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Aus den Stadtteilen Steht das Misburger Bad vor dem Abriss?
Hannover Aus den Stadtteilen Steht das Misburger Bad vor dem Abriss?
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02:15 17.09.2015
Von Andreas Schinkel
Das Gebäude weist größere Schäden auf als erwartet.  Quelle: Ralf Decker
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Hannover

Die Schäden im Misburger Bad sind deutlich schwerer als angenommen. Nicht nur tragende Deckenkonstruktionen sind beschädigt, auch die Technik im Bad ist marode und wurde offenbar nicht richtig gewartet. Die Stadt werde jetzt einen Gutachter beauftragen, der sich ein Gesamtbild von den Schäden macht, teilte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) am Montag im vertraulichen Teil des Sportausschusses mit. Wann das Hallenbad wieder eröffnet werden kann, ist derzeit unklar. Mitte Oktober rechnet die Stadt mit einem Ergebnis aus der Untersuchung. Dann werde man eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen - mit offenem Ausgang. Das bedeutet, dass auch Abriss und Neubau nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen werden. Die Sportpolitiker waren entsetzt. „Das Misburger Bad ist ein Fass ohne Boden“, hieß es.

Seit Mai ist das Hallenbad bereits geschlossen, nur das Freibad ist in Betrieb. Eigentlich wollte die Stadt Hannover lediglich neue Leitungen verlegen, die Umkleiden verbessern und die Wasseraufbereitungsanlage überholen. Doch Statiker stießen auf beschädigte Deckenbalken und trauten ihren Augen nicht. Die tragenden Konstruktionen wiesen große Löcher auf, ein Bereich des Bads musste sofort abgesperrt werden wegen Einsturzgefahr. Bei der weiteren Untersuchung sind die Experten auf neue Schäden gestoßen, etwa Feuchtigkeit in der Decke und mangelnde Fußbodenabdichtung. Das anfangs veranschlagte Budget von 450 000 Euro dürfte längst nicht mehr reichen.

Die Bäderverwaltung will jetzt prüfen, ob sie Regressansprüche geltend machen kann. Die Firma S.A.B. hat das Misburger Bad 2007 für 11,3 Millionen Euro saniert. Die Stadt hatte dafür einen Kredit aufgenommen. Jetzt fragen sich die Sportpolitiker, wo das Geld investiert wurde. Die Stadt will prüfen, ob sie Regressforderungen gegen die Firma erheben kann. Noch bis zum Jahr 2030 zahlt die Stadt den Millionenkredit für die damalige Sanierung des Misburger Bads ab. Für die anstehende Sanierung oder für einen Abriss und Neubau müsste die Stadt abermals Millionen auftreiben. „Da bekommt die Rede vom ,Kombibad’, wie es in einer Broschüre heißt, eine neue Bedeutung“, sagt ein Ratspolitiker.

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