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Aus den Stadtteilen Wohnhaus für Flüchtlinge entsteht
Hannover Aus den Stadtteilen Wohnhaus für Flüchtlinge entsteht
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00:16 29.08.2015
Von Bärbel Hilbig
Die Kellerräume der neuen Flüchtlingsunterkunft an der im Bildhintergrund sichtbaren Kopernikusstraße sind schon gut erkennbar. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Nordstadt

Ende Juni - und damit später als vorgesehen - haben die Bauarbeiten am geplanten Flüchtlingswohnheim in der Kopernikusstraße begonnen. Der Baustart war ursprünglich für Mai angekündigt. Die Kellerwände für das Wohnhaus in direkter Nachbarschaft zum Rewe-Markt stehen inzwischen. „Als nächstes wird die erste Decke gegossen“, erläutert Ursula Schroers, zuständige Geschäftsstellenleiterin bei der Gesellschaft für Bauen und Wohnen (GBH). Das Gebäude, das später auch als Wohnhaus mit Mietwohnungen umgenutzt werden könnte, soll inklusive Parterre vier Geschosse erhalten.

Die städtische Tochtergesellschaft GBH lässt im Auftrag der Stadt an mehreren Stellen Wohnheime für Flüchtlinge bauen. Den Auftrag für zehn Flüchtlingsunterkünfte hat die städtische Immobiliengesellschaft im Jahr 2013 erhalten, das erste Haus für rund 50 Asylbewerber eröffnete im April 2014 in der Straße Am Annateich in Kleefeld, ein weiteres später am Eichenweg in Bothfeld. Die Fertigstellung des Wohnheims in der Kopernikusstraße ist für März 2016 geplant.

Das jetzt entstehende Wohngebäude in der Nordstadt wird insgesamt rund 1066 Quadratmeter Wohnfläche für die Flüchtlinge bieten. Es sollen voraussichtlich 14 Wohneinheiten für jeweils vier Personen eingerichtet werden. Außerdem sind im Erdgeschoss 67 Quadratmeter Bürofläche für die Betreiberfirma vorgesehen. Dort sollen die Betreuer für die Hausbewohner ihre Arbeitsplätze haben. Gemeinschaftsräume wie in anderen Flüchtlingswohnheimen wird es dagegen nicht geben, denn die Stadtverwaltung hat vorgesehen, dass das Gebäude in der Kopernikusstraße als Wohnprojekt geführt wird. In dieser Art von Unterkunft wohnen Flüchtlinge, die ihr Leben bereits in stärkerem Maße selbst organisieren können. „Das heißt, es werden Menschen dort unterkommen, die schon etwas länger hier leben und die deshalb keinen so hohen Bedarf an Unterstützung haben wie Neuankömmlinge“, erläutert die GBH-Geschäftsstellenleiterin.

Außerdem sind im Erdgeschoss des Neubaus 150 Quadratmeter Nutzfläche für Gewerbe eingeplant. Bisher steht noch nicht fest, welche Firma oder Organisation sich dort einmieten wird. „Das Gebäude kann später mit relativ wenig Aufwand in ein Haus mit normalen Mietwohnungen umgewandelt werden“, erklärt Ursula Schroers. Wenn das Haus eines Tages nicht mehr zur Unterbringung von Flüchtlingen gebraucht wird, kann es Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen mit knapp 40 bis gut 70 Quadratmetern Größe bieten. Das Gebäude ist jetzt aber zunächst für zehn Jahre als Flüchtlingsunterkunft vorgesehen.

Wohnen für Studenten: Die GBH hat für den Bau der Flüchtlingsunterkunft ein längliches Grundstück von der Stadt übernommen, das sich an der Kopernikusstraße von der Alten Ladestraße bis zum Weidendamm erstreckt. Am anderen Ende des Geländes plant die Immobiliengesellschaft an der Ecke zum Weidendamm ein mehrstöckiges, L-förmiges Wohngebäude. Dort will die GBH 80 bis 100 Wohnungen unterbringen, die vor allem auf Studenten und auch Auszubildende als Mieter zielen. Einige Wohnungen werden behindertengerecht gebaut.

Die geplanten „Mikro-Apartments“ sollen maximal 30 Quadratmeter groß sein und keine Balkone bieten - damit die Miete erschwinglich bleibt. Bad und Küche sind in die Ein-Zimmer-Wohnungen integriert, eine Möblierung ist aber nicht geplant. „Studentisches Wohnen wird noch zu wenig angeboten. Uns scheint der Standort dafür gut geeignet“, sagt Schroers.

Im Erdgeschoss ist eine Gewerbefläche vorgesehen. „Einzelhandel ist dort ausgeschlossen. Die Räume kommen aber für eine soziale Einrichtung infrage“, erläuterte Stadtplanerin Edda Rabe kürzlich im Bezirksrat Nord. Nach Auskunft von Ursula Schroers gibt es bereits Interessenten. „Einzelhandel wäre wegen der fehlenden Anfahrtmöglichkeit schwierig.“

Die Bauarbeiten sollen 2016 beginnen. Aktuell sind fünf Architekturbüros aufgefordert, Gestaltungsvorschläge einzureichen. Im Jahr 2017 will die GBH das Haus, das sie im eigenen Bestand behält, eröffnen.

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