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Aus den Stadtteilen Spiel, Spaß und Dorfgemeinschaft
Hannover Aus den Stadtteilen Spiel, Spaß und Dorfgemeinschaft
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00:15 08.09.2015
Zielen mit Hindernissen: Bernd Ditz versucht sich mit Körpereinsatz an der Gummischleuder. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Der Jux-Pokal hat Tradition. Bereits zum 28. Mal sind Mühlenberg-Bewohner und Vereine bei dem Spaßturnier am Ossietzkyring gegeneinander angetreten. Nicht unbedingt olympische Disziplinen wie „Wasserbombenrutsche“ oder „Füßchen-Katapult“ sorgten für einen lustigen Nachmittag auf dem Vereinsgelände des MSV Mühlenberg. Die heimelige Veranstaltung zeigt, dass im Schatten der Hochhäuser echte Gemeinschaften entstehen können. Leider nehmen nicht alle Mühlenberger daran teil.

„Als wir hier angefangen haben, gab es noch überall Baustellen, und hier auf dem Platz war Feld und Wiese“, erinnert sich Brigitte Hurtzig an den ersten Jux-Pokal 1988. Kurz zuvor hatte sich die Arbeitsgemeinschaft Mühlenberger und Bornumer Vereine und Verbände (AMBV) gegründet. Der Verein richtet seitdem jedes Jahr das Spaßturnier aus. Die witzigen Spiele nach der Spiel-ohne Grenzen-Art sollen die Bewohner und Funktionsträger im Stadtteil einander näher bringen. Viele Teams treten seitdem bis heute gemeinsam an, andere sind neu dazugekommen.

Dabei sind dieses Mal etwa das Team „Freunde der 90er“, eine muntere Truppe älterer Herren, die „Mairadler“, die „Kleingärtner Mühlenberg“ und die diversen Mannschaften der Feuerwehr. Rund 80 Teilnehmer und 15 Teams sind gemeldet. Noch einmal so viele Besucher feuern sie an. Bei der ersten Disziplin „Füßchen-Katapult“ gilt es, kleine Bälle mit einer Gummischleuder in umgedrehte Regenschirme zu schießen. Um die Sache zu verschärfen und für das Publikum amüsanter zu gestalten, liegen die Kandidaten dabei auf dem Rücken. Gezielt wird durch die gespreizten Beine. „Ein wenig obszön mutet es schon an“, muss eine Besucherin schmunzeln, als Bezirksbürgermeister Andreas Markurth die Bälle über das abgesteckte Feld schießt.

Bevor es weitergeht mit der „Angel-Stafette“, gönnen sich die Teams ein kühles Getränk und einen Imbiss. Zur Bratwurst oder einem Stück selbst gebackenen Kuchens vom üppigen Büfett werden lebhaft die Feinheiten des Schenkel-Katapults diskutiert. Aus den Lautsprechern versprüht der Schlager „La Paloma Blanca“ Urlaubsgefühle. Nicht zuletzt trifft man hier eine Menge alter Bekannter. Beim Jux-Pokal kennt man sich. Hier sind die Mühlenberger und ihre Nachbarn aus Ricklingen und Bornum unter sich.

„Wir hätten uns damals nicht träumen lassen, wie groß das einmal wird“, freut sich AMBV-Mitglied Jens Hurtzig. Als Vorsitzender des MSV stellt er seit einigen Jahren die Spielfläche auf dem Vereinsgelände zur Verfügung. Die Liste der Sponsoren, die die Veranstaltung unterstützen, ist lang. Bezirksbürgermeister Markurth geht in einer kleinen Ansprache auf das Stadtteiljubiläum ein – denn der Mühlenberg ist vor genau50 Jahren entstanden. Markurth bezeichnet ihn als „kleine Trutzburg“, die es zu entdecken gilt. Man darf annehmen, dass er es liebevoll meint.

Abschließend heißt der Bezirksbürgermeister die Menschen aus der ganzen Welt willkommen, die den Mühlenberg ihre Heimat nennen. Sieht man sich allerdings um, scheinen von denen nicht viele den Weg zum Jux-Pokal gefunden zu haben. So etwas fällt auf in diesen Tagen, in denen Stadtteil- und Sportfeste eindringlich um Integration bemüht sind. „Die Veranstaltung war ursprünglich für Vereine gedacht. Und mit den Vereinsstrukturen können viele Migranten häufig nichts anfangen“, erklärt Brigitte Hurtzig. Dabei sei der Pokal bereits seit vielen Jahren eine Veranstaltung für jedermann. In ihrer Begrüßung lud sie dementsprechend besonders die jüngeren Stadtteilbewohner ein, die Zukunft der Traditionsveranstaltung mitzugestalten.

Vielleicht lässt sich das ohnehin gut besuchte und beliebte Spaßturnier im Zuge der kommenden Sanierungsanstrengungen zu einem Stadtteilfest für den ganzen Mühlenberg ausweiten. Das Zeug dazu hat die ulkige Veranstaltung allemal.

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