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„Vision von der total verampelten Stadt“

Südstadt „Vision von der total verampelten Stadt“

Im Bauausschuss gibt es Ärger, weil die Stadt an der Jordanstraße keinen Kreisel baut. Stattdessen soll eine neue Ampelanlage für rund 400.000 Euro entstehen. Die Linken und die Piraten sprechen sich deutlich gegen die Ampel-Lösung aus und fordern den Kreisel.

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Eine provisorische Ampel regelt den Verkehr an der Ecke von Jordanstraße und An der Weide. Die Stadt erwägt nun, dort eine Ampel fest zu installieren.

Quelle: Jans-Lottmann

Südstadt. Im Bezirksrat waren sich noch alle einig in ihrem Lob für die geplante Ampelkreuzung in der Jordanstraße: Gut sei es, dass die Stadt 400.000 Euro für die Sicherheit der Bürger ausgebe. Im Bauausschuss des Rates aber hagelte es Spott vonseiten der Piraten und der Linken. Denn eigentlich war von der Stadt dort ein Kreisel vorgesehen gewesen, der aber „aus Kostengründen“ nicht gebaut wird. Auf Nachfrage des Piraten-Ratsherrn Dirk Hillbrecht stellte sich heraus: So viel teurer als die jetzt favorisierte Lösung wäre er gar nicht gewesen. Mit der Ampel aber verschlechtert sich die Situation für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung gegenüber einem Kreisel ganz erheblich.

Seit 2010 war klar, dass an der Kreuzung Jordanstraße / An der Weide neben Sofa Loft ein Minikreisel gebaut werden soll, weil sich der Verkehr dort vervielfachen würde. Der Grund ist das Fachmarktzentrum Südbahnhof / An der Weide, das beständig wächst und durch das der Investor Aurelis eine neue Straße quasi von der Bult ins Herz der Südstadt gebaut hat, die genau an dieser Kreuzung mündet. Piraten-Ratsherr Hillbrecht machte im Bauausschuss keinen Hehl daraus, dass er den Kreisel weiterhin für die bessere Lösung gehalten hätte: „Das ist eine intelligente Möglichkeit, wie sich der Verkehr selbst reguliert.“ Doch als die Stadt vor Jahren Angebote für den Kreisel einholte, stellte sich heraus, dass er zu teuer würde - rund 500 000 Euro habe das preiswerteste Angebot betragen, sagte Planer Kai-Uwe Hauck im Bauausschuss auf Nachfragen Hillbrechts.

Die Stadt plante zunächst um und für die Kreuzung eine einfache Fußgängerampel. Die hätte, sobald es für Fußgänger auf der Jordanstraße grün würde, dem Verkehr aus den Querstraße Gelegenheit zum Fahren geboten. Kosten: 190 000 Euro, die der Investor des Fachmarktzentrums tragen muss. Doch mit dieser „Billiglösung“ zog die Verwaltung sich den Zorn des Bezirksrats zu, der mehr Sicherheit forderte (der Stadt-Anzeiger berichtete). Was jetzt kommt, ist eine Vollsignalisierung mit geschätzt 40 Lichtzeichen, drei Fußgängerfurten und zwei gesonderten Radfahrüberwegen. „Und das für die Einmündung von zwei Anwohnerstraßen und einer Fachmarktzufahrt“, spottete Hillbrecht. Linken-Fraktionschef Oliver Förste sprang ihm bei: „Ich habe allmählich eine Vision von City 2030 - es ist die einer total verampelten Stadt.“ Er spielte auf die Zunahme der Ampelanlagen etwa auf der Goethestraße oder der Hildesheimer Straße durch den Bau von Hochbahnsteigen an.

Hillbrecht verwies darauf, dass die Situation für Fußgänger und Radfahrer unbefriedigend wird an der neuen Ampelkreuzung. Während sie an Kreiseln meist durch Zebrastreifen und eine umlaufende Radbucht Vorrang haben, müssen sie nun auf grüne Signale warten. Laut Berechnung eines Ingenieurbüros werden die Wartezeiten insgesamt „noch verträglich“ sein, „insbesondere für die querenden Fußgänger und Radfahrer der Jordanstraße“ aber seien „erhöhte Wartezeiten (Qualitätsstufe D) die Folge“. Qualitätsstufen werden in der Regel von A (sehr gut) bis F (Überlastung) gemessen, das D entspricht also etwa der Schulnote 4. Planer Hauck sagte, Fußgänger müssten mit „durchschnittlich 29 bis 30 Sekunden Wartezeit“ rechnen. Durchschnittswerte allerdings gelten bei Ampelphasen als wenig aussagekräftig, weil sich auch bei abwechselnd sehr kurzen und sehr langen Wartezeiten gute Durchschnittswerte ergeben. Interessanter sind die maximalen Wartezeiten - doch das thematisierte im Ausschuss niemand.

Die Vertreter der etablierten Parteien waren sich einig, dass mit der Vollsignalisierung ein Erfolg für die Sicherheit dort erreicht sei. „Lieber an der Ampel warten als im Krankenhaus“, sagte CDU-Ratsherr Dieter Küßner. „Wir freuen uns sehr, dass es zu dieser sichersten aller Lösungen gekommen ist“, sagte SPD-Baupolitiker Ewald Nagel. Und Grünen-Verkehrsexperte Michael Dette wies darauf hin, dass die Kreuzung unregelmäßig gestaltet ist, „daher gibt es ohne Ampel eine große Unsicherheit, wer wo wann fahren darf“. Am Ende stimmte der Bauausschuss fast geschlossen für die Vollsignalanlage. Gegen eine Stimme der Linken - die Piraten haben im Ausschuss kein Stimmrecht.

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