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Vinnhorster Rathaus ist fast barrierefrei

Feierliche Einweihung Vinnhorster Rathaus ist fast barrierefrei

Die 100.000 Euro teure Rampe am Vinnhorster Rathaus wurde feierlich eingeweiht – doch eine behindertengerechte Toilette lässt noch auf sich warten. So ist das Gebäude nur fast barrierefrei.

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Die 100.000 Euro teure Rampe am Vinnhorster Rathaus wurde feierlich eingeweiht – doch eine behindertengerechte Toilette lässt auf sich warten.

Quelle: Moers

Hannover. Zugegeben, sie ist schon ein kleines Ungetüm. Fast zehn Meter lang ist die neue Rampe, die den Zugang zum ehemaligen Rathaus in Vinnhorst endlich barrierefrei ermöglicht. Weil die Steigung an keiner Stelle mehr als 6 Prozent betragen darf, wurden sogar ein Zwischenstopp und eine Wende in die Metallrampe eingebaut. Rollator- und Rollstuhlfahrer nehmen den optisch gewöhnungsbedürftigen Anbau aber sicher gerne in Kauf. Schließlich können sie künftig die Veranstaltungen der Kulturgemeinschaft komfortabel erreichen. Jahrelang waren sie darauf angewiesen, dass rüstige Mitbürger ihnen die Treppen hoch halfen. Völlig unzeitgemäß fanden das nicht nur die Besucher und Organisatoren der Kulturgemeinschaft. Auch der Bezirksrat Nord unterstützte bereits seit beinahe einem Jahrzehnt die Forderung, endlich eine behindertengerechte Rampe zu bauen.

Groß, robust gearbeitet, stabil

„So leuchtet stolz die Rampe im Sonnenschein, das silberne Gitter und der helle Stein.“ Mit einem blumigen Gedicht, „Die Rampe“ getauft, eröffnete Bezirksbürgermeisterin Inge-Edeltraut Geschke am Wahlwochenende den neuen Zugang feierlich. Rund fünfzig Freunde der Kulturgemeinschaft, Vertreter der Stadt und interessierte Bürger waren erschienen, um das 100 000 Euro teure Bauwerk zu begutachten. Lang und groß wirkt die Rampe, robust gearbeitet und stabil. „Wir haben extra hochwertige und etwas teurere Materialien wie Edelstahl-Handläufe verbaut“, erklärt eine Architektin, die die Rampe im Auftrag der Stadt entwickelt hat. Was sich nach einer einfachen Aufgabe anhört, birgt nämlich in der Praxis einige Tücken. So durfte nicht bloß die Steigung nie mehr als sechs Prozent betragen. Nach sechs Metern musste auch eine Unterbrechung eingerichtet werden. Auf einem Steinplateau können die gehbehinderten Benutzer kurz verschnaufen. Das Mauerwerk soll dabei Sicherheit vermitteln und den Weg über das Metallgitter kürzer erscheinen lassen. Zwei Handläufe auf unterschiedlicher Höhe und eine Sicherheitskante am Boden schaffen optimale Bedingungen für Rolli-Fahrer und Rollator-Benutzer. Wer gut zu Fuß ist, kann natürlich weiter die „normale“ Treppe zum einstigen Rathaus benutzen. Am Tag der Eröffnung empfahl die Leiterin der Kulturgemeinschaft, Gerda Walter, allerdings allen Anwesenden den Probelauf über die Rampe.

„Ich freue mich, dass die Mittel der Städtebauförderung in solche sinnvollen Projekte vor Ort fließen“, lobte die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack die Realisierung des lange gewünschten Anbaus. Völlig barrierefrei ist das ehemalige Verwaltungsgebäude allerdings noch nicht. Eine behindertengerechte Toilette steht noch aus. Brandschutzregularien machen diese enorm teuer. Die Kulturgemeinschaft hofft, dass man nicht noch einmal fast zehn Jahre warten muss.

Von Mario Moers

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Vinnhorst in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Bezirksbürgermeister : Edeltraut-Inge Geschke (SPD)
  • Stadtbezirksrat : SPD: 7, Grüne: 5, CDU: 4, Linke: 1, Piraten: 1, FDP: 1
  • Markantes aus der Geschichte: Vinnhorst verdankt seine Entstehung zwei Bauernstellen aus dem frühen Mittelalter, die im 12. Jahrhundert als „Hoff to der Vynhorst“ und „Hoff der Dörlinge“ erstmals urkundlich erwähnt wurden. Jahrhunderte hindurch war Vinnhorst eine kleine Landgemeinde bis um 1900 die Firma J. H. Benecke ihren Betrieb hierher verlegte.
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