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Händler sehen Wochenmarkt am Ende

Stöcken Händler sehen Wochenmarkt am Ende

Die Stöckener müssen um ihren Wochenmarkt bangen. Wegen der geplanten Umgestaltung des Marktplatzes droht eine längere Bauphase, die dem bereits schwächelnden Marktgeschehen den Todesstoß versetzen könnte.

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Die Lage auf dem Wochenmarkt Stöcken ist gespannt, aber Jörg Wilhelm kann immer noch lachen.

Quelle: Christian Link

Hannover. Die Stimmung bei den Händlern ist düster, zumal sie sich ohnehin vom städtischen Fachbereich Marktwesen düpiert fühlen. Die Behörden haben den Marktbeschickern seit Kurzem verboten, ihre Fahrzeuge neben ihren Ständen zu parken, was bislang gängige Praxis war.

Der Stadt Hannover stehen nach eigenen Angaben 5,1 Millionen Euro zur Verfügung, um den Stöckener Markt zu einem attraktiven Stadtteilzentrum umzugestalten. 4,22 Millionen Euro wurden bereits für den Freizeitheim-Neubau verplant, mindestens 750.000 Euro sind für die Umgestaltung des Freizeitheim-Vorplatzes und des Marktplatzes reserviert. Konkrete Pläne gibt es dafür aber noch nicht. Bei einem Ideenwettbewerb konnte kein Architektenvorschlag die Fachjury überzeugen.

Die Markthändler sehen einen Umbau des Platzes sehr kritisch. „Wenn hier gebaut wird, dann ist der Wochenmarkt hin, da bin ich mir ganz sicher“, prophezeit Obst- und Gemüsehändler Jörg Wilhelm. Sein Familienunternehmen gehört zu den „letzten ersten Händlern“, die noch auf dem Wochenmarkt Stöcken dabei sind. Seit 1964 gibt es dort ein Marktgeschehen, Frucht-Wilhelm war immer dabei. „Manche kennen mich noch, wie ich als Schuljunge hier ausgeholfen habe“, sagt der heutige Eigentümer.

Die Zahl der Besucher und der Stände sei stetig rückläufig. „Dabei sind hier teilweise dieselben Händler wie auf anderen Märkten“, sagt Wilhelm. Er selbst ist auch auf der Lister Meile vertreten, wo statt Krise ein regelrechter Boom zu beobachten ist. „Die Lister Meile ist eben schick und wird gehyped.“

Wilhelm und andere Marktbeschicker kritisieren, dass sich die städtischen Marktleiter vor allem um die Wochenmärkte kümmern, die ohnehin gut funktionieren. „Auf dem Stephansplatz laufen teilweise mehrere Marktmeister herum, hier kommt höchstens einer zum Aufbau vorbei“, ärgert sich ein Händler, der namentlich lieber nicht genannt werden will.

„Die Stadt macht zu wenig“, sagt auch Blumenhändler Rainer Swade. Besonders ärgerlich findet er die jüngst getroffene Entscheidung, dass die Markthändler ihre Fahrzeuge nicht mehr auf dem Platz parken dürfen. Dadurch müssten sie jetzt Stellplätze zuparken, die eigentlich von Besuchern genutzt werden könnten. „Wir wurden da einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, kritisiert er.

An einen möglichen Marktplatzumbau will Swade gar nicht denken, denn so etwas hat er schon in Langenhagen mitgemacht. „In dieser Zeit haben wir 50 Prozent Umsatz eingebüßt“, sagt er. In Stöcken würde er nichts anderes erwarten.

Die Marktbesucher sehen die Situation nicht so schwarz. „Der Markt hat sich super entwickelt, inzwischen kommen die Menschen sogar aus Marienwerder vorbei“, sagt Günter Klose aus Ledeburg. „Die Leute fühlen sich hier wohl.“ Seit 15 Jahren trifft er sich regelmäßig zum Kaffeetrinken auf dem Wochenmarkt. Und Einkäufe macht er dort auch. Diesmal gibt es Blumen für Ehefrau Helga. „Wir haben zwar einen Garten, aber da lasse ich die Blumen lieber stehen.“

Stehen lassen sollte man seiner Meinung nach auch den Brunnen. Der ist laut den bisherigen Architektenplänen aber in Gefahr. „Ich finde ihn gut, er sagt etwas aus“, meint Klose. Auch die Anwohner haben die Wasserkunst liebgewonnen. „Im Grunde ist hier alles in Ordnung“, bestätigt ein Nachbar. Einen Verbesserungswunsch hat aber auch er an die Stadt: „Es könnte hier noch mehr Sitzgelegenheiten geben.“

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