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Viele Flüchtlinge ziehen an den Roderbruch

Östliche Stadtteile Viele Flüchtlinge ziehen an den Roderbruch

Zwölf der 30 neuen Standorte für Flüchtlingsunterkünfte, die die Stadtverwaltung jetzt vorgeschlagen hat, liegen in den östlichen Stadtteilen. Die Bezirksbürgermeister und Politiker der Bezirksräte haben vergangene Woche kurzfristig bei einer Informationsveranstaltung der Stadt von den Plänen erfahren.

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Der Parkplatz und die Grünfläche zwischen der Kita Corona und der Passage zum Roderbruchmarkt soll mit einem Gebäude für Flüchtlinge bebaut werden.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Östliche Stadtteile. Die Entscheidung liegt nicht bei den Bezirksräten, dennoch wollen die Politiker meist in nächster Zeit gemeinsam Bewertungen zu den Standorte abgeben. Die neuen Unterkünfte sind für 2016 vorgesehen - für Modulbauten kann das klappen, der Bau von Häusern wird wohl länger dauern.

Die Stadtbezirke im Einzelnen:

Buchholz-Kleefeld: Sechs zusätzliche Flüchtlingsunterkünfte schlägt die Verwaltung im Stadtbezirk Buchholz-Kleefeld vor. „Wir haben dann auf einer Luftlinie von 1,5 Kilometern fünf Standorte, die alle im direkten Einzugsbereich des Roderbruch liegen. Man kann darüber streiten, ob ein Quartier mit dieser sozialen Lage das verträgt“, sagt Bezirksbürgermeister Henning Hofmann. Und schiebt nach: „Wir kriegen das hin.“ Eine Besonderheit in Buchholz-Kleefeld: Meist sollen Festbauten entstehen. So auf städtischen Grünflächen am Dorfmarkhof (Heideviertel) und Nikolaas-Tinbergen-Weg. An der Nußriede sehen die Pläne auf einem Parkplatz mit verwildertem Grünstreifen neben der Kita Corona ein Wohngebäude vor. „Diese zugemüllte Fläche ist immer ein Ärgernis gewesen. Jetzt bekommt sie einen Nutzen“, kommentiert der Bezirksbürgermeister. Modulbauten auf Zeit will die Stadt auf einem Stück der Bezirkssportanlage am Osterfelddamm/Baumschulenallee aufstellen lassen. „Die Fläche ist nicht in bespielbarem Zustand, deshalb ist das befristet akzeptabel“, meint Hofmann. Mit dem MTV Groß-Buchholz, der die Anlage nutzt, laufen Gespräche. Der Verein engagiert sich bereits für Flüchtlinge im Oststadtkrankenhaus, Hofmann hofft auf weitere Unterstützung. Mit der bereits länger geplanten Containeranlage am Novotel in der Feodor-Lynen-Straße, in die im Herbst rund 120 Flüchtlinge ziehen, sind dies die Standorte am Roderbruch.

Außerdem geplant: In der Lathusenstraße (Kleefeld) ist bisher auf einer Kleingartenfläche mehrgeschossiger Wohnungsbau mit rund Hundert Einheiten in Vorbereitung. Der Bebauungsplan steht kurz vor dem Beschluss. „Dort ziehen dann zunächst Flüchtlinge ein“, erklärt Hofmann. Eine Containeranlage ist an der Podbielskistraße/Corinthstraße bei den Tennisplätzen neben der Käthe-Kollwitz-Schule in Groß-Buchholz vorgesehen.

Vahrenwald-List: Auf Höhe der Porsche-Niederlassung an der Podbielskistraße 115 (List) und im Karl-Imhoff-Weg (Vahrenwald) will die Stadt Unterkünfte errichten lassen. „Wenn es dazu kommt, wollen wir mit den Bürgern Unterstützerkreise gründen“, sagt Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann. An der Büttnerstraße nahe des Karl-Imhoff-Wegs sind bereits jetzt rund 80 Flüchtlinge im Hotel Aden untergebracht. „Es läuft da aber sehr ruhig und ohne Probleme.“ Die Bezirksbürgermeisterin rechnet damit, dass zunächst der Neubau für rund 60 Menschen in der Hebbelstraße im Sommer 2016 fertig wird.

Bothfeld-Vahrenheide: In Lahe hat die Stadt einen Standort an der Rendsburger Straße in direkter Nähe zur A2 ins Auge gefasst. Stadtbahn und Geschäfte sind noch halbwegs erreichbar, urteilt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg, Wohnhäuser liegen in der Nachbarschaft. Am Tennissportclub Isernhagen-Süd, Große Heide, soll ein Bolzplatz belegt werden. „Mir wäre ein Platz näher am Prüßentrift und den Geschäften lieber“, sagt Grunenberg.

Misburg : Sogenannte Modulbauten will die Stadt auf Flächen an Ludwig-Jahn-Straße und Am Forstkamp setzen. „Beides ist gut erschlossen. Bisher habe ich keine Einwände“, sagt Bezirksbürgermeister Klaus Dickneite. In Misburg-Anderten gibt es bereits mehrere Unterkünfte. „Größere Konflikte gibt es nicht, dafür aber viel Hilfe von Nachbarn. Für Misburg suchen wir weitere Bürger, die Flüchtlinge betreuen wollen.“

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