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„Task Force Jugend“ hilft Intensivtätern

List „Task Force Jugend“ hilft Intensivtätern

Seit 15 Jahren gibt es Jugendkontaktbeamte bei der Polizeiinspektion Ost, die junge Intensivtäter betreuen und Präventionsarbeit leisten. Ziel ist es, straffällig gewordene Jugendliche wieder auf den rechten Weg zu bringen und andere davon abzuhalten, mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

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Jugendkontaktbeamter Thomas Koppitz kümmert sich um Intensivtäter wie Khaled (Name geändert).

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. „Task Force Jugend“ hieß das Projekt intern bei der Polizeiinspektion Ost am Welfenplatz. Vor gut 15 Jahren waren dort zum ersten Mal Beamte präventiv in Sachen Jugendkriminalität unterwegs, kurz darauf wurde der Posten des Jugendkontaktbeamten (Kob) in sämtlichen Polizeiinspektionen offiziell eingeführt. Thomas Koppitz von der PI Ost war von Anfang an dabei. Drei Jugend-Kobs sind in den östlichen Stadtteilen unterwegs, zum Präventionsteam zählen aber auch acht weitere Beamte.

„Irgendwann war klar, dass wir präventive und repressive Arbeit mit Jugendlichen trennen müssen“, sagt Koppiz, seit 30 Jahren Polizist. Die Strafverfolgung ist seither nicht mehr Sache der Jugend-Kobs. „Als reine Ermittler fällt das Aufbauen eines Vertrauensverhältnisses schwer“, sagt der engagierte 47-Jährige, der auch selbst im Stadtbezirk lebt. Schließlich begleiten Koppitz und Kollegen manchen Jugendlichen über Jahre, vier Intensivtäter fallen derzeit in ihren Zuständigkeitsbereich, „und auch sonst haben wir unsere Pappenheimer gut im Blick“.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Teams Prävention sind die sogenannten nichtanlassbezogenen Projekte. „Dazu gehören Schulbesuche und Aufklärung in Sachen Zivilcourage, Opferschutz, Betäubungsmittelrecht oder auch Themen wie Magersucht. „Solche Termine sind uns natürlich die liebsten, da geht es um reine Prävention“, betont Koppitz. Ein anlassbezogener Einsatz dagegen hat stets eine ernste Vorgeschichte. „Diebstahl, Mobbing, mediale Attacken, Drogendealerei auf dem Schulhof - alles konkrete Straftaten.“ In Absprache mit den Lehrern werde dann entsprechend eingegriffen.

Das Präventionsteam der PI Ost betreut dabei ganz unterschiedliche Schulformen - von der Hauptschule bis zum Gymnasium im Zooviertel. „Aber gute oder schlechte Viertel, so etwas gibt es so gut wie gar nicht mehr“, betont Koppitz. Denn das Cybermobbing, ein Phänomen, das es in seinen Anfangsjahren als Jugend-Kob noch nicht gegeben habe, sei ein echtes Problem geworden, das nichts mit dem sozialen Hintergrund der Jugendlichen zu tun habe. In Schulen gibt es eine Liste mit Vorfällen, die gemeldet werden müssen, viele andere müssen abgewogen werden. „Wenn etwas angezeigt wird, besteht für uns Strafverfolgungszwang“, erläutert Koppitz.

Im Sommer werden von den Kollegen der Streife vor allem Spielplätze im Bezirk und auch in der Eilenriede kontrolliert. Werden da Jugendliche mit Drogen oder Alkohol erwischt, kommen die Kontaktbeamten ins Spiel - nach den Eltern, versteht sich. „Alkohol ist vor allem ein Sommerproblem - und die Kioske, die ihn an Jugendliche verbotswidrig verkaufen“, sagt der 47-Jährige. Mit Testkäufen werde versucht, diese Betreiber auszumachen.

Intensivtäter schließlich machen ebenfalls einen Teil der Arbeit des Präventionsteams aus. 32 Punkte, gestaffelt nach der Schwere einer Straftat, sind die Grenze, die einen Jugendlichen zum Intensivtäter machen. Vier sind derzeit in der Polizeiinspektion Ost registriert, werden sie ein Jahr lang nicht straffällig, fallen sie wieder aus der Kartei heraus. „Wir arbeiten mit den jungen Menschen, kontrollieren sie und bestellen sie zur wöchentlichen Gefährdenansprache“, sagt Koppitz. Aber die Beamten seien keine Sozialarbeiter. „Die Jugendlichen müssen mitarbeiten und vor allem wissen: Nach uns kommt der Knast.“ Die meisten würden „die Kurve kriegen“, aber ohne gegenseitiges Vertrauen funktioniere das nicht.

Gerd Levin, Leiter der PI Ost, betont ebenfalls die Relevanz seines Präventionsteams. Und hofft darauf, dass nicht ausgerechnet in diesem Bereich irgendwann gespart werden muss. Denn nicht nur die Jugendkontaktbeamten arbeiten in Sachen Vorbeugung, sondern auch Kolleginnen wie Petra Dreier, die seit Jahren Selbstbehauptungskurse für Frauen und Mädchen anbietet. „Beratung bei häuslicher Gewalt, Stalking und Unterstützung der Zivilcourage sind Aspekte, die eine wichtige Rolle spielen“, betont die Kriminalbeamtin. Statistisch gesehen kann die polizeiliche Prävention durchaus eine positive Bilanz ziehen. „Die Zahlen in Sachen Jugendkriminalität sind rückläufig“, sagt PI-Leiter Levin.*

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