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Stadtteilfest mit anderen Mitteln

Nordstadt Stadtteilfest mit anderen Mitteln

Mehrere Hundert Menschen feiern in der Nordstadt die siebte Lange Nacht der Kneipen. Schlechtes Wetter hat allerdings für einen Besucherrückgang gesorgt.

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Das Kuriosum am Schneiderberg gehört zu den Gründungsmitgliedern des Nordstädter „Bermudadreiecks“. Mittlerweile ist der Begriff zum echten Markennamen geworden.

Quelle: Christian Link

Nordstadt. Es klingt nach einer Zechtour mit ungewissem Ausgang. Tatsächlich ist die Lange Nacht der Kneipen im Nordstädter „Bermudadreieck“ aber ein straff organisiertes Stadtteilfest, das sich jedes Jahr durch viele gute Livebands auszeichnet. Am vergangenen Sonnabend wurde die mittlerweile siebte Auflage gefeiert - mit unverändert großem Aufwand, aber deutlich weniger Besuchern als noch im Vorjahr. „Da bereiten wir uns monatelang vor, und ein Regen entscheidet dann alles“, ärgert sich Zurab Mikava von der Gaststätte Kaiser. Die Besucherzahl sei sicherlich wieder vierstellig, bei besseren Temperaturen wären es aber vier- bis fünfmal so viele Leute gewesen, schätzt der Gastronom.

Trotzdem haben er und seine Mitarbeiter mit dem Andrang am Sonnabend allerhand zu tun. Der Innenraum der urigen Kneipe an der Ecke Schaufelder Straße/Schneiderberg ist proppenvoll, auch im Kuriosum gegenüber sieht es nicht anders aus. Vor den beiden Lokalen drängen sich Menschen auf dem Bürgersteig zwischen Grillständen und Getränkebuden. „Wir sind hier jedes Jahr, als ehemalige Studenten kennen wir die Kneipen gut“, sagt Festbesucher Martin, für den zusammen mit ein paar Freunden vor der Gaststätte Kaiser die Nacht beginnt. Warum kommt er immer wieder hierher? „Die Atmosphäre in der Nordstadt ist einfach familiär und locker“, sagt er.

Wie zum Beweis fährt daraufhin ein VW Golf zwischen den Festbesuchern und der laut rockenden Band Catch Me Back den Schneiderberg entlang. Aus Platznot steht die Musikbühne auf der Straßenseite gegenüber, Absperrungen gibt es nicht. Gelegentlich kommen auch Rettungswagen vorbei, die aber nicht halten, sondern zum Nordstadtkrankenhaus weiterfahren. Der Nordstädter Festbesucher weiß, dass man auch mit einem Becher Bier in der Hand nicht achtlos auf die Straße läuft.

Vor dem Restaurant Zwischenzeit im Werkhof Nordstadt gibt es ein richtiges kleines Festgelände. Rechtzeitig zur Langen Nacht hat das Lokal in der Schaufelder Straße nach wochenlanger Renovierung wieder geöffnet. Die Bratwurst wird hier zwar auch für sozialverträgliche 2,50 Euro verkauft, aber der Bluesrock und die vielen Sitzplätze locken eher bürgerlicheres Publikum mit einem etwas höheren Altersdurchschnitt an.

Jüngere Leute zieht es verstärkt in die Santana Cocktailbar oder in den Pausentraum in der Callinstraße. An letzterer Stelle haben die Musiker von Stank ‘o’ Funk einen Instrumentenkreis gebildet und liefern die jazzigen Klänge, die der Bandname verspricht - sogar mit Trompete. Obwohl die Jungs feine Livemusik bieten, die Atmosphäre stimmt und frische Hamburger gegrillt werden, gibt es noch einige freie Plätze. Unverständlich.

Ein paar Meter weiter steht dagegen eine Menschenschar dicht gedrängt vorm Klein Kröpcke, wo die Soul Pirates ein echtes Heimspiel haben. Etwas mehr Platz wünscht sich da auch Sänger Malik, der an diesem Abend nicht nur wie ein Blues Brother aussieht, sondern auch einen ähnlichen Bewegungsdrang auf der winzigen Bühne verspürt. Beim Publikum, in dem auffällig viele jüngere Gäste zu finden sind, kommt der kraftvolle Soul- und Classic-Rock der vier gestandenen Herren gut an.

Dass die Lange Nacht der Kneipen auch generationenübergreifend funktioniert, hatte an gleicher Stelle zu früherer Stunde schon die Black Lion Gang bewiesen. Die Mitglieder der wohl jüngsten Rockband Hannovers sind gerade mal neun bis elf Jahre jung. Kinderunterhaltung bei einem Stadtteilfest geht offenbar auch ohne Hüpfburg und Karussell.

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