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Vahrenheide Connox packt die Umzugskartons
Hannover Aus den Stadtteilen Vahrenheide Connox packt die Umzugskartons
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02:15 12.03.2016
Von Ingo Rodriguez
Firmengründer Thilo Haas (v. l.) tauscht sich im Packbereich mit den Mitarbeitern Simon Jepson und Sebastian Schmiedler aus. Quelle: Ingo Rodriguez
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Vahrenheide

Es ist ein einfaches Geschäftsmodell, aber schon zehn Jahre nach dem Markteinstieg ist die noch junge Firmenhistorie von Connox eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Allein die nüchternen Zahlen des Onlineversandhandels für Markenmöbel und Einrichtungsgegenstände sprechen für sich: Am Standort im Industriegebiet Alter Flughafen sind inzwischen 70 Mitarbeiter beschäftigt, 10 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr, zweistellige Wachstumszahlen - im jüngsten Weihnachtsgeschäft verließen täglich bis zu 2000 Pakete mit Design-Möbeln und Wohnaccessoires die rund 2400 Quadratmeter große Lagerhalle an der Eckenerstraße.

Doch ausgerechnet der anhaltende Geschäftsboom ist es, der Connox jetzt nicht nur sprichwörtlich in die Enge treibt: „Unser Lager platzt aus allen Nähten. Wir haben die Räume nach nur fünf Jahren am Standort im vergangenen Sommer wieder gekündigt und suchen immer noch nach einem neuen Firmensitz“, sagt Thilo Haas, einer der beiden Firmengründer und Geschäftsführer. Erst vor wenigen Tagen erlebten Haas und Geschäftspartner Kristian Lenz wieder eine unangenehme Überraschung: Absage für eine Halle in der näheren Umgebung. „Der Markt an Hallen ist wegen der städtischen Suche nach Flüchtlingsunterkünften wie leer gefegt. Die Stadt muss dem Vermieter ein nicht auszuschlagendes Angebot gemacht haben“, sagt Haas. Er hat Verständnis für die Situation. Und die beiden Geschäftsführer sind zuversichtlich: „Ein wenig Zeit haben wir ja noch, bis der Mietvertrag im Sommer ausläuft. Und es gibt ja auch außerhalb der Stadt einige geeignete Flächen“, sagt Haas.

Trotzdem: Connox würde sehr gern in der näheren Umgebung bleiben. „Die Nähe zur Autobahn ist für den Versandhandel und Paketdienste ideal. Wir haben aber auch ein junges Team mit vielen Aushilfskräften aus Hannover - für die müssen wir gut erreichbar sein“, sagt Haas. Erst vor wenigen Monaten hat Connox zwar in der Nähe des bisherigen Standorts ein rund 500 Quadratmeter großes Zusatzlager angemietet - doch der Platz reicht einfach nicht aus. „Wir haben inzwischen rund 15 000 Produkte im Sortiment, etwa 450 Liferanten, und wir haben etwa 70 Prozent der Waren immer auf Lager, damit Bestellungen schon am Folgetag ausgeliefert werden können“, sagt Haas.

Dabei hat alles ganz klein angefangen - im Jahr 2005 bei einem Ehemaligentreffen von Abiturienten aus Burgdorf, genau zehn Jahre nach dem gemeinsamen Schulabschluss. „Es war erst nur eine Schnapsidee“, sagt der 40-jährige Haas und schmunzelt. Mitschüler Lenz - ein Betriebswirt mit guten Kontakten in der Branche - hatte den studierten Experten für Informationstechnologie Haas bei dem Treffen zu späterer Stunde gefragt, ob er ihm einen Onlineshop programmieren könne. Schnell war man sich über einen gemeinsamen Onlinehandel für Wohn­accessoires einig. „Wir haben in der List 2005 in einer alten Postfiliale auf rund 180 Quadratmetern mit einem Regal und zehn Produkten begonnen“, erinnert sich Haas.

Was bedeutet eigentlich der Name Connox? „Wir haben eine markante Buchstabenkombination gesucht, damit wir bei Google weit oben stehen - Suchmaschinenoptimierung“, sagt Haas. Auch eine selbst entwickelte Software für Internetversandhandel habe viel zum Erfolg beigetragen - und eine einstellige Retourenquote. „Da wäre Zalando froh drüber“, sagt Haas - und er betont: bislang ist alles eigenfinanziert, aus dem laufenden Geschäft aufgebaut.“

Ein Ende des rasanten Wachstums ist derzeit wegen der fortschreitenden Internationalisierungsbemühungen offenbar auch nicht absehbar. Nach den Internetadressen connox.de und connox.com sowie connox.at für Österreich ist nun auch eine französische Variante der Internetseite freigeschaltet worden. Domains und Ländershops für Luxemburg, Belgien, die Schweiz, Spanien und die Niederlande sollen in diesem Jahr noch folgen - inklusive einer Kundenbetreuung am Standort durch Muttersprachler und Berücksichtigung von Landeswährungen.

Auch deshalb sind Pläne für einen Neubau inzwischen schon wieder vom Tisch. „Wegen des starken Wachstums habe wir davon Abstand genommen. Wir arbeiten in einem hochdynamischen Verdrängungsmarkt, das geplante Gebäude wäre schon wieder zu klein gewesen“, sagt Haas. Verworfen hat Connox auch die Idee, einen Schauraum mit Warenpräsentation einzurichten. „Wir konzentrieren uns auf den Onlinehandel“, betont Haas.

Inzwischen hat das Gründerduo die Suche nach einem neuen Standort räumlich ausgeweitet. „In Anderten gibt es auch ein nahe gelegenes Verteilzentrum für Paketdienste, auch Langenhagen wäre eine Lösung“, sagt Haas.

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