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Vinnhorst Verkehr verdreifacht sich wegen neuer Turnhalle
Hannover Aus den Stadtteilen Vinnhorst Verkehr verdreifacht sich wegen neuer Turnhalle
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00:15 27.05.2017
Von Bärbel Hilbig
„Oh, hör mir auf“: Nicht jeder Anlieger befürwortet den geplanten Hallenneubau. Quelle: Bärbel Hilbig
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Hannover

Ein privater Sponsor will dem TuS Vinnhorst für 15 Millionen Euro eine Art Glaspalast mit Tribünenhalle und Turnzentrum finanzieren. „Wir wollen natürlich weiter nach oben kommen und deshalb mehr Hallenzeiten anbieten“, erklärt Vereinspräsident Uwe Jankowski. Bei einer Veranstaltung für die Anwohner stellten Architekt Harald Kiefer, Verkehrs- und Geländeplaner das Vorhaben jetzt in der Vereinsgaststätte vor.

Der TuS will dank der großzügigen Spende die Bedingungen für seine Sportler deutlich verbessern und das Training aller Vereinsmitglieder (bis auf die Schwimmer) auf dem Gelände am Mittellandkanal mit der Adresse Grashöfe konzentrieren. Bisher nutzt der Verein auch das Sportleistungszentrum und die Grundschule Vinnhorst.

Diese Konzentration führt zu einer Zunahme des Verkehrs in den kleinen Zubringerstraßen. Die meisten Autofahrer biegen bisher von der Straße Alt-Vinnhorst ab in einen kleinen Straßenabschnitt, der ebenfalls noch diesen Namen trägt. Die Fahrbahn ist nur 5,10 bis 5,20 Meter breit und führt zwischen Bäumen hügelabwärts, ein Fußweg fehlt. „Das ist schon jetzt ein Problem“, urteilt Verkehrsplaner Felix Bögert vom Büro Zacharias Verkehrsplanungen.

Von 290 auf 870 Fahren am Tag

Berechnungen des Büros gehen davon aus, dass bisher 430 Autos am Tag und zukünftig 890 in die eine oder andere Richtung unterwegs sind. Im westlichen Abschnitt der Straße Grashöfe werden in der Saison 290 Fahrten am Tag gezählt, das steigt auf 870 Fahrten. Von 100 auf 220 Fahrten nimmt der Verkehr in der östlichen Grashöfe zu. Der Straßenabschnitt Alt-Vinnhorst und auch die Straße Grashöfe sollen deshalb eine sechs Meter breite Fahrbahn sowie einen Fußweg auf einer Seite bekommen.

Die Zahlen lägen trotz des erwarteten Anstiegs weiter niedrig, betont Bögert. Die Richtlinien erlaubten bis zu 4000 Fahrten pro Tag in Wohnstraßen.

„Oh, hör mir auf“, murmelt ein Zuhörer. Anlieger von Alt-Vinnhorst reagieren verärgert auf die Aussichten. Ein Mann schlägt eine Einbahnstraßenregelung mit Rundverkehr vor. Oder eine komplette Zu- und Abfahrt über die ausgebaute Bomgarstraße. Dort wären aber mehr Anlieger betroffen, wendet Verkehrsplaner Bögert ein. „Einbahnstraßen führen immer zu längeren Wegen und damit mehr Verkehr.“ Vor allem aber nehmen die meisten Autofahrer bereits jetzt die Seitenstraße Alt-Vinnhorst. Auch einen Linksabbieger auf der Hauptstrecke Alt-Vinnhorst hält Bögert für unnötig.

Die Kosten für den Straßenausbau übernimmt nach bisherigem Stand der Verein. Die Stadtverwaltung will prüfen, ob sie sich beteiligt, aber auf jeden Fall, ohne die Anlieger heranzuziehen. Die Vorschläge der Anwohner werden zwischen Fachplanern und Stadt erörtert. Das Büro Chora Blau plant insgesamt rund 230 Parkplätze für größere Veranstaltungen. „Wenn wir so eine tolle Sporthalle und attraktive Wettkämpfe hierher bekommen, gibt es natürlich auch mehr Verkehr“, meint Anwohnerin Sabine Bode am Rande der Veranstaltung. Mitte Juli will der Verein den Bauantrag abgeben. Der Baustart ist für Frühjahr 2018 geplant, im Sommer 2019 soll das privat finanzierte Sportzentrum stehen.

Veränderung hinterm Kanal

Die kleinen Straßen am Kanal in Vinnhorst wirken wie aus der Zeit gefallen. Fußgänger können nur am Straßenrand entlanggehen, einen Bürgersteig gibt es nicht. Dieses noch nicht Geordnete, Ländliche, ein Graus für alle, die auf Sicherheit bedacht sind, hat seinen Charme. Nun wird sich die Situation mit großer Wahrscheinlichkeit aber ändern. Der nicht eben große TuS Vinnhorst will seinen aufstrebenden Sportlern erstklassige Bedingungen für Training und Wettkampf schaffen. Und ein Spender ist – unglaublicher Glücksfall – bereit, dafür 15 Millionen Euro lockerzumachen. Auch für die Stadtverwaltung ist es ein Geschenk, das ihr unversehens in den Schoß fällt. Dass die Stadt dies durchaus zu würdigen weiß, wurde beim Infoabend für die Anwohner deutlich. Eine Riege von gleich sechs Mitarbeitern aus Sport, Stadtplanung und Tiefbau verfolgte die Diskussion. Die neue Halle trägt zur Entlastung anderer Vereine bei, die um die knappen Hallenzeiten buhlen. Mehr Sportler und Besucher bringen allerdings mehr Verkehr. Aber die Veränderungen kommen auch Vinnhorstern zugute.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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