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Aus den Stadtteilen Wo die Briefträger ihren Durst stillten
Hannover Aus den Stadtteilen Wo die Briefträger ihren Durst stillten
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00:17 17.08.2015
Der gesamte Innenraum wurde im vergangenen Jahr aufwendig modernisiert. Wo sich einige Jahre chinesische, griechische und italienische Restaurants versuchten, wird heute wieder traditionelle deutsche Küche serviert. Quelle: Mario Moers
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Hannover

Der schönste Sommerausflug wird noch schöner, wenn am Ziel ein Biergarten lockt. Dieser These dürfte auch Jobst Anton von Hinüber zugestimmt haben, als er 1766 den Hinüberschen Garten errichten ließ. Ein zünftiges Ausflugslokal in den Klosterforst zu bauen, hat der damalige Amtmann des Klosters Marienwerder gleichwohl versäumt. Um die anständige Versorgung der Ausflügler kümmert sich seit einem Jahr der Waldkauz. Nachdem ein neuer Besitzer die ehemalige Klosterschänke im vergangenen Jahr modernisiert hat, überzeugt das Restaurant seine Besucher mit deutscher Küche.

„Früher haben sich hier die Briefträger nach ihren Touren getroffen. Die erste Runde ging auf die Wirtin“, erinnert sich Eddie Schulz. Der Senior ist mit einer Gruppe Radwanderer aus Schloß Ricklingen im Waldkauz eingekehrt. Die Gaststätte sei ursprünglich eine Poststation gewesen, weiß er. Wo früher die Beamten ihren Durst stillten, brummte nach dem Zweiten Weltkrieg die Klosterschänke. An schönen Tagen soll es lange Schlangen vor dem Tresen gegeben haben. In den Achtzigerjahren übernahm die Gastronomiegesellschaft Hensoldt, Kirchner & Partner die Gaststätte. Die Firma betreibt unter anderem die Biergärten am Waterloo und am Lister Turm. Später zogen ein Italiener, ein Grieche und zuletzt ein Chinese in das Gebäude. „Das Drama beobachten wir nunmehr seit einigen Jahren. Schöne Lage, schlechtes Essen“, konstatierte ein Gast 2012 auf einer Bewertungsseite im Internet.

Waldkauz überzeugt durch geschmackvolles Interieur

Seither hat sich einiges getan. Besonders der modernisierte Innenraum des Waldkauz überzeugt durch geschmackvolles Interieur, das trotz des urigen Namens keinesfalls altbacken ist. Der Biergarten ist guter hannoverscher Standard mit einer großen Leinwand für Fußball-Übertragungen. In direkter Nähe zu Kloster, Park, Forst und Leineaue ist er idyllisch im Schatten alter Bäume gelegen. Es scheint, als seien im Waldkauz gute Voraussetzungen geschaffen worden, um an die lange Tradition der Gaststätte anzuknüpfen.

Am Sonntagvormittag sind der idyllische Klosterforst und der Hinübersche Garten voller Radfahrer und Spaziergänger. Die wechselvolle Geschichte der Traditionsgaststätte an der Garbsener Landstraße haben viele verfolgt. „Über Jahre wurde es heruntergewirtschaftet. Mit dem Besitzerwechsel hat der Laden wieder eine Qualität bekommen“, findet Thomas Meier. Der Havelser, der mit seinem Sohn durch den Wald radelt, ist seitdem einige Male im Waldkauz eingekehrt. „Das Essen ist gut“, resümiert er. Seine Einschätzung teilen auch andere Ausflügler.

Mit seiner Ausrichtung auf deutsche Küche scheint das Ausflugslokal zu alter Stärke zurückzufinden. „Schnitzel und saisonale Gerichte sind unsere Spezialität“, erklärt der neue Betreiber Michael Hundertmark, der mit seinem Lebenslauf eher zurückhaltend ist. Er blickt in Hannover auf eine 27-jährige Karriere in der Gastro-Branche zurück, erzählt der Unternehmer kurz angebunden. Hundertmark war unter anderem am ­Georxx am Georgsplatz und am Big Burger an der Osterstraße beteiligt. Nun gibt er im Klosterforst den Waldkauz.

Am Sonntagmorgen ist der Biergarten gut gefüllt

Am Sonntagmorgen ist der Biergarten gut gefüllt. Der Renner sind die „Pfifferlinge mit Rührei“ von der Karte der Saison für 13,90 Euro. Wer ein paniertes Schnitzel vom Kalb dazu ordert, bezahlt 24,50 Euro.

Die Gaststätte Waldkauz liegt an der Garbsener Landstraße 12 in Marienwerder. In unmittelbarer Nähe verläuft der Radwanderweg „Grüner Ring“, der 80 Kilometer rund um Hannover führt. Geöffnet ist das Restaurant von Mittwoch bis Freitag ab 11.30 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr. Für das Frühstücksbüfett am Sonnabend und Sonntag wird um eine Reservierung gebeten. Die Telefonnummer lautet (05 11) 2 71 36 46.

Von Mario Moers

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