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Stadt lässt Immobilie seit 2012 leer stehen

Vahrenheide Stadt lässt Immobilie seit 2012 leer stehen

Der Bezirksrat fordert die Renovierung und Neuvermietung des ehemaligen Camp-Mädchenhaus in Vahrenheide. In Zeiten der Flüchtlingskrise sollte ein solches Gebäude nicht leer stehen, meinen die Politiker.

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Hannover. Die Stadt Hannover scheut derzeit kaum Kosten und Mühen, um Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu schaffen. Während sie andernorts im Stadtgebiet teure Immobilien und Grundstücke kauft, lässt sie an der Peter-Strasser-Allee in Vahrenheide ein ehemaliges Wohnhaus im eigenen Besitz leer stehen. „Das Objekt befindet sich in einem nicht vermietbaren Zustand“, sagt Stadtbezirksmanagerin Martina Raab. Selbst als Kleiderkammer für die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit sei das Gebäude ungeeignet. Pläne für die weitere Zukunft des ehemaligen Mädchenhauses des Jugendzentrums Camp hat die Stadt offenbar nicht.

Bezirksratsherr Heval Yilmaz (Linke) hatte das Thema in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide aufgegriffen und nachgefragt: „Kann die Verwaltung sich grundsätzlich vorstellen, dass das ehemalige Mädchenhaus Camp für die Flüchtlingsarbeit nutzbar ist?“ Verwaltungsmitarbeiterin Raab verneinte diese Anfrage. „Nach Aufgabe seiner ursprünglichen Nutzung hat das Haus seinen Bestandsschutz verloren“, sagte sie. Daraufhin habe die Stadt die wesentlichen Versorgungsleitungen für das Haus gekappt. Seitdem sei das Gebäude aus bauordnungsrechtlichen Gründen weder für die Freizeitgestaltung noch für den Aufenthalt geeignet.

Das Gebäude war früher das Wohnhaus für die Leitung des Jugendzentrums Camp, seit 2012 steht es leer. „Als reine Lagerfläche kann das Objekt nur mit einem erheblichen baulichen Aufwand wiederhergestellt werden“, sagte Raab. Kosten nannte die Stadtbezirksmanagerin nicht.

Bei den Bezirksratsmitgliedern sorgten diese Aussagen für Unverständnis. „Es ist ja klar, dass das Gebäude in schlechtem Zustand ist, wenn alle Leitungen gekappt wurden, die für den Erhalt nötig sind“, ärgerte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende Imke Knoll. Der FDP-Bezirksratsherr Thomas Fischer stöhnte: „Fällt der Stadt nichts Besseres ein, als immer nur zu sagen: Wir haben keine Verwendung für das Haus?“ Er vermutet Kalkül. „Die Stadt lässt das Gebäude absichtlich verfallen, um es nachher abreißen zu lassen“, unterstellte er der Verwaltung. Und ein Bürger warf der Landeshauptstadt angesichts des dauerhaften Leerstands sogar die Verschwendung von öffentlichem Geld vor. „Wer übernimmt die Verantwortung für den haushaltsrechtlichen Schaden durch den Einnahmeverlust?“, fragte der Anwohner.

Derzeit befindet sich das Gebäude noch im Besitz des städtischen Fachbereichs Soziales. Die Behörde könne sich zwar grundsätzlich eine Vermietung vorstellen, räumte Raab ein. Allerdings müsste vorher „einiges am Gebäude gemacht werden“. Zudem müsse ein Verein oder eine soziale Einrichtung die Trägerschaft für das Haus übernehmen. „Es muss sich jemand um das Gebäudemanagement und den Betrieb kümmern“, sagte Raab. „Ehrenamtliche können so ein Gebäude nicht allein betreiben.“

Die Kirchengemeinde und andere soziale Träger hätten allerdings schon abgewinkt. „Sie sehen sich dazu zunächst nicht in der Lage“, berichtete die Stadtbezirksmanagerin.

Von Christian Link

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Vahrenheide in Zahlen
  • Stadtbezirk : Bothfeld-Vahrenheide, 3. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 47.534
  • Einwohner je Stadtteil: Bothfeld (20.376 Einwohner), Sahlkamp (13.623 Einwohner), Vahrenheide (9.090 Einwohner), Isernhagen-Süd (2.729 Einwohner) und Lahe (1.716 Einwohner) (Stand 2011).
  • Bevölkerungsdichte : 1.549 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30657, 30659
  • Markantes aus der Geschichte: Der Stadtteil hat seinen Namen von der Vahrenwalder Heide. Hier soll am 18. August 1903 Karl Jatho einen der ersten Motorflüge der Welt vollbracht haben. Einige Jahre später schuf die Reichswehr hier einen Flugplatz, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg der Flughafen Hannover-Vahrenwald entstand. Der Flughafen wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach nicht wieder in Betrieb genommen.
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