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Begegnung auf Augenhöhe

IGS Büssingweg Begegnung auf Augenhöhe

Seit diesem Schuljahr gibt es an der IGS Büssingweg einen 11. Jahrgang, der vorrangig auch von Schülern der IGS Vahrenheide/Sahlkamp und der IGS List besucht wird. Nun haben Rollstuhlbasketballer dort ihren Sport vorgestellt und für ein Miteinander geworben. 

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Zusammen mit den Rollstuhlbasketballern von Hannover United können Schüler lernen, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Die Rollstuhlbasketballer von Hannover United bringen ihre Sportart in die Schulen. Im Team spielen Männer und Frauen, Behinderte und Nichtbehinderte zusammen. Ein kompliziertes Punktesystem gleicht etwaige Benachteiligungen aus. An diesem Vormittag sind die Sportler Oliver Jantz und Phillip Schorp in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Büssingweg. Die Jugendlichen, mit denen sie es zu tun haben, kommen eigentlich aus drei Schulen, werden aber jetzt zusammen unterrichtet.

Seit diesem Schuljahr gibt es an der IGS Büssingweg einen 11. Jahrgang, der vorrangig auch von Schülern der IGS Vahrenheide/Sahlkamp und der IGS List besucht wird. Die neue Oberstufe steht natürlich auch Jugendlichen offen, die von Realschulen, anderen Gesamtschulen und Gymnasien kommen. Entwickelt worden aber ist sie von den Schulleitungen der drei Gesamtschulen im Osten der Stadt, auch Lehrer aller drei Standorte unterrichten dort gemeinsam. Das heißt für die Schüler, dass sie wenigstens ein paar Gesichter unter den fremden Pädagogen kennen, gleichwohl wird die Menge der Bezugspersonen größer.

Die Rolli-Basketballer haben ihren Sport schon an acht Schulen vorgestellt. „Es geht um Begegnungen auf Augenhöhe“, sagte Silke Lange-Hartmann von der Agentur Schulz-Sportmarketing, die das Projekt betreut. An der IGS Büssingweg sind Schorp und Jantz schnell mittendrin. Es wird geprellt, auf Körbe geworfen und auch schon mal so gerempelt, dass man fast aus dem Rollstuhl fällt.

Auch die 105 Elftklässler sind schnell zusammengewachsen, der gesamte Jahrgang war gleich nach Schuljahresbeginn zusammen vier Tage in Torfhaus im Harz. „Das war eine schöne Erfahrung“, sagt Sezgin (17).

Schulleiter Eberhard Dolezal freut sich, dass es an seiner Schule endlich eine Oberstufe gibt: „Die Jugendlichen haben eine klare Perspektive, dass es nach der 10. Klasse hier weitergeht.“ Für ihn ein Ansporn: „Wenn der Himmel weiter oben ist, dann strebt man höher.“ Wichtig sei, dass die Oberstufe ein kooperatives Projekt ist und nicht nach dem Motto verfährt: „Schüler von zwei Schulen gehen in eine dritte.“ So bringen die IGS List auch ihre musikalischen Stärken und die IGS Vahrenheide/Sahlkamp ihr Experimentierwissen mit ein. Dolezal sagt, dass natürlich auch die Lehrpläne in der Sekundarstufe I angepasst werden müssten, damit die Schüler tatsächlich mit möglichst gleichen Chancen im 11. Jahrgang starten.

Mjellma (16) und Lavenjen (17) sind von dem Basketballspiel im Rollstuhl begeistert. „Man lernt mal eine ganz andere Perspektive kennen, jetzt weiß ich, wie sich das anfühlt, im Rollstuhl zu sitzen“, sagt er. „Einfach ist das nicht“, sagt sie über das Basketballdribbeln im Rollstuhl. Es sei ein richtiger Sport, meinen beide. Jantz (18) und Schorp (23), die zeigen wollen, wie ernst zu nehmen ihre Sportart ist, hören das sicher gern. Die Sportlehrerinnen Nathalie Bäßmann (31) und Eva-Maria Feye (32) loben die „Lässigkeit“ der United-Sportler.

Eine gemeinsame Oberstufe zu organisieren sei schon ein Mammutprojekt, sagt Sascha Wunsch, zuständiger Lehrer der IGS Büssingweg. Und Petra Hoppe, Biologie- und Chemielehrerin sowie didaktische Leiterin der IGS List, betont: „Wir arbeiten in den Klassen im Team.“ So gemischt wie die Schülerschaft sind auch die Lehrer. Für viele heißt das auch, sie müssen zwischen zwei Standorten hin und her pendeln. Oft geht dafür die Pause drauf. Mehr als einmal am Tag sollten die Pädagogen möglichst nicht den Standort wechseln, wenn jedoch Konferenzen anstehen, wie bei Hoppe an diesem Mittag, lässt sich das nicht vermeiden.

Geschichtslehrer Kolja Trieglaff ist mit 13 Schülern von der IGS Vahrenheide gekommen. Zusammenzuarbeiten sei man als IGS-Lehrer gewohnt, sagt er. Dass jetzt noch Kollegen von anderen Schulen hinzukommen, findet er spannend.

Am Anfang habe es schon Vorurteile gegeben, erzählen die Schüler. „Wir dachten, an der IGS List sind alle total schlau“, berichtet Lavenjen (17), der seit der 5. Klasse die IGS Büssingweg besucht. Schnell wurde jedoch klar, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat. Die einen können Mathe besser, die anderen sind in Chemie viel weiter. Carla (16), die von der IGS List kommt, ist begeistert vom Miteinander der Kulturen an der IGS Büssingweg. „Da gibt es kein Mobbing, keine Schlägerei, alle sind tolerant und entspannt, man respektiert die Religion des anderen einfach.“ Anna (16), die bislang die IGS Vahrenheide besucht hat, war von der Technik an der IGS List sehr angetan. In den neuen Klassenräumen gibt es Kreidetafeln statt der eigentlich versprochenen Smartboards. In den Herbstferien will die Stadt nachrüsten. Carla, Anna und Lavenjen betonen, wie froh sie seien, dass sie jetzt die gemeinsame Oberstufe besuchen. Der Junge sagt noch: „Man weiß eigentlich schon gar nicht mehr, wer ursprünglich aus welcher Schule war.“ Ein besseres Kompliment kann es eigentlich gar nicht geben.

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  • Markantes aus der Geschichte: Das Dorf Vahrenwald wurde 1183 erstmals urkundlich als Vorenwalde bekannt, während Hannover bereits 20 Jahre zuvor 1163 als Honovere erwähnt wurde. Der Dorfname Vahrenwald ist wahrscheinlich aus Vor-dem-Wolde (vor dem Walde) abgeleitet.1891 erfolgte die Eingemeindung nach Hannover.
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