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Vahrenwald Diese Menschen fanden in Hannover eine neue Heimat
Hannover Aus den Stadtteilen Vahrenwald Diese Menschen fanden in Hannover eine neue Heimat
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06:00 22.05.2017
29 Menschen werden im Freizeitheim Vahrenwald porträtiert. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Etwas schüchtern blickt Yaowanute Knüppel auf ihr Porträt, das an einer Wand im Ausstellungsraum hängt. Die Chinesin, die in Thailand aufwuchs und seit Jahren in Langenhagen lebt, ist eine von 29 Personen, die in der Wanderausstellung „Neue Wurzeln“ gezeigt werden.

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Noch bis zum 31. Mai gastiert die Ausstellung „Neue Wurzeln“ im Freizeitheim Vahrenwald. Unter der Woche ist sie von 8.30 bis 22.30 Uhr geöffnet, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Im Kulturzentrum Faust wird „Neue Wurzeln“ vom 4. bis 21. Juni zu sehen sein. Die letzte Station ist das Neue Rathaus, wo die 29 Porträts vom 4. bis zum 16. Juli aushängen werden.

Das MiSO, ein Netzwerk von Migrantenorganisationen, stellt hier die Menschen in den Mittelpunkt, die ihre Heimat verlassen und in Hannover ein neues Zuhause gefunden haben. „Weil ich in Thailand schon in zweiter Generation als Migrantin gelebt habe, kenne ich das Gefühl, nicht dazuzugehören“, sagt Knüppel ernst. 1977 kommt sie nach Deutschland, lernt die Sprache und studiert BWL. „Es wäre schön, wenn alle Menschen wegen eines Studienplatzes gekommen wären und kommen würden“, sagt Irma Walkling-Stehmann, Bezirksbürgermeisterin von Vahrenwald-List, als sie den Blick durch den Ausstellungsraum im Freizeitzentrum Vahrenwald schweifen lässt. Die Realität vieler sehe aber anders aus. Zwangsheiraten, Krieg, Verfolgung - am Ende steht für die 29 Protagonisten der Ausstellung die Freiheit in Hannover. „Für Frauen ist Deutschland ideal, hier können sie frei und selbstbestimmt leben“, erzählt Yaowanute Knüppel.

Noch ganz genau weiß sie, wie sich das Ankommen in einem fremden Land angefühlt hat. „Man kann nichts verstehen, man kann die Schriftzeichen nicht lesen“, sagt Knüppel. Nichts erinnere noch an die alte Heimat. Stolz und froh ist Yaowanute Knüppel deshalb auf die Asiatische Frauengruppe, die sie 2010 in Langenhagen gegründet hat. „Frauen treffen sich hier und verbringen Zeit miteinander“, erzählt die Gruppengründerin mit einem Lächeln im Gesicht. Einige der Frauen hat sie gleich mit in die Ausstellung genommen. Egal ob sie kochen, tanzen, sich Geschichten erzählen oder Ausflüge machen - „wir reden alle Deutsch miteinander, weil wir ja aus ganz verschiedenen Teilen Asiens kommen“, verrät Knüppel. Natürlich seien sie nicht perfekt, aber den Anspruch habe auch niemand. „Es geht darum, den Mut zu haben, sich in einer fremden Sprache zu unterhalten“, erklärt die Chinesin. Selbstbewusstsein und Freiheit seien ihr wichtig. „Ich möchte das Klischeebild, das man hier von asiatischen Frauen hat, revidieren“, sagt Yaowanute Knüppel.

„Es ist einfach toll zu sehen, was in unserer Stadt geht“, sagt die Autorin Katharina Sieckmann, die gemeinsam mit Fotograf Micha Neugebauer die 29 Menschen in der Ausstellung „Neue Wurzeln“ porträtiert. „Wir haben Geschichten von Menschen gehört, die unvorstellbares Leid, Gewalt und Unterdrückung erfahren haben“, sagt Sieckmann. In kurzen Texten beschreibt sie die Geschichten der Migranten, neben jedem Foto steht derselbe Text auch in der Muttersprache der Personen. An den Protagonisten könne sich jeder ein Beispiel nehmen. Sie arbeiten in Pflegeberufen, ziehen Kinder groß und wirken ehrenamtlich in Gemeinden und Organisationen. „Sie sorgen täglich für Verständigung und Integration und machen unser Leben hier in Hannover reicher und bunter“, erklärt Sieckmann. Die Asiatische Frauengruppe von Yaowanute Knüppel ist solch eine bunte Organisation. „Wir wollen einen Ort der Begegnung haben und erfahren, dass wir mit Stolz überall hingehen können“, erzählt Knüppel.

Von Tomma Petersen

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