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Aus den Stadtteilen Streit um den Schleich-Weg
Hannover Aus den Stadtteilen Streit um den Schleich-Weg
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00:16 20.02.2015
Der Namenspatron schrieb sich mit „C“: Seit 1959 bemüht sich Gerhard Stoffert um Richtigstellung auf dem Schild. Quelle: Benjamin Behrens
Groß Buchholz

Groß-Buchholz. Die Ringstraße In-den-Sieben-Stücken in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Oststadtkrankenhaus wirkt fast wie ein Teil eines Denkmals für die Errungenschaften der Medizin. Die vielen Querstraßen und Abzweigungen sind alle nach Medizinern benannt. Etwa der Semmelweisweg - nach dem ungarischen Arzt Ignanz Semmelweis, der als einer der ersten die Bedeutung von Hygiene in der Medizin erkannte. Der Karl-Ludwig-Schleich-Weg hat seinen Namen ebenfalls von einem bekannten Mediziner. In dieser kurzen Straße mit sechzehn Häusern wohnt Gerhard Stoffert. Und der 88-Jährige will dort so nicht wohnen, nicht mit einem falsch geschriebenen Straßennamen. Der Namensgeber schreibt sich nämlich Carl Ludwig Schleich, also mit „C“.

Das ärgert den emeritierten Professor für Betriebswirtschaft und Hobby-Historiker seit Jahren. „Wenn das ein ortsfremder Bildungsbürger in sein Navi eingibt, der findet uns nicht“, glaubt Stoffert. Tatsächlich finden manche Navigationsgeräte den Weg nicht, wenn man den Namenspatron mit „C“ schreibt. Seit 1959 gibt es die Straße, seitdem hat Stoffert drei Anträge auf Umbenennung bei der Stadt gestellt - ohne Erfolg. „Dass die Schreibweise des offiziellen Straßennamens nicht den historischen Gegebenheiten entspricht, liegt an der damaligen Benennungspraxis.

Die Schreibweise des Vornamens orientierte sich bei Straßenbenennung an den gültigen Regeln der Rechtschreibung“, erläutert Stadtsprecher Alexis Demos. Will heißen, dass man Ende der fünfziger Jahren einen Karl grundsätzlich mit „K“ schrieb, egal ob ein Vorfahr ein „C“ als Anfangsbuchstaben mit auf den Lebensweg bekommen hatte.„Eine Korrektur in Carl-Ludwig-Schleich-Weg käme einer Umbenennung des Straßennamens gleich. Diese wäre mit entsprechenden Kosten für die Anwohner verbunden, da die jeweiligen Adressen geändert werden müssten“, führt Demos weiter aus.

Für diese Begründung hat Stoffert kein Verständnis. „Meiner Meinung nach hat sich da jemand schlicht verschrieben“, glaubt er. Die Erklärung der Stadt kann er nicht nachvollziehen. „Da fühle ich mich veralbert“, ärgert er sich. Der Fehler werde jetzt einfach ignoriert, mutmaßt der Senior. „Immerhin dürfen einige Namensgeber für hannoversche Straßen wie Carl Buderus oder Carl Hornemann ihren richtigen Vornamen behalten“, sagt der Stadtforscher. Grundsätzlich dürfe man einen standesamtlich beurkundeten Namen nicht einfach verändern. Mitstreiter unter den Anwohnern für sein Anliegen, hat er in seiner Straße indes nicht: „Denen ist das egal.“

Immerhin, einen kleinen Erfolg hat der Hobby-Forscher, der mehrere Bücher über die Geschichte Bothfelds veröffentlicht hat. Einem Antrag für ein Legendenschild wurde genehmigt, 130 Euro wird ihn die Ergänzung am Straßenschild kosten. Dort steht dann „Carl Ludwig Schleich (1859-1922), Professor, Chirurg und Schriftsteller, Erfinder der Infiltrationsanästhesie (örtliche Betäubung), die die Chloroformnarkose ersetzte.“

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