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So gut ist der NDR-Film über Linden

Porträt eines Stadtteils So gut ist der NDR-Film über Linden

Was ist Linden? Das quirligste Feierquartier Hannovers? Häusergewürfel zu Füßen des brachialen Ihme-Zentrums? Türkisch-spanische Hochburg Norddeutschlands? Der NDR hat sich in die Niederungen zu Füßen des Lindener Bergs aufgemacht und Freitagabend ein fast einstündiges Stadtteileporträt gesendet.

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„Vielfältiger Stadtteil“: Mehmet Yildrim an seinem Kiosk.

Quelle: NDR

Hannover. Gezeichnet wird ein liebevolles, charmantes Bild von Linden, das über die gängigen Klischees aber kaum hinauskommt.

Zwischen Sonnabendmorgen-Wochenmarktromantik und dem Gezeter über das Gespenst der Gentrifizierung, das die Lindener aus ihren Quartieren vertreibt (die ihrerseits einst die Arbeiter aus ihren Quartieren vertrieben haben), sind gelungene Porträts von Stadtteilbewohnern entstanden, die auf ihre jeweils eigene Art ihren Platz in dem angesagten Stadtteil-Dreigestirn gefunden haben. Da ist etwa Lena Reckewerth, die eigentlich in Kanada leben wollte, dann aber festgestellt hat, dass sie sich in Linden „tiefenentspannt“ fühlt, besonders beim Platzprojekt an der Fössestraße. Auf diesem von der Bundesregierung geförderten Experimentierfeld mit Bauwagen und rostigen Überseecontainern richtet sie sich eine Praxis ein, in der sie Menschen „geil gesundheitsmäßig massieren“ möchte. Kontrastriert wird ihr Enthusiasmus von einem Bauarbeiter, der gerade fünf weitere, riesige Rostcontainer anliefert - und staunt. „Das ist das erste Mal, dass ich das hier überhaupt sehe“, sagt er angesichts der Hippiesiedlung und fühlt sich „erinnert an die Siebziger: Flower-Power, Blumenkinder“. Schöner hätte kein Drehbuchschreiber die Lindener Lebenswelten aufeinanderprallen lassen können.

Der NDR hat Linden am Freitagabend mit einer einstündigen Reportage zur besten Sendezeit geehrt.

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Auch, wenn alle Protagonisten an einer Veränderung der Lebenswirklichkeit arbeiten, sei es im Sportverein Victoria Linden oder ganz profan beim Lottospielen, sei es in der privaten Glückssuche wie Neulindenerin Karin Menges oder im Kiosk von Mehmet Yildrim: Die Veränderung in Linden finden sie nicht so gut. „Also, im Moment ist es hier glaub’ ich zu hip - alle wollen nach Linden“, sagt die Bedienung im italienischen Café neben der teuren Cappuccinomaschine. Es werde zu viel gebaut, „die Häuser schießen aus dem Boden, die Mieten steigen“. Ein Besucher stimmt zu: „Was mich besonders nervt ist, dass Häuser gekauft werden und zu Eigentumswohnungen werden, und das kann kein normaler Arbeitnehmer mehr bezahlen.“ Und die Stimme aus dem Off sagt, dass eine 100-Quadratmeter-Wohnung 320 000 Euro kostet. Das einzige Beispiel einer Wohnungskäuferin im Film ist dann aber doch billiger - 80 000 Euro für 80 Quadratmeter hat Karin Menges gezahlt. Natürlich im Ihme-Zentrum, dessen Ausblick sie genießt.

Was taucht nicht auf im Film? Zum Beispiel der Lindener Hafen und die vielfältige Wirtschaft des Stadtteils - beides ist komplett ausgeblendet vor lauter Szenegeplänkel. „Besonders die Kaufleute mit ihren ehrenamtlichen Standortgemeinschaften tragen doch zum Leben im Stadtteil bei“, sagt Peter Hoffmann-Schoenbohm vom Wirtschaftsforum Linden. Oder der Küchengarten-Pavillon auf dem Lindener Berg, Teil der Welfengeschichte, aber auch Zeugnis des Stadtumbaus. Jonny Peter, der rund um den Pavillon Veranstaltungen organisiert, ist sich sicher: „Linden ist eben nicht eindimensional, sondern sehr vielfältig.“ Oder, wie es im Film heißt: „Linden ist ein kleines Viertel in einer großen Stadt.“

Hier können Sie den Beitrag vom NDR online sehen.

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