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Aus den Stadtteilen Schwere Vergänglichkeit in Klaffkes Garten
Hannover Aus den Stadtteilen Schwere Vergänglichkeit in Klaffkes Garten
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00:17 31.08.2015
Ninia LaGrande und Claudia Pahl (von links) bei der Lesung – und das Daphnis Quartett in Musik versunken. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Ricklingen

„Die Kunst des Gärtnerns war für uns schon immer verbunden mit Poesie und Musik.“ Mit diesen Worten begrüßen die Autoren des Buches „GartenLeben“, Kaspar Klaffke und Gesa Klaffke-Lobsien, die zahlreichen Gäste in der ehemaligen Friedhofsgärtnerei am unteren Ende der Göttinger Chaussee. Sie sind Gastgeber des vom Kulturbüro Hannover organisierten kulturellen Nachmittags innerhalb der Veranstaltungsreihe „Kultursommer“ der Region Hannover. Der Andrang ist groß, denn „Im Namen der Rose(n)“ verspricht eine Melange aus Lyrik und klassischer Musik in gediegener, romantischer Natur.

Ninia Binias, die unter dem Künstlernamen Ninia LaGrande als Poetry-Slammerin, Bloggerin und neuerdings als Fashionista bei RTL unterwegs ist, präsentiert mit Claudia Pahl, die das Feinkost Lampe in Linden betreibt, Gedichte hannoverscher Autoren. Dabei wird der Bogen weit gespannt: Von der Frühromantik bis zur Gegenwart erstreckt sich das Repertoire. Auch ist es einerlei, ob die Lyriker Hannoveraner waren oder nur auf gewisse Zeit hier lebten. Gottfried Benn, der von 1935 bis 1937 als Sanitätsoffizier in Hannover stationiert war, wird genauso zitiert wie der gebürtige Hannoveraner Gerrit Engelke, zu dessen Ehren die Stadt Hannover einen Literaturpreis benannte, der von 1979 bis 2005 verliehen wurde. Auch der Grad der Bekanntheit der Dichter spielt keine ausschlaggebende Rolle: Da folgen Gedichte von Karl Krolow („Liebesgedichte“) und Adam Seide („ABC der Lähmungen“) auf Lyrik von Karl Friedrich Schlegel („Der letzte Wunsch“) und Frank Wedekind („Vergänglichkeit“). Der wilde Epochenmix ist in vier thematische Blöcke unterteilt: Einstimmung, Vergänglichkeit, Liebe und Tanz. Im „Tingel Tangel“ (Wedekind) der hannoverschen Lyrikschau tragen Binias („Zurück“) und Pahl („Ver-Wesen I, II“) auch eigene Gedichte vor und erweitern die Liste der hannoverschen Literaten um drei Frauen.

Gerahmt werden die Themenblöcke durch klassische Stücke von Bach („Die Kunst der Fuge - Contrapunctus“), Schubert („Der Tod und das Mädchen - Andante con moto“) und Boccherini („La tiranna spagnola - Presto“). Mit musikalischer Leichtigkeit bringt das Daphnis Quartett, bestehend aus Studenten der Musikhochschule Hannover, die Schwere des Seins in Klaffkes Garten.

Es ist eine überbordende Vielfalt literarischer und musikalischer Stimmungen und Stile, die da geboten wird. Jedoch versieht das aufmerksame Publikum die Darbietung abwechselnd mit Heiterkeit, Besonnenheit und Applaus. Möglich, dass Blumen und Sträucher, Gartenhaus und Gastfreundlichkeit des Ehepaares Klaffke zur Harmonie des spätsommerlichen Nachmittages beitragen.

Melanie Huber und Marcel Schwarzenberger

Ausflugstipp

Der Garten des Ehepaares Klaffke ist wieder am Sonnabend, 19. September, im Rahmen der „Offenen Pforte - Gärten in Hannover“ zu besichtigen. Geöffnet ist die Anlage an an der Göttinger Chaussee 246C dann von 13 bis 17 Uhr.

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