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Peinliche Panne: Stadt repariert falsche Terrasse

Schule in Vahrenheide Peinliche Panne: Stadt repariert falsche Terrasse

Pleiten, Pech und Pannen: Seit Monaten ist die Terrasse der hannoverschen Fridtjof-Nansen-Schule wegen morscher Holzbohlen gesperrt. Nach Abschluss vermeintlicher Reperaturarbeiten stellte sich heraus – die Stadt hat das falsche Gebäude instand gesetzt.

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Panne bei der Stadt: Anstelle der defekten Holzterrasse vor der Mensa reparierten die Mitarbeiter das Forum neben der Sporthalle.

Quelle: Schwarzenberger/Archiv

Hannover. Zwei offene Baustellen überschatten den Start des Schuljahres an der Fridtjof-Nansen-Schule in Vahrenheide. Die Ganztagsgrundschule an der Leipziger Straße leidet immer noch unter akuter Raumnot, weil zwei Klassencontainer nicht wie angekündigt in den Sommerferien aufgestellt wurden. Außerdem hat eine Pannenserie beim städtischen Fachbereich Gebäudemanagement dafür gesorgt, dass die Holzterrasse vor der Mensa seit Monaten abgesperrt ist.

Die SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat Bothfeld-Vahrenheide hatte jüngst bei der Verwaltung wegen der gesperrten Holzterrasse nachgehakt. „Die Holzbohlen sind morsch oder weggebrochen“, sagte SPD-Bezirksratsherr Kai Marc Depenbrock während der vergangenen Bezirksratssitzung. Das sei nicht nur für die Schule, sondern besonders auch für den AWO-Hort ärgerlich. „Ganz wichtig für den Hort war und ist der Zugang zur Freifläche“, betonte er.

Problem bei der Stadt bekannt

Bei der Stadt ist das Problem seit Längerem bekannt, allerdings hatte sie bei dessen Lösung bislang kein Glück. Wie Bezirksratsbetreuer Dietmar Krebs berichtete, war die erste Schadensmeldung im April dieses Jahres beim Fachbereich Gebäudemanagement eingegangen. „Irrtümlicherweise ging man davon aus, dass es sich um das frei stehende Forum im Bereich der Sporthalle handelte und veranlasste dort Reparaturarbeiten“, sagte Krebs.

Das Forum an der Sporthalle war offenbar ebenfalls marode, denn dem zuständigen Fachbereich fiel die Verwechslung zunächst gar nicht auf. Erst als sich der Hausmeister der Fridtjof-Nansen-Schule wieder bei der Stadt meldete, nahm diese die richtige Terrasse ins Visier - jedoch erfolglos. „Eine Reparatur durch ABM-Kräfte schlug leider fehl“, berichtete Krebs, ohne die Umstände des Scheiterns genauer auszuführen.

Stadt ist unzufrieden mit Material

Angesichts der Tatsache, dass die Holzterrasse beim Ausbau der Fridtjof-Nansen-Schule für die Ganztagsbetreuung im Jahr 2012 grundlegend saniert worden ist, ist die Stadt mit dem verwendeten Material - ein sogenanntes Thermoholz - ziemlich unzufrieden. Ein zwischenzeitlich angedachter Komplettaustausch der Holzlatten ist aber offenbar vom Tisch. Innerhalb der nächsten zwei Wochen will die Stadt die Reparatur endlich durchziehen.

Schulleiter Karsten Heilmann übt sich unterdessen in Geduld. Die Reparatur der Holzterrasse ist nicht das Einzige, worauf der Rektor wartet. Schon in den Sommerferien wollte die Stadt auf dem Pausenhof eine Klassencontaineranlage für zwei allgemeine Unterrichtsräume aufstellen, um auf die gestiegenen Schülerzahlen zu reagieren.

Zwei Klassenräume fehlen

Weil die Ausschreibungen länger dauerten als gedacht, konnte die Modulanlage bislang nicht aufgebaut werden, sodass effektiv zwei Klassenräume fehlen. Der Notstand wird noch einige Wochen andauern. „Die Anlage kann erst unmittelbar nach den Herbstferien in Betrieb genommen werden“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. In der Zwischenzeit versucht die Schule, das Problem kreativ zu lösen. „Wir nutzen die Aula als Klassenraum und schauen genau, welche Klassenräume gerade frei sind.“ Der Stadt macht der Schulleiter trotz der erheblichen Verzögerungen keine Vorwürfe. „Wir versuchen lieber, lösungsorientierte Wege zu finden“, sagt Heilmann.

Von Christian Link

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Vahrenheide in Zahlen
  • Stadtbezirk : Bothfeld-Vahrenheide, 3. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 47.534
  • Einwohner je Stadtteil: Bothfeld (20.376 Einwohner), Sahlkamp (13.623 Einwohner), Vahrenheide (9.090 Einwohner), Isernhagen-Süd (2.729 Einwohner) und Lahe (1.716 Einwohner) (Stand 2011).
  • Bevölkerungsdichte : 1.549 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30657, 30659
  • Markantes aus der Geschichte: Der Stadtteil hat seinen Namen von der Vahrenwalder Heide. Hier soll am 18. August 1903 Karl Jatho einen der ersten Motorflüge der Welt vollbracht haben. Einige Jahre später schuf die Reichswehr hier einen Flugplatz, aus dem nach dem Ersten Weltkrieg der Flughafen Hannover-Vahrenwald entstand. Der Flughafen wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach nicht wieder in Betrieb genommen.
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