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Stadt will Feuerwache auf Pump bauen

Kirchrode Stadt will Feuerwache auf Pump bauen

Der Umzug der Feuer- und Rettungswache 3 von der Südstadt nach Kirchrode hat die erste Hürde genommen. Der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode hat dem geplanten Neubau an der Lange-Feld-Straße ohne Bedenken zugestimmt.

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Die neue Feuer- und Rettungswache 3 soll bereits 2019 an der Ecke Lange-Feld-Straße/Bemeroder Straße in Betrieb gehen.

Quelle: Körner (Archiv)

Hannover. Wenn alles nach Plan verläuft, wird der neue Feuerwehrstützpunkt im Frühjahr 2019 in Betrieb gehen - bislang war das Jahresende anvisiert. Bei der Finanzierung des 25 Millionen Euro teuren Projekts will die Stadt auf eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP) setzen.

Feuerwehrchef Claus Lange stellte das Projekt am vergangenen Mittwoch im Bezirksrat vor. „Es wurden elf Standorte überprüft. Aus unterschiedlichen Gesichtspunkten wurde das Grundstück an der Lange-Feld-Straße ausgewählt“, sagte er. Besonders wichtig sei die Nähe zum Messegelände gewesen, schließlich soll die Berufsfeuerwehr künftig die Aufgaben der Messe-Werksfeuerwehr übernehmen. „Vom jetzigen Standort ­Jordanstraße erreichen wird das Messegelände nicht in fünf Minuten“, sagte Lange. Im restlichen Einsatzgebiet könne die sogenannte Hilfsfrist - also die von den Rettungskräften benötigte Zeit, um den Einsatzort zu erreichen - von neuneinhalb Minuten weiterhin eingehalten werden.

Der Hauptalarmweg von Kirchrode zur Messe soll über den Messeschnellweg führen. „Es wäre eine Ausnahmesituation, dass wir über die Emslandstraße fahren“, sagte Lange. Fahranalysen hätten ergeben, dass die Bundesstraße 6 auch bei Messehochbetrieb die bessere Strecke sei. „Außerdem werden wir zu Messezeiten mit einer Brandsicherheitswache auf dem Gelände präsent sein“, erklärte Lange.

Die Kooperation mit der Deutschen Messe AG ist nur ein Grund für den Umzug. „Die Rettungswache 3 kann da, wo sie ist, nicht erhalten werden“, sagte der Feuerwehrchef. Die 1937 gegründete Wache habe dort mittlerweile viel zu wenig Platz für die 130 Mitarbeiter. Außerdem entspricht das Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen und hat nur eine einzige Alarmausfahrt. Dadurch besteht die Gefahr, dass etwa ein einziger Verkehrsunfall die Rettungswache komplett blockiert.

In Kirchrode soll die Feuerwehr ein 14.000 Quadratmeter großes Grundstück erhalten, wovon 6.000 Quadratmeter als Nutzfläche benötigt werden. Das Baugelände zwischen Lange-Feld-Straße und Güterumgehungsbahn gehört bereits der Stadt. Obwohl die Fläche mitten in einer Kleingartenkolonie liegt, gibt es auf dem Gelände selbst keine Lauben. Trotzdem müssen drei bis vier Kleingärten, die direkt an der Güterumgehungsbahn liegen, für eine zweite Zufahrt zur Bemeroder Straße planiert werden.

Die Freiwilligen Feuerwehren im Stadtbezirk müssen sich wegen der Berufsfeuerwehr in ihrer Nachbarschaft keine Sorgen machen. „Die Verlegung betrifft die Ortsfeuerwehren in keinster Weise, die Standorte werden nicht ausgehebelt oder reduziert“, betonte Lange. Bezüglich des Lärms beruhigte er auch die Anlieger in den benachbarten Kleingärten. In Kirchrode wolle die Feuerwehr auf die Erfahrungen setzen, die mit dem Bau der neuen Rettungswache 1 am Weidendamm gemacht wurden. „Durch eine Ampelregelung haben wir die Lärmbelastung mit dem Martinshorn so weit heruntergefahren, dass wir keine Beschwerden aus der Nachbarschaft haben“, sagte Lange. Eine ähnliche Regelung soll es in Kirchrode geben.

Anlässlich des Neubaus erwägt die Stadt auch eine Sanierung der westlichen Lange-Feld-Straße. Bislang war eine Erneuerung nur östlich der Güterumgehungsbahn geplant. „Die Lange-Feld-Straße hat eine seitlich abbröckelnde Asphaltdecke“, sagte Stadtplaner Matthias Fabich. Eine Planungsgruppe soll feststellen, ob und wie die Straße ausgebaut werden muss.

Zwei planungsrechtliche Hürden gibt es für das Projekt: Der Bebauungsplan für die Lange-Feld-Straße und das Regionale Raumordnungsprogramm müssen angepasst werden. Die Stadtverwaltung ist jedoch zuversichtlich, dass beides im Jahr 2016 gelingt. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung soll schon in diesem Oktober starten, wenn auch die anderen städtischen Gremien zugestimmt haben.

von Christian Link

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