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Neue KiTa im Johannes-Lau-Hof feiert Richtfest

Vahrenwald Neue KiTa im Johannes-Lau-Hof feiert Richtfest

Viel Platz zum Spielen und ein geringer Energieverbrauch, das sind die besonderen Merkmale des Kindertagesstätten-Neubaus im Johannes-Lau-Hof. Am Montag lud die Wohnungsgenossenschaft Heimkehr zum Richtfest in den fertigen Rohbau. Nach den Sommerferien soll die von der Arbeiterwohlfahrt betreute KiTa ihren Dienst aufnehmen.

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Alle Blicke nach oben: Kita-Kinder, Eltern, Vertreter von Heimkehr und Oberbürgermeister Stefan Schostok (vorn, mit roter Krawatte) bestaunen den Richtkranz.

Quelle: Mario Moers

Hannover. Zu den bisher 25 Kindergartenplätzen werden künftig zwei Krabbelgruppen mit jeweils 15 Plätzen angeboten. Der Neubau der Kita ist Teil einer seit acht Jahren andauernden energetischen und technischen Sanierung des ehemaligen Arbeiterquartiers in Vahrenwald. Bis 2020 will die Wohnungsgenossenschaft alle Gebäude auf den neuesten Stand gebracht haben.

Eine Murmelbahn, ganz viel Sandspielzeug, einen Traktor mit Hänger und ein Regenbogenpferd; nicht alle Anregungen, die im Vorfeld des Neubaus von den Kindergartenkindern eingeholt wurden, konnten die Architekten der Heimkehr auch umsetzen. Dennoch ist den Planern eine außergewöhnliche Kindertagesstätte gelungen. 3 Millionen Euro hat sich die Wohnungsgenossenschaft den Neubau in Passivhaus-Bauweise kosten lassen. Zum Richtfest begrüßte Oberbürgermeister Stefan Schostok die Initiative der Heimkehr, den maroden Altbau durch eine moderne Kita zu ersetzen. „Vahrenwald weist die höchste Zahl von Kindern zwischen eins und fünf auf, damit ist es ein Stadtteil mit Zukunft“ so Schostok.

Was wird aus dem Provisorium?

Nachnutzung unklar: Seit Jahresbeginn ist die Kindergartengruppe in einem provisorischen Anbau an der Ecke Dragonerstraße und Johannes-Lau-Hof einquartiert. Über die Nachnutzung des kleinen, eingeschossigen Gebäudes besteht derzeit noch Unklarheit. Heimkehr-Vorstand Sven Scriba kann sich drei Modelle vorstellen, über die derzeit noch beraten wird. „Vorstellbar wäre, einen Servicepunkt einzurichten“, so Scriba. Weiterhin im Gespräch ist die Erweiterung der Kita um eine ausgelagerte „Großtagespflege“-Gruppe. In der könnten Kinder bis ins Jugendalter betreut werden. Alternativ könnte eine Wohngruppe für Menschen mit Demenz dort einziehen. Eine Entscheidung soll zum Beginn des kommenden Jahres fallen.

Die Architektur der neuen Kita kommt mit ihren großen hellen Glasfenstern, einer lebendig-farbigen und dennoch dezenten Fassade und einem begrünten Dach durchaus eigenständig daher, ohne dabei aus dem Rahmen zu fallen. Im Inneren bietet ein zum zweiten Stock geöffnetes Foyer viel Platz zum gemeinsamen Mittagessen und weist bereits auf das großzügige Raumkonzept hin. Die derzeit in ein benachbartes Provisorium ausgelagerte Kindergartengruppe bekommt einen Gruppenraum im Obergeschoss. Die beiden neuen Krabbelgruppen ziehen darunter ein. Im ersten Stock gibt es außerdem einen großen Mehrzweckraum für Bewegungsangebote, Wasch- und Personalräume sowie eine Behindertentoilette. Ein Aufzug und eine breite Treppe verbinden die beiden barrierefreien Stockwerke. Im Erdgeschoss ist Platz für eine Küche vorgesehen.

„Ich bin sehr froh über den vielen Platz, der den Kindern künftig zu Verfügung steht“, freute sich Kita-Leiterin Sabine Michalke. Neu ist auch die Küche im Haus. Bisher wurde das Essen angeliefert, nun wird frisch gekocht. Mit dem Neubau ändern sich die Betreuungszeiten. Für die Kindergartengruppe ist künftig eine Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr vorgesehen. Die genauen Angebote und das neue Konzept werden derzeit von den Mitarbeitern der AWO erarbeitet. Der Wohlfahrtsverband wird zum Träger der Einrichtung, die wiederum von der Stadt gemietet wird.

Die neue Kita entsteht auf dem Grundstück einer ehemaligen Arbeiter-Turnhalle der Continental. Wie das angrenzende Gebäude-Ensemble entstand sie Mitte der Fünfzigerjahre. „Wir waren an einem Zeitpunkt angelangt, an dem der bauliche Zustand nicht mehr zeitgemäß war“, erklärt Heimkehr-Vorstand Sven Scriba den Neubau. Bereits 2009/2010 wurden zwei benachbarte Wohngebäude von der Genossenschaft energetisch und technisch kernsaniert. Der Kita-Neubau erreicht durch eine hohe Dämmung sowie Zwangsbelüftung und Wärmerückgewinnung den Passivhausstandard. Ein optisches und ökologisches Schmankerl ist das begrünte Dach.

Von Mario Moers

Ein Viertel wandelt sich

Noch verbringen die Kinder aus der AWO-Kita am Johannes-Lau-Hof ihre Tage in einem Provisorium. Der Anbau, der ihnen jetzt zum Spielen, Toben, Lernen und Essen dient, ist keine Dauerlösung. Doch es zeichnet sich ab, dass Kinder und Erzieher nächsten Sommer ihre Siebensachen für den Umzug startklar machen können. Das Warten lohnt sich, so viel wurde schon jetzt beim Richtfest deutlich. Die Wohnungsgenossenschaft Heimkehr und ihr Architekt haben sich alle Mühe gegeben, damit es Kindern und Betreuern später im nagelneuen Gebäude an nichts fehlen wird. Dass die Wohnungsgenossenschaft das Viertel in Vahrenwald nach und nach saniert, ist lobenswert. Die Bewohner der Häuser werden sich wohler fühlen. Eine Frischekur für die Gebäude trägt erfahrungsgemäß oft auch zum Lebensgefühl im gesamten Viertel bei. Dem alten Arbeiterstadtteil könnte das noch einen weiteren kleinen positiven Schub versetzen. Was den Neubau für die AWO-Kita angeht, ist er auch aus einem anderen Grund bedeutsam. Er wird zwei neue Krippengruppen beherbergen, auf die Eltern dringend warten. Schön, dass eine Kita entsteht, die den Kindern viel Platz zum Spielen gibt. 

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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Vahrenwald in Zahlen
  • Stadtbezirk : Vahrenwald-List, 2. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 67.620
  • Einwohner je Stadtteil: Vahrenwald (24.036) und List (43.584)
  • Bevölkerungsdichte : 8.216 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30161, 30163, 30165, 30177, 30655
  • Markantes aus der Geschichte: Das Dorf Vahrenwald wurde 1183 erstmals urkundlich als Vorenwalde bekannt, während Hannover bereits 20 Jahre zuvor 1163 als Honovere erwähnt wurde. Der Dorfname Vahrenwald ist wahrscheinlich aus Vor-dem-Wolde (vor dem Walde) abgeleitet.1891 erfolgte die Eingemeindung nach Hannover.
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