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Polizei findet immer mehr Drogen

Brennpunkt Vahrenwald Polizei findet immer mehr Drogen

Die Zahl der Rauschgiftdelikte im Brennpunkt Vahrenwald steigt seit Jahren – weil mehr Kontrollen stattfinden. In drei Jahren haben sich die Drogen-Straftaten mehr als verdoppelt.

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Die Zahl der Rauschgiftdelikte im Brennpunkt Vahrenwald steigt seit Jahren – weil mehr Kontrollen stattfinden.

Quelle: Symbolbild

Hannover. Die Polizei Hannover verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Drogenkriminalität in Vahrenwald. Von 2012 bis 2015 hat sich die Zahl der Rauschgiftdelikte von 127 auf 266 mehr als verdoppelt. Betroffen sind laut Polizei insbesondere der Vahrenwalder Platz, der Vahrenwalder Park und die Vahrenwalder Straße sowie ihre Seitenstraßen. „Dieser kriminalgeografische Raum steht im besonderen Fokus der Ermittlungseinheit zur Bekämpfung der Betäubungskriminalität“, teilt die Polizeidirektion Hannover in einem Schreiben an den Bezirksrat Vahrenwald-List mit.

Obwohl die Anzahl der Delikte dramatisch angestiegen ist, sieht die Polizei keinen Grund für Alarm. „Der Straftatenanstieg dürfte im Zusammenhang mit der Schwerpunktsetzung der zuständigen Polizeiinspektion Ost stehen, da durch die verstärkte Streifentätigkeit auch mehr Personenkontrollen durchgeführt wurden“, schreibt die Polizeidirektion. Rauschgiftkriminalität würde überwiegend durch Personenkontrollen und nicht durch Ermittlungen festgestellt.

Trendwende beim Drogenkonsum

Im aktuellen Sucht- und Drogenbericht geht die Verwaltung von 5000 bis 6000 Opiatabhängigen in Stadt und Region Hannover aus. 2500 Drogenabhängige sind demnach jährlich in Behandlung oder Beratung, 1700 Personen erhalten Methadon. „Ausgehend von einer ausufernden offenen Drogenszene in den Jahren 1994 und 1995 hat sich die Situation im Jahr 2016 deutlich verbessert“, lautet das Fazit. Insbesondere bei der Zahl der Drogentoten wird die Entwicklung deutlich: Von 2011 bis 2015 starben in Hannover insgesamt 49 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Zwischen 1991 und 1995 gab es noch 254 Drogentote.

Beim Drogenkonsum stellt die Verwaltung eine Trendwende fest: Heroin, Kokain, Zigaretten und Alkohol verlieren an Bedeutung. Der Konsum von Crystal Meth und sogenannter Legal Highs nimmt dagegen zu. „Cannabis und Marihuana sind die unter den Zwölf- bis 25-Jährigen am häufigsten konsumierten illegalen Drogen.“

Präsenz gut bei Bewohnern gut an

Dass die Polizeikontrollen in den vergangenen vier Jahren deutlich verschärft wurden, zeigt ein Beispiel aus dem Sommer 2015. Allein bei einem Präventionseinsatz vom 22. Juni bis 10. Juli hatten die Beamten insgesamt 628,5 Personalstunden geleistet. „Dabei wurde unter anderem die Reiter- und Hundestaffel der Polizeidirektion Hannover mit Dienstpferden und Diensthunden eingesetzt“, teilen die Beamten mit. Bei den Stadtteilbewohnern komme die erhöhte Präsenz gut an, wie die Polizei aus Gesprächen vor Ort weiß. „In den Rückmeldungen ist insbesondere die Streifentätigkeit im Vahrenwalder Park durch uniformierte Einsatzbeamte sowie der Reiter- und Hundestaffel lobend erwähnt worden“, schreibt die Polizeidirektion.

Der ausführliche Bericht von Stadt und Polizei ist die Reaktion auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Bezirksrat Vahrenwald-List. Die Christdemokraten hatten geargwöhnt, dass die Stadtverwaltung bei einer Einwohnerversammlung im März den offenbar stattfindenden Drogenhandel rund um die Lukaskirche an der Dessauerstraße kleinreden wollte. „Gefühlt hat dieser illegale Handel in den vergangenen Jahren eher zugenommen. Polizeikontrollen erfolgen eher selten“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Lars Pohl.

"Personen, die auf unterster Ebene handeln"

„Zum direkten Umfeld der Lukaskirchengemeinde liegen der Verwaltung keine Erkenntnisse zu Drogenkonsum und Drogenhandel vor“, sagte Bezirksratsbetreuer Peter Meyer. Auch die Polizei fand in ihrem Datenbestand keine Straftaten rund um die Kirche. „Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich im Nahbereich der Lukaskirchengemeinde Personen aufhalten, die Betäubungsmittel konsumieren und gegebenenfalls auf unterster Ebene handeln“, schreibt die Polizeidirektion.

Von Christian Link

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Vahrenwald in Zahlen
  • Stadtbezirk : Vahrenwald-List, 2. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 67.620
  • Einwohner je Stadtteil: Vahrenwald (24.036) und List (43.584)
  • Bevölkerungsdichte : 8.216 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30161, 30163, 30165, 30177, 30655
  • Markantes aus der Geschichte: Das Dorf Vahrenwald wurde 1183 erstmals urkundlich als Vorenwalde bekannt, während Hannover bereits 20 Jahre zuvor 1163 als Honovere erwähnt wurde. Der Dorfname Vahrenwald ist wahrscheinlich aus Vor-dem-Wolde (vor dem Walde) abgeleitet.1891 erfolgte die Eingemeindung nach Hannover.
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