Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus den Stadtteilen Schuhladenbesitzer nimmt Farbattacke gelassen
Hannover Aus den Stadtteilen Schuhladenbesitzer nimmt Farbattacke gelassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 04.07.2015
Anzeige wollen Bonev und Geschäftspartner Moledo wegen der Schmiererei an ihrer Außenfassade nicht erstatten. Quelle: Suppa
Anzeige
Hannover

„Uns war vor der Eröffnung schon klar, dass so etwas passieren wird“. Immer wieder gibt es in Linden Protest gegen die Modernisierung und neue Trends im Stadtteil. Bonev allerdings hat das Gefühl, dass der Vorwurf die Falschen trifft. „Hinter uns steht keine Agentur, kein Architekt, wir haben kein Konzept gekauft, sondern das hier alles selbst aufgebaut“, erzählt der 33-Jährige, der für die Eröffnung des Ladens seinen Job in einer Marketingagentur gekündigt hat.

Sowohl Bonev als auch sein Geschäftspartner David Moledo sammeln selbst begeistert Turnschuhe und hatten es nach eigenen Angaben satt, immer in andere Städte fahren zu müssen, um ausgefallene Sneakermodelle zu kaufen.

Da die beiden Männer seit Jahren am liebsten in Linden unterwegs sind, kam für den Standort des Ladens nur die Limmerstraße infrage. Anzeige wollen Bonev und Geschäftspartner Moledo wegen der Schmiererei an ihrer Außenfassade nicht erstatten.

Die ersten Tage der Eröffnung von „Fuss Stolz“ liefen gut, sagen die Betreiber. Besonders am Samstag, dem Tag nach der Farbattacke, seien viele Kunden da gewesen und hätten aus Trotz etwas gekauft, verrät Bonev.

naw

Kommentar

Das Gespenst der 
Gentrifizierung

Von Conrad von Meding

Und wieder hat es die Falschen getroffen. Im guten Gefühl, für eine richtige Sache zu streiten, haben Unbekannte die Fassade eines Schuhladens an der Limmerstraße besprüht. „Niemand braucht Eure lächerlichen Schuhe“, steht dort jetzt zu lesen. Warum? Wohl deshalb, weil der Laden neu ist, und weil er schick aussieht. Neu, schick – das ist Einigen in Linden zuwider. Und provoziert geschmierte Sprüche. Es ist die Angst vor der gefühlten Gentrifizierung, vor dem Wandel im Stadtteil, mit dem solcher Unfug gerechtfertigt wird. Dumm nur, dass die Akteure zum wiederholten Mal daneben lagen.

So, wie bei dem ehemaligen Fahrradladen an der Limmerstraße, der 2011 besetzt wurde, weil angeblich ein fieser Investor dort abreißen und neu bauen wollte. Doch dieser vermutet kommerzielle Investor war ein Iraner, der seit 35 Jahren in Linden lebt – der Protest traf den falschen. Oder wie bei dem Eisgeschäft, das die Lindenerin Tanja Metz 2012 in der Stephanusstraße eröffnete. Selbsternannte „Schmuddellindener“ hatten ihr die Scheibe eingeworfen, weil ihnen das frisch sanierte Haus zu schick schien. Doch in dem Eiscafé wirtschaftet keine anonyme Schickeria, dort wird Bioeis aus Frischmilch verkauft – keine schlechte Sache, möchte man meinen.

Auch der Schuhladen, den jetzt die Farbschmiererei traf, ist keine Filiale irgendeines internationalen Konzerns: Zwei Freunde ungewöhnlicher Turnschuhe haben sich damit einen Geschäftstraum erfüllt (Seite 2). Traurig, wenn denen, die den Stadtteil bereichern wollen, das Leben schwer gemacht wird, nur weil Ewiggestrige Angst vor Veränderungen haben.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Schlagerveteran Heino tritt beim Schützenfest in Kleefeld auf – weil der Kleefelder Jagdsportverein von 1910 klug gespart hat. Die Schützen feiern nur alle fünf Jahre, damit sie ein umso attraktiveres Fest mit Stars organisieren können. Ein Teil des Mitgliedsbeitrags der rund 70 Schützen im Verein wird zur Finanzierung der Feier verwendet.

15.07.2015

Nach jahrelangen Startschwierigkeiten geht das Schulobstprogramm der Europäischen Union in Niedersachsen jetzt in die zweite Runde. Im laufenden Schuljahr haben mehr bereits als 620 Schulen an dem Projekt teilgenommen.

Saskia Döhner 12.05.2015

Wegen der Deichverlängerung in Ricklingen hat der Turn- und Sportverein Plätze eingebüßt. Jetzt soll die gesamte Sportanlage umgebaut werden. 600.000 Euro sind dafür vorgesehen.

11.03.2015
Anzeige