche äußern. Quelle: Moers
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Mühlenberg

Die Spielplatzerneuerung ist das erste Projekt, das nach der Aufnahme des Stadtteils in das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt realisiert wird. „Wir wollen zeigen, dass es losgeht“, freut sich Stadtplanerin Marion Lahner über eine gut besuchte Beteiligungsveranstaltung. Den Canarisweg halten Vertreter der Kinder- und Jugendeinrichtungen für die dringlichste Baustelle im Sanierungsgebiet.

„Es fehlt an Spielangeboten für Sechs- bis Zwölfjährige. Dabei gibt es hier unglaublich viele Kinder“, findet Petra Bleichwehl. Die Projektleiterin der Nachbarschaftsarbeit im Canarisweg kennt die Sorgen und Nöte des Stadtteils. Deswegen hat sie sich mit ihren jungen Schützlingen auf den Weg in den Schollweg gemacht. An Basteltischen können Kinder ihre Ideen und Wünsche aufmalen. Jugendliche bekommen einen Fragebogen. Am Ende werden die Ergebnisse auf große Stellwände geheftet. „Wir sind dafür, dass der Bolzplatz beleuchtet wird, damit wir auch abends spielen können“, erzählt der siebzehnjährige Deniz. Er und seine Freunde seien auf dem „Boka“, so nennen sie den Platz liebevoll, aufgewachsen. Was es mit dem Förderprogramm auf sich hat, wissen die Jugendlichen nicht so genau. Aber dass der Stadtteil schöner werden soll und dass sie dabei mitbestimmen können, das finden sie gut. „Ich habe gehört, der Canarisweg soll zu Beginn mal eine Ecke für Reiche gewesen sein“, erzählt der achtzehnjährige Brusk in der Runde, zu der sich auch der langjährige Bezirksbürgermeister Werner Bock gesellt hat. Der erklärt den Jugendlichen, von denen viele selbst als Migranten-Kinder im Canarisweg gewohnt haben, wie der Mühlenberg ein Fall für das Programm Soziale Stadt wurde.

Genauso hatten sich das die anwesenden Sanierungsmanager vorgestellt. Beteiligungsveranstaltungen wie diese sollen auch in Zukunft eine rege Diskussion unter den Stadtteilbewohnern auslösen. „Wir bereiten vielfältige Beteiligungsformate vor“, so die Koordinatorin Marion Lahner. Derzeit entsteht außerdem ein Freiraumentwicklungskonzept. Darin werden besondere Schwerpunkte der Sanierung festgelegt. „Es gibt hier ein hohes Potenzial an ungenutzten Grünflächen“, skizziert Lahner eine mögliche Baustelle. Die dringlichste Herausforderung sei sicherlich die Verbesserung des schlechten baulichen Zustands einiger Wohnhäuser, etwa im Canarisweg.

Die Kinder und Eltern vor Ort mussten nicht lange überlegen, was aus ihrer Sicht verbessert werden muss. „Der Spielplatz braucht unbedingt einen Zaun, damit die Kinder nicht auf die Straße laufen können“, findet Katharina B.. Bei den Kindern rangiert ein Kunstrasen für den Bolzplatz auf Platz eins der Wunschliste. Dahinter folgen ein Baumhaus und eine Tunnelrutsche. 60 000 Euro sind für die Umsetzung veranschlagt.

Insgesamt stellt das von Bund und Land getragene Förderprogramm 13 Millionen Euro in den kommenden zehn Jahren für Investitionen in die Infrastruktur, Freiflächen und das Wohnumfeld zur Verfügung. Dazu kommen jährlich 25 000 Euro aus einem Quartierfonds der Stadt. Daraus sollen Projekte zur Verbesserung des Lebensumfeldes finanziert werden. „Bauliche Projekte werden mit sozialen und kulturellen Aktionen verbunden“, so Lahner. Drei Sanierungsmanager aus der Verwaltung und der GBH sind mit der Koordination der Sanierung beauftragt. Derzeit ist man auf der Suche nach einem geeigneten Büro im Stadtteil.

Mario Moers

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