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Vinnhorst Gestank und Schimmel: Grundschule hat Sanierungsbedarf
Hannover Aus den Stadtteilen Vinnhorst Gestank und Schimmel: Grundschule hat Sanierungsbedarf
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00:15 15.01.2017
Von Bärbel Hilbig
Ein Teil der Grundschule Vinnhorst wurde bereits saniert. Im unsanierten Teil gibt es aber noch erhebliche Mängel. Quelle: Jana Striewe
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Hannover

Schwer erträglicher Gestank herrscht in einigen Toilettenanlagen der Grundschule Vinnhorst. Außerdem sind mehrere Kellerräume gesperrt, seit der Jugendtreff aus dem Gebäude ausgezogen ist. „Die Räume sind voller Schwamm, der langsam im Mauerwerk hochwandert“, sagt Angelika Jagemann, CDU-Fraktionschefin im Bezirksrat Nord. Wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch Schimmelbildung dürften die Räume seit mehr als einem Jahr nicht mehr betreten werden.

Bei den Beratungen zum städtischen Haushalt 2017/18 im Bezirksrat Nord hat die CDU-Fraktion jetzt eine Sanierung von Keller und Toiletten der Grundschule beantragt. Die Feuchtigkeit in den Wänden drohe die Gebäudesubstanz nachhaltig zu schädigen, argumentiert Jagemann. Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers weist den Vorwurf zurück. „Der Verwaltung ist der Schimmelbefall bekannt. Wenn akute Gefahr besteht, reagieren wir.“ Ein Herrichten der Kellerräume würde erheblichen Sanierungsaufwand erfordern, der akut nicht leistbar sei.

Vom Toilettenproblem sind sechs von 13 Klassen betroffen, darunter alle Erstklässler, weil sie im nicht sanierten Teil des Gebäudes lernen. „Die Toiletten dort sind wirklich sehr alt und sanierungsbedürftig“, bestätigt Schulleiterin Christine Schomburg auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers. Der Weg in den sanierten Gebäudeteil sei für Erstklässler zu weit. Die Situation in den Kellerräumen kann Schomburg nicht bewerten. „Das ist nicht unser Bereich. Wir müssen in absehbarer Zeit auch nicht auf diese Räume zurückgreifen.“

Robert Nicholls, SPD-Fraktionschef und zugleich Ratsherr, verweist auf das städtische Programm zur Schulsanierung. „Es ist schlichtweg nicht realistisch zu glauben, dass alles zeitgleich machbar ist.“ Im Fahrplan taucht der noch nicht erneuerte Teil der Grundschule im Jahr 2021 auf. Also spät, meint Sebastian Ricken (Grüne). Julian Klippert (Die Partei) fordert von der Verwaltung Aufklärung über die Art des Schimmelbefalls. „Das sollte nicht erst 2021 behoben werden.“ Dagegen vertraut Grünen-Fraktionschef Stefan Winter darauf, dass die städtischen Fachleute die Situation angemessen bewerten. „Wir können doch nur mit so einem Antrag den Finger in die Wunde legen“, ärgert sich CDU-Ratsherr Thomas Klapproth.

Für das Anliegen stimmt schließlich eine ungewohnte Allianz: CDU und Linke sowie die Einzelvertreter von FDP, Piraten und Die Partei. Zwei Grüne enthalten sich, zwei weitere stimmen mit der SPD gegen den Antrag, der mit acht Ja- und sechs Neinstimmen angenommen wird.

Vom Bohren dicker Bretter

Der beklagenswerte Zustand vieler Schulen in der Stadt erscheint als eine Geschichte ohne Ende. Sicherlich hat die Stadt in den vergangenen Jahren etliche Gebäude saniert, einzelne Schulen sind sogar neu gebaut worden, andere haben zumindest einen funkelnagelneuen modernen Anbau bekommen. Für Familien gleicht die Situation jedoch allzu oft einem Roulettespiel. Leben wir zufällig in einem Stadtteil mit sanierter Grundschule? Und wie sehen die weiterführenden Schulen aus? Alte Toilettenanlagen, die wie in der Grundschule Vinnhorst so stinken, dass manche Kinder sich den Besuch verkneifen, sind eine Zumutung. In anderen Schulen fehlen Räume für die Nachmittagsangebote.

Dass manche Bezirksräte jetzt bei ihren Beratungen zum städtischen Etat für die nächsten zwei Jahre deutlich auf Mängel hinweisen und Extrawünsche anmelden, ist deshalb nur zu sinnvoll. Die Politiker vor Ort sind schließlich diejenigen, die sich für die Interessen der Bürger in ihrem Stadtteil einsetzen sollten. Doch da an vielen Ecken Klagen laut werden, ist die Hoffnung, dass alle sinnvollen Forderungen im neuen Haushalt Berücksichtigung finden, illusorisch. Dazu hat die Stadt in früheren Jahren wie so viele Kommunen zu wenig in die Sanierung ihrer Gebäude gesteckt. Nun bleibt nur, besonders große Mängel deutlich zu benennen, damit sie etwas früher behoben werden.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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