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Vahrenwald New Yorker Balletttänzer leitet das Theatrio
Hannover Aus den Stadtteilen Vahrenwald New Yorker Balletttänzer leitet das Theatrio
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02:15 20.02.2016
Von New York auf Umwegen nach Hannover: James McDowell hat viel von der (Theater-)Welt gesehen.Foto: Surrey Quelle: Rainer Surrey
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Vahrenwald

Nach vielen Jahren als künstlerischer Betriebsdirektor der Nibelungen-Festspiele Worms und der Bad Hersfelder Festspiele wollte der 69-Jährige nun eigentlich „das nette Rentnerdasein genießen“. „Aber meine Frau sagt zur mir: Du kannst es nicht lassen“, sagt er lachend. Im Theatrio sieht er eine spannende, neue Aufgabe, da er keine Ahnung von Figurentheater habe. „Ich weiß aber, wie der Theaterbetrieb funktioniert“, sagt McDowell, der unter anderem Theaterhäuser in Braunschweig, Frankfurt, Hamburg und Heilbronn geleitet hat.

Seine Zuneigung zu deutschen Städten hat der Amerikaner schon vor mehr als 40 Jahren erkannt. Nachdem er am American Ballet Theatre eine Ausbildung zum Balletttänzer machte, kam er 1972 für ein Gastspiel an die israelische Staatsoper nach Tel Aviv. „Mein Rückflugticket habe ich dann eingetauscht und bin nach Zürich geflogen“, erzählt McDowell. Über Frankreich kam er anschließend als 27-Jähriger nach Deutschland. „Und seitdem bin ich hier.“

Fünf Jahre arbeitete McDowell zunächst weiter als Tänzer in Deutschland. „Dann habe ich die Gelegenheit genutzt, als Schauspieler ans deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu wechseln“, erzählt der 69-Jährige. Dieser Wechsel fiel ihm nicht schwer, schließlich hatte er schon als Jugendlicher in New York einige Jahre Schauspiel- und Gesangsunterricht genommen. „Eben alles, was man als theaterbegeisterter Jugendlicher so macht“, sagt er. Was McDowell am Theater und auch am Ballett so fasziniert, ist, dass er jeden Tag etwas Neues erlebt. „Nichts, was man gestern gemacht hat, ist heute noch gut genug“, sagt er. Er müsse sich immer neu erfinden, und genau das reize ihn so sehr an dem Beruf.

Neue Ideen einbringen will McDowell jetzt auch im Theatrio. „Ich möchte den Spielplan erweitern und vor allem auch mehr Abendvorführungen für Erwachsene etablieren“, sagt er. Außerdem hofft er, mehr Gastspiele von anderen Theatern aus Braunschweig, Wolfsburg oder Magdeburg im Figurentheaterhaus am Großen Kolonnenweg ausrichten zu können. Auch möchte er das theaterpädagogische Programm ausweiten und neue Zuschauergruppen erschließen. „Vorstellbar wäre zum Beispiel ein Festival für junge Leute“, sagt McDowell. Um all diese Ideen umzusetzen, braucht das Theatrio Geld, und so ist McDowell dabei, weitere Förderer zu finden. Er habe das Gefühl, dass ihn viele bei seiner Aufgabe unterstützen wollen, das Theatrio weiterzuentwickeln.

Nach Hannover zieht es den Amerikaner zum ersten Mal im Jahr 1997. Einige Jahre darauf geht er mit seiner Frau Susanne, die in der Wedemark aufgewachsen ist, nach Celle. Dort arbeitet sie als Leiterin des Fachbereichs Kultur. Er leitet zu der Zeit die Nibelungen-Festspiele in Worms und kommt nur an den Wochenenden nach Celle. Vor gut zwei Jahren kommt das Paar dann zurück nach Hannover - in die Stadt, die es McDowell besonders angetan hat. Besonders in die Lister Meile hat er sich verliebt. „Wir waren sehr glücklich, dass wir eine Wohnung gefunden haben. Die Nachbarn sind sehr nett“, sagt McDowell, der eine Altbauwohnung in der Seidelstraße bewohnt. Da fällt er auch direkt auf, als er kurz nach seinem Einzug ein Banner mit den Worten „Ich liebe Dich“ über die Balkonbrüstung hängt. Und diese Liebeserklärung gilt nicht seiner Frau, sondern seiner neuen Heimat Hannover.

„Hannover hat einfach das Beste aus zwei Welten“, erklärt McDowell, der in Manhattan aufgewachsen ist. Die Oststadt gefalle ihm besonders, da sie wie eine Kleinstadt mit vielen kleinen Läden sei. „Und dann geht man ein paar Hundert Meter weiter und ist in der Großstadt“, sagt er. „Diesen Großstadtcharakter machen vor allem die vielen verschiedenen Kulturen aus - und das ist sehr bereichernd.“ Von Johanna Stein

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