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Kenpokan feiert 25-jähriges Jubiläum

Kampfsportzentrum Kenpokan feiert 25-jähriges Jubiläum

Der Kampsport-Verein Kenpokan feiert seinen 25. Geburtstag. Bei einem Tag der offenen Tür zeigte der Verein die ganze Spannbreite seines Spektrums.

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Kim Schumann und Mario Krieger sind auch abseits des Rings ein Paar.

Quelle: Benjamin Behrens

Hannover. „Wenn ich jetzt nach vorne gehe, greife ich vor allem den anderen Arm“, erklärt Ralf Beckmann. Der Kampfsportler hat seinen Trainingspartner Jörg Aehnlich mit einem Griff fixiert. Die Arme sind unter Kontrolle, einmal nachgeschoben, und schon sind es die Beine auch. „Er kann mich relativ schlecht mit rechts schlagen, ganz schlecht mit links und schon gar nicht mit den Knien“, erklärt Beckmann. Aehnlich hat schon schönere Situationen erlebt: Schach und matt. Panantukan nennt sich der philippinische Box-Stil, den der Kampfkunstlehrer mit seinem Schüler demonstriert.

Vor 25 Jahren gründeten sieben Kampfsportler den Kampfsportverein Kenpokan. Das Jubiläum hat der Verein mit einem Tag der offenen Tür und vielen Kursen zum Mitmachen und Reinschnuppern gefeiert.

Der Kampfsport-Verein Kenpokan feierte mit einem Tag der offenen Tür sein 25-jähriges Jubiläum und zeigte dabei die gesamte Bandbreite seines Spektrums.

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Grob aus dem Japanischen übersetzt bedeutet Kenpokan „Haus der Kampfkünste“. Ihnen war das Korsett des traditionellen Kampfsports zu eng geworden. Antreibende Hardrockmusik beim Training oder das Lehren von unorthodoxeren Kampftechniken war damals undenkbar. Das wollten die Kenpokan-Gründer ändern.

Kampfkunst salonfähig machen

In einer alten Gewerbehalle in Langenhagen konnten sich die Sportler den Wunsch eines eigenen Dojos erfüllen. Auch ein Vereinslogo war rasch gefunden - ein Bonsai. Die ungewöhnliche Wahl des so friedlich und zierlich erscheinenden Miniaturbaums will auf den ersten Blick nicht unbedingt zu hartem Kampfsport passen. „Ich hatte vor die Kampfkunst salonfähig zu machen und aus der Schmuddelecke rauszuholen“, sagt Beckmann. Der Bonsai als Logo solle die Lebensfreude ausdrücken und ein ganz klares Statement für Natur und Freude sein.

Inspiriert hat den Kampfsportler und seine Mitstreiter Dan Inosanto, der Freund und Trainingspartner von Bruce Lee. Nach dem Tod von Lee führte Inosanto dessen Arbeit fort, sagt Beckmann. Er hatte das Glück, ihn kennenzulernen. Jeet Kune Do nennt sich die von Lee entwickelte Kampfphilosophie, die Elemente verschiedener Stile effizient kombiniert. „Ich war so begeistert von dem Training“, erinnert sich Beckmann.

20 Kampkünste unter einem Dach

Kenpokan setzt die Idee fort. Mittlerweile sind 20 verschiedene Kampfkünste unter einem Dach vereint, kombiniert mit Krafttraining als funktionale Ergänzung - 17 Fitness-Sportarten werden angeboten.

Zum Jubiläumstag der offenen Tür war die Resonanz beachtlich. Entsprechend voll war es in den fünf Hallen des Vereins und der angeschlossenen Crossfitbox. 21 Schnupperkurse von Olympischem Gewichtheben, Wing Chun, Kickboxen für Kinder bis hin zu traditionellem Boxen oder Selbstverteidigung für Kinder gab es.

Auch ein paar Stammgäste nutzen die Gelegenheit, um einfach mal in andere Stile reinzuschauen. Kevin Rohnert trainiert sonst Mixed Martial Arts (MMA), heute schaut er sich Panantukan an. „Beim MMA wird direkt in die Konfrontation gegangen. Hier geht man eher raus aus der Situation“, sagt der 23-Jährige. Diese Denkweise sei besser zur Selbstverteidigung geeignet, dem MMA-Kämpfer biete sie eine ideale Ergänzung zur eigenen Perspektive.

Knieschoner sind Pflicht

Lars Brockmann, geprüfter Lehrer für Thaiboxen, unterrichtet in der Boxhalle den thailändischen Kampfsport. Schienbeinschoner sind da Pflicht. „Das ist der Unterschied zu den meisten Kampfsportarten, wir treten mit dem Schienbein“, sagt der 43-Jährige. Einige Neulinge sind im Ring, auch auf sie geht der Lehrer ein. „Lieber eine Übung richtig lernen, als dass es zu viel wird.“

Kim Schumann und ihr Freund Mario Krieger sind extra aus Göttingen hergekommen. „Wir haben gesehen, dass wir hier vier Stunden lang unterschiedliche Kampfsportarten ausprobieren können, die wir in Göttingen zum Teil nicht verfügbar haben“, freut sich die 20-Jährige. Demnächst wird das Angebot noch etwas größer werden, denn das Dojo mit Bonsai-Logo hat just die 800 Quadratmeter große Halle neben den Kenpokan-Räumen übernommen.

Auf der ehemaligen Verkaufsfläche eines Tierfutterhändlers entstehen eine Cafeteria mit 80 Sitzplätzen, eine Physiotherapiepraxis und eine komplett neue Damensauna.

Von Benjamin Behrens

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