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Aus den Stadtteilen Treffpunkt Allerweg soll umgebaut werden
Hannover Aus den Stadtteilen Treffpunkt Allerweg soll umgebaut werden
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00:17 10.10.2015
Von Juliane Kaune
Auf der Wunschliste: In das Vorderhaus des Treffpunkts Allerweg soll investiert werden. Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Es gibt derzeit zwei soziale und kulturelle Einrichtungen im Stadtbezirk, bei denen der Bezirksrat Linden-Limmer nicht lockerlässt. Obwohl die Verwaltung auf Anträge und Anfragen des Gremiums zum Treffpunkt Allerweg und zum Freizeitheim Linden turnusmäßig mitteilt, dass für diese kein zusätzliches Geld vorhanden ist, geben die Stadtteilpolitiker nicht auf. Bei den Beratungen zum Haushaltsplan der Stadt unternahm der Bezirksrat in seiner jüngsten Sitzung einen neuen Anlauf - und forderte einstimmig eine umfangreiche finanzielle Unterstützung für die beiden Kultur- und Bildungsstätten: Rund 5 Millionen Euro sollen in den kommenden zwei Jahren fließen.

Der Bezirksrat kann als wichtigstes politisches Gremium in Linden-Limmer seine Änderungswünsche zum Etat einbringen, den die Stadt aufgestellt hat. Die letzte Entscheidung hat der Rat. Das Antragspaket der Stadtteilpolitiker setzt in diesem Jahr gezielte Schwerpunkte.

Treffpunkt Allerweg: Seit Jahren wird über den Umbau der Einrichtung zu einem Stadtteilzentrum für Linden-Süd debattiert. Bisher hat die Stadt aber nur Geld für die Sanierung des Hinterhauses bereitgestellt, das ab dem kommenden Jahr für rund 2,4 Millionen Euro zum Familienzentrum samt Kita ausgebaut werden soll. Für die Modernisierung des Vorderhauses, in dem das Stadtteilzentrum entstehen soll, ist aber bisher kein Geld eingeplant. „Das ist nicht vertretbar“, sagte SPD-Fraktionschef Eike Geffers. Etwa 3 Millionen Euro würde der Umbau kosten. Mit seinem interfraktionellen Antrag will der Bezirksrat erreichen, dass 2016 und 2017 jeweils 1,5 Millionen Euro gewährt werden. Er fordert zudem, dass die Stadt sich um eine Förderung des Bundes bewirbt. Auf diese Weise könnte ein Drittel der Kosten gedeckt werden, erklärte Geffers. Er und die anderen Mandatsträger dürfen sich einer breiten Unterstützung im Stadtteil gewiss sein: Ende September hatte ein Bündnis aus Politikern, Anwohnern, Vertretern von Vereinen, Kirchen und anderen Institutionen einen Aufruf zum Umbau des Vorderhauses unterzeichnet.

Freizeitheim Linden: Im kommenden Jahr soll die Stadt 100 000 Euro zur Verfügung stellen, um die Modernisierung des Gebäudes aus den Sechzigerjahren planen zu können. 2017 und 2018 soll die Verwaltung dann jeweils 1 Million Euro für die Bauarbeiten gewähren.Vordringlich sei eine Lüftungsanlage für den großen Saal und eine Sanierung der Toiletten, heißt es in dem interfraktionellen Antrag des Bezirksrats. Sorgen bereitet den Stadtteilpolitikern auch der Leerstand der früheren Bibliotheksräume. Es gebe seit Monaten eine Initiative, die dort einen „Lernort Linden“ mit Bezug zur Arbeitergeschichte des Stadtteils einrichten will, sagte Linken-Fraktionschef Dirk Machentanz. Doch noch immer lasse die Verwaltung auf eine Antwort warten. Die gab Stadtbezirksmanager Wolfgang Wescher in der jüngsten Sitzung - zufriedenstellen konnte er die Politiker aber nicht. Aus Gründen des Baurechts dürften die Räume nur übergangsweise genutzt werden, teilte Wescher mit. Derzeit proben dort Theatergruppen. In der Diskussion sei eine künftige „multifunktionale Nutzung“. Doch dafür seien Umbauten nötig, die zurzeit allerdings nicht finanzierbar seien.

Sozial-Center Linden: Der Bezirksrat fordert für die aktuell von Stellenkürzungen bedrohte Einrichtung in Linden-Nord eine Erhöhung der jährlichen städtischen Zuschüsse in Höhe von exakt 10 075 Euro. Das vom Diakonischen Werk getragene Sozial-Center in der Elisenstraße hält umfangreiche Beratungsangebote für Jugendliche, Senioren und Migranten bereit. Zurzeit unterstützt die Stadt die Arbeit mit rund 58 000 Euro. Bereits im Juli hatte der Bezirksrat sich dafür eingesetzt, den Zuschuss aufzustocken. Doch die Verwaltung lehnte ab - mit der Begründung, dass die Eckpunkte des Haushalts bereits abgesteckt seien. „Das ist eine Frechheit und eine sträfliche Missachtung der Gremien“, empörte sich Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube (Grüne) in der jüngsten Sitzung. Mit dem neuerlichen interfraktionellen Antrag will der Bezirksrat nun weiter Druck machen.

Ob diese und die weiteren Forderungen zum Haushalt erfolgreich sein werden, muss sich zeigen. In den vergangenen Jahren war der Bezirksrat mit kostspieligen Zusatzwünschen in der Regel abgeblitzt. Auch dieses Mal hat der Stadtkämmerer ein striktes Sparprogramm verordnet. Die Entscheidung über den Etat trifft am Ende die rot-grüne Mehrheit im Rat der Stadt.

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