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100 Wohnungen in alter Landesfrauenklinik

Nordstadt 100 Wohnungen in alter Landesfrauenklinik

In der ehemaligen Landesfrauenklinik in der Nordstadt sollen rund 100 Wohnungen entstehen. Die Eigentumsverhältnisse sind seit kurzem geregelt: Bisher sollte das Krankenhaus an die Stadt zurückfallen, sobald die Region es nicht mehr für Patienten braucht. Die Region behält es nun aber und kann es veräußern.

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Am Haupthaus und den Nebengebäuden der ehemaligen Landesfrauenklinik bestechen viele Details.

Quelle: Marta Krajinovic

Hannover. In der ehemaligen Landesfrauenklinik in der Nordstadt sollen rund 100 Wohnungen entstehen. Die Fachbereichsleiterin Wirtschaft der Stadt, Kay de Cassan, bestätigte im Bezirksrat Nord kürzlich, dass Interessenten das Gebäude erwerben und in ein attraktives Wohnprojekt umwandeln wollen. Das historische Gebäude mit seinem markanten wappenverzierten Giebel und einem filigranen Glockenturm umfasst 9000 Quadratmeter Nutzfläche, außerdem einen weitläufigen Garten.

Bisher sollte das imposante Krankenhausgebäude wieder an die Stadt zurückfallen, sobald die Region Hannover es nicht mehr zur Versorgung von Patienten braucht. Stadt und Region haben sich jedoch zu einer Art Tauschgeschäft entschlossen. Die Stadt bekommt das baurechtlich durchaus komplizierte Gelände des alten Oststadtkrankenhauses zur Vermarktung. Die Region behält im Gegenzug die Klinik in der Nordstadt und kann sie ihrerseits veräußern.

Bis jetzt ist auf dem Gelände am Herrenhäuser Kirchweg 5 baurechtlich nur eine Nutzung als Krankenhaus vorgesehen. Doch das kann sich bald ändern. Der Rat hat dem Tauschgeschäft kürzlich zugestimmt. Die Stadt hat die Fläche außerdem in ihrem langfristigen Wohnbaukonzept verankert. Immobilienentwickler stehen spätestens seit 2011 in den Startlöchern, als bekannt wurde, dass die Region das geschichts­trächtige Haus verkaufen will.

Neubauten auf dem gegenüberliegenden Gelände des Klinikums Nordstadt machen das altehrwürdige Gebäude inzwischen tatsächlich verzichtbar. „Wir brauchen es nicht mehr“, sagt Klinikumssprecher Bernhard Koch. Anfang Mai seien die letzten Abteilungen ausgezogen. Die Stadtverwaltung geht bisher davon aus, dass rund 90 Wohneinheiten in dem Gebäudekomplex entstehen könnten. Zuvor muss jedoch der Bebauungsplan geändert werden, was mindestens ein Jahr, in der Regel jedoch länger, dauert.

„Die Fassade des Hauptgebäudes wird erhalten bleiben. Sie steht wie die Kapelle unter Denkmalschutz“, erläuterte Ingeborg Lampe-Fuhst, im Fachbereich Stadtplanung zuständig für den Stadtbezirk Nord. Gemeinsam mit der ehemaligen Kapelle und den Zäunen bildet das Haupthaus eine Gruppe von Denkmälern. Der Denkmalschutz gilt nach Auskunft der Stadt grundsätzlich sogar für das gesamte Klinikgebäude. Die Denkmalpfleger legen dabei ganz besonders Wert auf die Fassaden, das Treppenhaus im Inneren des Haupthauses sowie auf die Einfriedungen des Grundstücks.

Im Bezirksrat äußerte CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann die Sorge, dass in der Nordstadt nur noch hochwertiger, also teurer, Wohnungsbestand entstehe. „Es ist lobenswert, dass da etwas geschieht, aber wir brauchen auch Wohnraum für mittlere und untere Einkommensgruppen“, sagt Jagemann. Die Nordstadt sei schließlich eigentlich das Studentenviertel Hannovers. Auch das neu entstehende private Studentenwohnheim Am Kläperberg bewege sich eher im oberen Preissegment.

Das nach den Plänen des Architekten Carl Wolff gebaute Krankenhaus wurde 1903 eröffnet - zunächst als Provinzial-Hebammenlehranstalt. Seit 1949 hieß das Haus Landesfrauenklinik. Zwischen 1960 und 1980 wurde jedes vierte hannoversche Kind dort geboren. Die Stadt übernahm die Klinik 1991 vom Land, vor zehn Jahren ging die Trägerschaft auf die Region über.

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