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Vahrenwald Die Kunst vom Führen und Folgen
Hannover Aus den Stadtteilen Vahrenwald Die Kunst vom Führen und Folgen
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00:15 05.12.2015
Individueller Stil: Chris Vogt entdeckte in New York den Steptanz und Swing – und übertrug das Follow-and-Lead-Prinzip auf Standardtänze. Foto: Scheiwe Quelle: scheiwe
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Vahrenwald

Stolz zeigt Chris Vogt auf zwei Zeichnungen. Mit goldenem Edding sind zwei Figuren auf eine dunkle Wand gemalt, eine davon hält lässig eine Gitarre in der Hand. „Die hat Purple Schulz hier extra hingemalt“, erzählt der Inhaber des Tanzhauses Step by Step in Vahrenwald. Und der deutsche Popsänger war nicht der einzige prominente Gast im Tanzhaus. Im Laufe der 20 Jahre, in denen Vogt sich hier sein kleines Tanzimperium aufgebaut hat, sind einige Stars für Auftritte vorbeigekommen. Davon zeugen auch die vielen Unterschriften auf der Promi-Wand, an der auch Purple Schulz sich verewigt hat.

Denn Vogt, der das von außen unscheinbare Tanzhaus mit nur 23 Jahren eröffnete, fährt ein anderes Konzept als viele klassische deutsche Tanzschulen. Nach einer Ausbildung als Tanzlehrer, die eigentlich nur als Übergangslösung zum geplanten Musikstudium diente, wollte er zwar etwas mit Tanzen machen - aber irgendwie anders als die anderen. „Mir war der Standard- und Turniertanz in Deutschland zu choreografiert, zu wenig frei“, erzählt er.

Ein entscheidendes Erlebnis für seine Zukunft war das Treffen mit dem New Yorker Steptanz-Star Tamangoh. „Der hat mich nach New York eingeladen und zeigte mir seine Steptanz-Welt.“ Vogt war begeistert - und lernte in New York das Step- und Swingtanzen. So kam es auch, dass das Swingtanzen in seinem Tanzhaus ein großer Schwerpunkt ist. Das wirklich Besondere ist aber: „Wir übertragen die Follow-and-Lead-Technik vom Swingtanzen auch auf Standardtänze wie den Walzer“, so Vogt. Das bedeutet: Frauen und Männer lernen größtenteils keine Schrittabfolgen mehr, sondern der Mann muss das Führen so gut lernen, dass er theoretisch gesehen auch mit Frauen tanzen kann, die noch nie getanzt haben. Die Frauen könnten dafür ganz individuell Figuren einbauen, sagt Vogt.

Doch bis er ausschließlich auf dieses Konzept vertraute, brauchte es etwa zehn Jahre und zwei Fast-Insolvenzen. „Ich habe immer versucht, auch den klassischen Standardtanz anzubieten, weil ich ein sicheres Standbein wollte“, erzählt er. Seit Anfang an setzte er auch auf die Gastronomie - oft bietet Vogt Cocktail-Abende an, zweimal pro Woche gibt es warme Küche. Nach dem zweiten Tief des Tanzhauses setzte Vogt auf sein Swing-Konzept - mit Erfolg. Doch dieser beruht bei Step nicht nur auf Tanzkursen, sondern auch auf dem Bühnenprogramm und Events des Tanzhauses. Schon nach sieben Monaten riefen Vogt und seine damalige Frau die Unicef-Gala ins Leben - eine bekannte Veranstaltung in Hannover. Außerdem gibt es einmal im Monat Bühnenveranstaltungen. Den Anfang machte Vogts ehemaliger Klassenkamerad und Kabarettist Matthias Brodowy. „Der hatte Lust auf Bühne und dann haben wir ihn bei einer Tanzveranstaltung für 20 Minuten aufs Podest geholt“, erzählt Vogt. Weil das so ein großer Erfolg wurde, machten sie das Ganze zu einem regelmäßigen Format. Nicht nur Brodowy war zu Gast, sondern auch Stars wie Bill Ramsey.

Und obwohl Step by Step eher zu den kleineren Tanzhäusern in Hannover gehört, kommen hier auch regelmäßig internationale Trainer - wie Tamangoh - und trainieren sowohl Einsteiger als auch Profis. Neben Swing werden unter anderem auch Hip-Hop, orientalischer Tanz und Ballett angeboten.

Von Hannah Scheiwe

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