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Seniorenbüro findet keine Nachfolger

Kirchrode/Bemerode Seniorenbüro findet keine Nachfolger

Das achtköpfige Team von Ehrenamtlichen beendet seine Arbeit aus Altersgründen. Die Stadt sucht verzweifelt nach neuen Senioren, die sich engagieren wollen.

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Sie haben ihr Werk getan (v. l.): Jürgen Sewening, Lutz Krügel, Hans-Jochen Oberheide, Christa Reetz, Margarete Frost, Gernot Obermann, Karl Brügmann und Kurt Bühring.

Quelle: Karl Brügmann

Hannover. Es ist ein schwerer Schlag für die Freiwilligenarbeit im Stadtbezirk: Das gesamte ehrenamtliche Kernteam des Seniorenbüros Kirchrode hat zum 1. Juli seine Arbeit niedergelegt. Die acht engagierten Helfer treten aus Altersgründen zurück. Trotz monatelanger Suche hat sich immer noch kein Nachfolgeteam gebildet, das die Seniorenarbeit fortsetzen kann. „Wir haben versucht, Leute zu motivieren, aber es gab null Resonanz“, sagt Kurt Bühring, mit 68 Jahren der Jüngste aus der Gruppe der Ehrenamtlichen. „Im Prinzip hat sich das Team im Juni aufgelöst.“

Die Stadt sucht daher händeringend nach neuen Ehrenamtlichen. Das Seniorenbüro befindet sich zwar in städtischer Trägerschaft, wird aber maßgeblich vom Engagement der Bürger getragen, die sich dort freiwillig einbringen. Bei der Nachfolgersuche kann der Kommunale Seniorenservice Hannover (KSH) bisher nur „erste Interessenbekundungen“ vermelden.

Ende Juni stellt das Seniorenbüro Kirchrode traditionell sein Programm für das zweite Halbjahr vor, rund 200 Menschen kommen dann für gewöhnlich in den Bemeroder Rathaussaal. Doch am vergangenen Dienstag stand dort nur das Thema „Abschied“ auf der Tagesordnung. Wolfgang Strotmann, Leiter des Fachbereichs Senioren, lobte in einer kurzen Ansprache die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Der Schritt, komplett als Team zurückzutreten, verdient besonderen Respekt“, sagte er, „dadurch erhalten neue ehrenamtlich Interessierte die Chance, eigene Schwerpunkte zu setzen“.

Bis sich ein neues Kernteam gefunden hat, läuft das Angebot im Seniorenbüro nur auf Sparflamme. Vorträge, Ausflüge oder andere größere Veranstaltungen wird es erst einmal nicht geben. Auch die wöchentliche Sprechstunde im Bemeroder Rathaus, die Margarete Frost jahrelang unentgeltlich angeboten hatte, entfällt bis auf Weiteres.

Die Tagesfahrt in den Solling und nach Karlshafen am 23. Juni war der vorerst letzte Ausflug des Seniorenbüros. Mit Bus oder Bahn reisten die Senioren aus dem Stadtbezirk früher mehrmals pro Jahr zu sehenswerten Orten, die von Hannover aus innerhalb eines Tages besucht werden können - zum Brocken, ins Teufelsmoor oder in norddeutsche Städte. „Die Fahrten waren regelmäßig überbucht. Das hat viel Arbeit, aber auch Spaß gemacht, und wir sind weit rumgekommen“, sagt Karl Brügmann vom Kernteam. Der 81-Jährige will nun, wie seine Kollegen, etwas kürzer treten. „Es ist schade, wir waren ein harmonisches Team“, sagt er.

Unter den sieben Seniorenbüros im Stadtgebiet galt das in Kirchrode stets als besonders selbstständig. Seit der Gründung im Januar 1997 zeigten die Ehrenamtlichen viel Eigeninitiative und stellten ganz eigenständig einen Partnerbesuchsdienst auf die Beine. Mit diesem Angebot versucht man, Menschen ab 60 Jahren durch regelmäßige Treffen vor Vereinsamung zu bewahren; mittlerweile gibt es das vom KSH initiierte Projekt im gesamten Stadtgebiet.

„Wir schätzen die Arbeit des Seniorenbüros sehr“, sagte Stadtbezirksmanager Wolfgang Just im Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode. Auch die Mandatsträger lobten die scheidenden Freiwilligen. „Das Seniorenbüro ist eine wichtige und nicht mehr wegzudenkende Einrichtung in unserem Stadtbezirk“, sagte die CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Stittgen.

Bezirksbürgermeister Bernd Rödel (SPD) konnte dem nur beipflichten: „Die Ehrenamtlichen haben sich mit viel Herzblut engagiert.“ Schon mehrfach in der Vergangenheit hatte der Bezirksrat die Arbeit des Seniorenbüros gewürdigt. Zwei Mitarbeiter erhielten sogar schon die Ehrenmedaille des Gremiums. Der frühere Sprecher Helmut Degen, unter dessen Regie sich die Einrichtung zur festen Institution im Stadtbezirk entwickelte, wurde 2013 damit ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt Kurt Bühring die Plakette für die Leitung des Computer-Arbeitskreises seit 2003.

Aktivitäten wie Partnerbesuchsdienst, Wander- oder Kreativgruppen, die nicht unmittelbar vom Kernteam abhängen, werden fortgesetzt. Der Arbeitskreis PC & Internet - die Keimzelle des bisherigen freiwilligen Engagements - macht ebenfalls unverändert weiter. Wer sich für die ehrenamtliche Mitarbeit beim Seniorenbüro Kirchrode interessiert, kann sich unter Telefon 16 84 58 76 bei Michael Reysin vom KSH oder beim städtischen Seniorentelefon unter der Nummer 16 84 23 45 melden.

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