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Flüchtlinge und Helfer packen gemeinsam an

Integrationsprojekt Flüchtlinge und Helfer packen gemeinsam an

Flüchtlinge und Ehrenamtliche machen gespendete Fahrräder gemeinsam wieder fit: Jetzt kann das Integrationsprojekt Fahrradwerkstatt auch bei schlechtem Wetter werkeln – in den Räumen der Asyl-Unterkunft an der Grazer Straße.

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Freude über die neue Werkstatt: Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner (Dritte von rechts) besucht Organisatorin Bettina Wolpensinger (links) und das Team um Flüchtlinge wie Gode Amo (Dritter von links).

Quelle: Müller

Hannover. Endlich können Mahmoud Amo und sein Bruder Gode auch bei Regen arbeiten. Bislang mussten die beiden Flüchtlinge und ihre Mitstreiter auf gutes Wetter warten, wenn sie Räder reparieren wollten. Seit Montag aber hat die Fahrrad-AG eine eigene Werkstatt im Flüchtlingsheim an der Grazer Straße 5: In einem Kellerraum des ehemaligen Seniorenzentrums werden gespendete Räder künftig von Flüchtlingen und Ehrenamtlichen gemeinsam wieder fit gemacht, damit Bewohner so Hannover erkunden können.

Radfahren sei ideal, um sich in der Stadt fortzubewegen, sagt Mahmoud Amo, der vor acht Monaten aus Syrien nach Deutschland kam. Er und sein Bruder haben sich mit ihrem handwerklichen Geschick schon jetzt unersetzlich gemacht. Denn gewerkelt wird in der Fahrrad-AG bereits seit gut einem Jahr. Initiatorin des Projekts ist Elke Johanna Kulenkampff vom Nachbarschaftskreis Südstadt/Bult, die im Januar für ihr ehrenamtliches Engagement sogar einen Ehrenpreis vom Bezirksrat erhielt.

Nachfrage ist groß

Einen besonderen Dank sprach Heimleiter Lutz Bagusch dem Integrationsbeirat Döhren-Wülfel aus, der die Werkstatt mit 2000 Euro bezuschusst hat. Das Geld wird für den Einkauf von Ersatzteilen gebraucht, genug Werkzeug ist schon beisammen. Und die Nachfrage ist groß. Um die 40 Abnehmer haben sich schon für die reparierten Räder eingetragen. „Ich kaufe gefühlt fünf Fahrradschlösser pro Woche“, erzählt die ehrenamtliche Organisatorin Bettina Wolpensinger. Den Fahrradbesitzern sei besonders eines ganz wichtig: die Klingel. „Wir wollen nur verkehrstaugliche Fahrräder rausgeben“, betont sie.

"Es findet eine Begegnung statt"

Es ist nicht die erste Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Hannover. Im früheren Oststadtkrankenhaus und in der Haltenhoffstraße gibt es bereits ähnliche Angebote sowie eine mobile Fahrradwerkstatt vom Evangelischen Flüchtlingsnetzwerk. Neben der Mobilität der Flüchtlinge und dem Deutschlernen hat das gemeinsame Werkeln auch noch einen Effekt: „Es findet eine Begegnung statt“, sagte Heimleiter Bagusch bei der offiziellen Eröffnung der Werkstatt.

Die Werkstatt ist auf Sachspenden angewiesen. Alte Fahrräder oder Fahrradteile können montags von 18 bis 19.30 Uhr und dienstags von 10 bis 11.30 Uhr vorbeigebracht werden. Ein Abholungstermin kann unter (05 11) 92 09 13 10 vereinbart werden.

Von Felix Müller

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Waldhausen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Der kleine Stadtteil ist geprägt durch villenartige Einfamilienhäuser und eine gehobene Altbausubstanz. Gegen den Widerspruch von waldhausener Bürgern sowie namhafter Architekten wurde 1971 die schlossartige Villa Willmer (im Volksmund auch Tränenburg genannt) an der Hildesheimer Straße (Ecke Güntherstraße) abgerissen. Die Villa war aus Ziegeln erbaut, da der Familie Willmer eine Ziegelei gehörte.
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