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Aus den Stadtteilen Stadt sagt Nein zu Aussichtsturm
Hannover Aus den Stadtteilen Stadt sagt Nein zu Aussichtsturm
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02:15 06.05.2016
Von Michael Zgoll
Einen Aussichtsturm wie in der Laatzener Masch lehnt die Stadt für Döhren-Wülfel ab. Quelle: Astrid Köhler
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Döhren-Wülfel

Gut drei Jahre hielt die SPD-Fraktion im Bezirksrat Döhren-Wülfel die Füße still und wartete darauf, dass die Stadt den - angeblich - versprochenen Beobachtungsturm in der südlichen Leineaue endlich installiert. Doch eine Anfrage förderte in der jüngsten Sitzung des Stadtteilgremiums zutage, dass die Verwaltung 2013 den Bau eines solchen Turms keineswegs in Aussicht gestellt, sondern vielmehr die damaligen Anträge von Bezirksrat und Umweltausschuss abschlägig beschieden hatte. Dagegen sprächen die hohen Unterhaltungskosten und drohende Vandalismusschäden, hieß es zur Begründung. So hätten die Beobachtungstürme in der Laatzener Masch und an den Koldinger Teichen schon einmal gebrannt, auch würden sie von Obdachlosen als Schlafplätze genutzt oder vom Partyvolk zum Feiern missbraucht.

Für den Prüfauftrag habe die Verwaltung den hölzernen Turm im Naturschutzgebiet Laatzener Teiche zugrunde gelegt, erläuterte Stadtbezirks- managerin Birte Groenigk den Politikern. Dieser besitzt eine innen liegende Treppe und bietet Besuchern von seiner Plattform in 4,60 Metern Höhe aus eine freie Sicht in alle Richtungen. Für die Standortsuche auf dem Stadtgebiet Hannover verwendeten die Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün einen Schlepper mit Steigkorb.

Die Erkundung ergab, dass es für einen Beobachtungsturm aufgrund von häufigen Sichtbehinderungen durch Büsche und Bäume ohnehin nur einen einzigen sinnvollen Standort gibt, von dem aus ein weiter Blick auf die Wiesenlandschaft möglich ist. Dieser Punkt befindet sich am Wülfeler Maschweg nördlich der Einmündung des Fußwegs Im kleinen Freien. Allerdings, so schränkt die Verwaltung ein, biete die erhöhte Sicht keine grundlegend neue Perspektive auf die Landschaft. Schließlich gebe es in diesem Gebiet weder Sammelplätze von Wasservögeln noch nennenswerte Vorkommen von Wiesenvögeln.

Eine Ausnahme bildet das Storchennest nördlich der Wilkenburger Straße, das damit noch mehr in den allgemeinen Fokus rücken würde. Doch für eine genauere Beobachtung der Vögel sei die Distanz zum Nest zu groß, befindet die Stadtverwaltung in ihrer Analyse. Auch sei fraglich, ob sich der materielle und finanzielle Aufwand für den Bau einer Aussichtsplattform rechtfertigen ließen, wenn von dort aus unterm Strich lediglich von März bis August ein Storchenpaar in weiter Ferne betrachtet werden könne.

Stadtbezirksmanagerin Groenigk verwies darauf, dass die Stadt bei der Entscheidungsfindung auch Einschätzungen der Unteren Naturschutzbehörde sowie des Storchenbeauftragten eingeholt habe. Dabei seien die Fachleute sich einig gewesen, dass man den Turm aufgrund der Wertigkeit des Grünlandes nicht weiter in die Wiesen rücken dürfe. Außerdem benötige das Bauwerk an der Ostseite des Weges eine Freifläche von 30 bis 50 Quadratmetern - ob die Naturschutzbehörde einen solchen Eingriff in das besonders geschützte Grünland genehmigen würde, sei allerdings fraglich.

Nennenswerte Proteste zur ablehnenden Haltung der Verwaltung wurden in der Bezirksratssitzung nicht laut. Grünen-Fraktionschef Björn Johnsen meinte lediglich, dass eine schöne Aussicht immer eine Bereicherung sei, unabhängig davon, ob man nun tatsächlich Vögel sehen könne oder nicht. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Schade regte an, dass sich ein solcher Beobachtungsturm ja vielleicht auch auf dem Rodelberg nahe der Leineinsel aufstellen lasse. Dort sei das Bauwerk von vornherein bereits schön hoch platziert - und sinnvoller als das frühere Kunstprojekt „Windharfen“ sei es an dieser exponierten Stelle allemal. Allerdings wachsen auf dem Rodelberg auch viele Bäume in den Himmel, und der Blick fällt eher auf Kleingärten und Wohnhäuser denn auf eine unverstellte Natur.

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