Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Die Wasserspiele am Roderbruchmarkt liegen trocken

Groß-Buchholz Die Wasserspiele am Roderbruchmarkt liegen trocken

Aufgrund technischer Mängel hat die Stadt Anfang des Jahres den Brunnen auf dem Roderbruchmarkt absperren lassen. Seitdem verkommt die Mitte des Stadtteilplatzes. Bei einer Protestveranstaltung fanden die Quartiersbewohner deutliche Worte für die Untätigkeit der Stadt.

Voriger Artikel
Eine Wiese eigens für die Bienen
Nächster Artikel
Falsche Polizeibeamte bestehlen Seniorin

Jorge de la Guardia (li.) protestiert mit anderen Bürgern am Markt.

Quelle: Christian Link

Hannover. Die Bürger im Roderbruch sind mit ihrer Geduld am Ende. Aufgrund technischer Mängel hat die Stadt Anfang des Jahres den Brunnen auf dem Roderbruchmarkt absperren lassen. Seitdem verkommt die Mitte des Stadtteilplatzes, mittlerweile sprießt dort kniehoch das Unkraut. Bei einer Protestveranstaltung am vergangenen Freitag fanden die Quartiersbewohner deutliche Worte für die Untätigkeit der Stadt. Sie hatten ihre Aktion gezielt vor den Stadtteilspaziergang für das Beteiligungsprojekt „Mein Kiez 2030“ gelegt.

„Ich finde es eine Schande, wie das Herz des Roderbruchs jetzt aussieht“, ärgert sich ein Bürger. „Das ist eine Sauerei“, bekräftigt ein anderer Anwohner. Er könne sich nicht vorstellen, dass eine solche „Bruchbude“ auf dem Trammplatz geduldet würde. Den Bürgern im Roderbruch werde dies aber über mehrere Monate zugemutet.

Auch Wolfgang Heckeroth vom Verein Stadtteilgespräch Roderbruch, der zu dem Protest aufgerufen hatte, legt den Finger in diese Wunde. „Wir wollen, dass unser Marktplatz den gleichen Stellenwert hat wie Kröpcke oder Trammplatz“, fordert Heckeroth. Es sei beschämend, wie die Stadt mit so einem Kunstwerk umgeht. „Alle Bürger des Quartiers erfreuen sich an dem Brunnen und identifizieren sich mit dem Platz“, betont Heckeroth. Eine Nachbarin fügt hinzu: „Gerade wenn die Stadt das Negativimage des Roderbruchs verbessern will, muss sie solche Dinge beheben.“

Der Brunnen am Roderbruchmarkt wurde 1980 von der Firma Gundlach für das zu dieser Zeit noch junge Viertel gestiftet. Der spanische Bildhauer Jorge de la Guardia hat das Kunstwerk geschaffen. „Damals hatten wir noch die Illusion, dass der Brunnen viele Generationen begeistern würde“, sagt der Künstler, „jetzt steht er da wie ein Kadaver, das macht mich traurig.“

Der rostfreie Edelstahl an der Oberfläche hat laut la Guardia eine Lebensdauer von etwa 200 Jahren, aber offenbar sei die Wanne im Untergrund nicht richtig verbaut worden. „Die Bäume rund um den Brunnen haben 35 Jahre lang dagegen gedrückt, sie sind zu groß für diesen kleinen Bereich“, schätzt der Künstler.

In den vergangenen Jahren traten immer wieder technische Störungen am Brunnen auf, schließlich stellte die Stadt schwere Mängel fest und sperrte ihn komplett ab. Die Sanierungskosten betragen laut Stadtverwaltung insgesamt 120 000 Euro. Davon entfallen 40 000 Euro auf den Ersatz der Bäume sowie das Wiederherstellen von Blumenbeeten und Pflasterung.

„Wir haben den Missstand wahrgenommen und nehmen das in unsere Konzeption für den Stadtbezirk auf“, sagt Stadtplaner Markus Westhoff nach zahlreichen Redebeiträgen. Hoffnungen auf eine Beschleunigung des Zeitplans macht er jedoch nicht: „Die Stadtverwaltung ist kein Blitz.“ Oberbürgermeister Stefan Schostok hatte bei der Einwohnerversammlung Buchholz-Kleefeld im März zunächst nur die Brunnensanierung für 2015 in Aussicht gestellt - und dies auch erst Ende des Jahres. Die Bäume sollen bis 2017 nach und nach von der Ausbildungskolonne des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün ausgetauscht werden.

Auf Anfrage des Stadt-Anzeigers bestätigt Rathaussprecher Alexis Demos, dass sich daran nichts geändert hat. „Ziel ist weiterhin, die Bauarbeiten im zweiten Halbjahr dieses Jahres zu erledigen“, sagt Demos. Derzeit liefen Planung und Abstimmung der Sanierung. Den Aktivisten aus dem Roderbruch dauert das aber viel zu lange. „Wir wollen, dass die Sanierungsarbeiten sofort beginnen und schnellstens zu Ende geführt werden“, fordert Heckeroth.

Symbol für die Freiheit

Der Brunnen am Roderbruchmarkt stammt vom spanischen Bildhauer Jorge de la Guardia, der 1961 nach Deutschland kam. Das Kunstwerk trägt den Namen „Machu Picchu“ in Anlehnung an die gleichnamige Inka-Stadt im Hochgebirge der Anden. „Machu Picchu war ein Symbol für die Freiheit, hier im Roderbruch soll es für die Freiheit der Völker stehen“, erklärt der 78-jährige Spanier.

„Beim Entwurf habe ich mich an der minimalistischen Bauart der Inkas orientiert.“ Seit 1975 hat la Guardia eine Werkstatt am Engelbosteler Damm, die von der Firma Gundlach zur Verfügung gestellt wird. Der damalige Geschäftsführer Peter Hansen, der immer noch Gesellschafter des Familienunternehmens ist, gilt als Freund und Förderer des Spaniers. Sieben von la Guardias Werken stehen in Hannover, das wohl bekannteste ist die Großplastik „Durchdrungene“ (1978) vor der Handwerkskammer an der Berliner Straße. Neben der Bildhauerei beschäftigt sich la Guardia mit Malerei und Flamenco-Musik. 2005 wurde ihm vom spanischen Staat der „Ehrenorden für besondere Dienste“ verliehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr Aus den Stadtteilen

Sie wollen auch einen kleinen Beitrag leisten, um Flüchtlingen in der Region zu helfen? Dann sind Sie hier genau richtig. Das HAZ-Portal "Hannover hilft" bringt freiwillige Helfer aus der Bevölkerung und die professionellen Hilfsorganisationen zusammen – damit die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird. mehr

Wann finden in Hannover die Wochenmärkte statt? Eine Übersicht mit allen Märkten in den Stadtteilen.

Hier finden Sie die Telefonnummern der Ärztlichen- und Technischen Notdienste der Stadt Hannover sowie aller Lebenshilfeeinrichtungen.

An welchen Tagen kann in Hannover und der Region 2016 sonntags eingekauft werden? Eine Übersicht der Verkaufsoffenen Sonntage haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wann und wo gibt es Floh- und Trödelmärkte sowie Basare in Hannover und der Region? Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.