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Mountainbiker fliegen auf neue Strecke

Waldhausen Mountainbiker fliegen auf neue Strecke

Aktive Radsportler haben begeistert den zweiten Teil des neuen Parcours im Waldhausener Teil der Eilenriede in Betrieb genommen. Dort gibt es jetzt auch eine sogenannte Dirtline für die Biker.

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„Weit und breit nichts Vergleichbares“: Der neue Mountainbike-Parcours bietet alles, was Bikern Spaß macht.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Waldhausen. Anton ist noch nicht so ganz im Teenageralter angekommen. Aber wie die Großen will er mit seinem Rad schon den Pumptrack und - ganz frisch in der Eilenriede angelegt - die Dirtline durchsausen. Der zweite Teil des Mountainbike-Parcours ist seit ein paar Tagen freigegeben. Das Durchfahren von Erdschanzen, kombiniert mit geschickten Körperbewegungen - dem namengebenden Pumpen -, bringt die Biker auf Geschwindigkeit. Die neue Dirtline hingegen hat steil aufragenden Hügel vorzuweisen, an denen die Sportler samt ihrem Gefährt in die Luft springen.

Mit Salto und freihändig, so machen es die Großen. Junge Nachwuchstalente wie Anton wollen das auch irgendwann. Sein Vater Jens Siegel steht neben der Anlage und fotografiert entspannt. Sein Sohn sei so sportbegeistert wie er selbst, sagt Siegel, der in der Nachbarschaft wohnt. Der Parcours ist nicht nur für eine kleine Elite von Mountainbikern da. Die Anlage funktioniert fast wie eine Art Open-Air-Jugendzentrum.

Es kommen freilich auch ältere Biker. An diesem Tag sind es die Mittzwanziger Simon Hehner und Lukas Thierau. Gemeinsam mit Gleichgesinnten und Joscha Forstreuter, der ein Experte für das Anlegen von herausfordernden Biker-Strecken ist, haben sie den Parcours geplant und gebaut und ihm den Namen „Dreamline Pumptrack“ gegeben. Der 250 Meter lange Rundkurs bietet viele Möglichkeiten, seine Geschicklichkeit zu trainieren. Fortgeschrittene machen das mit speziellen Bikes, die hart gefedert sind. Helme haben alle auf, auch die Jüngeren wie Anton. „Darauf achten wir hier gegenseitig“, sagt Hehner, ein Erzieher in Ausbildung.

Die Gruppe hat im Spielpark Tiefenriede ein Lager für die wichtigste Ausrüstung. Auch Workshops und eine Art Biker-Fahrschule soll es auf dem Parcours geben. Wettbewerbe untereinander, die mit Musik und gemeinsamem Essen angereichert werden, sind ebenfalls vorgesehen. Zuschauer seien dabei jederzeit willkommen, sagt Hehner. Dann und wann können Mountainbikes auch an Interessierte verliehen werden. Die Termine geben Hehner und Thierau über ihre Facebook-Fanpage bekannt, die in dem sozialen Netzwerk unter dem Stichwort „PumptrackEilenriede“ zu finden ist.

Dass der neue Parcours, dessen erster Teil bereits im Jahr 2015 eröffnet wurde, auch weit über die Grenzen der Region Hannover hinaus bekannt ist, kommt nicht von ungefähr. „Weit und breit gibt es derzeit nichts Vergleichbares“, weiß Hehner. Für die Biker-Szene ist die Anlage in Waldhausen ein Paradies. Die frisch angelegte Dirtline mit ihren Schanzen ermöglicht hohe Sprünge. Hehner und Thierau zeigen, was geht: Einen Rodelberg nutzen sie für den Anlauf, dann schießen sie mit ihren Bikes bis zu vier Meter über den Waldboden in die Luft, drehen sich oder zeigen andere Tricks. Man übt für den eigenen Spaß. Um ein Training für Wettkämpfe gehe es den wenigsten Sportlern, sagt Hehner. Das Ganze läuft so ab, dass sich die Fahrer nicht in die Quere kommen. Man nimmt Rücksicht. Und für den Fall der Fälle hängt ein Erste-Hilfe-Kasten an einem Pfosten neben dem Parcours.

Dessen Anlage beendete einen jahrelang währenden Kleinkrieg aus Waldschützern und Anhängern des Biker-Sports, die immer wieder illegale Strecken in der Eilenriede bauten. Dann holte die Stadt die Biker an den Planungstisch und ließ den offiziellen Parcours anlegen, mit 25 000 Euro aus der Stadtkasse. Das Vergnügen der Biker konzentriert sich nun an einem festen Ort - andererseits haben sie eine Anlage nach ihren Wünschen bekommen. Beschwerden aus der Nachbarschaft gebe es kaum noch, sagt Bezirksbürgermeisterin Antje Kellner, die zur Eröffnung vorbeischaute.

Von Marcel Schwarzenberger

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Waldhausen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Döhren-Wülfel, 8. Stadtbezirk in Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 33.593
  • Einwohner je Stadtteil: Döhren (13.277 Einwohner), Mittelfeld (8.166 Einwohner), Seelhorst (3.844 Einwohner), Waldhausen (2.136 Einwohner), Waldheim (1.815 Einwohner) und Wülfel (4.355 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.035 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahl : 30519
  • Markantes aus der Geschichte : Der kleine Stadtteil ist geprägt durch villenartige Einfamilienhäuser und eine gehobene Altbausubstanz. Gegen den Widerspruch von waldhausener Bürgern sowie namhafter Architekten wurde 1971 die schlossartige Villa Willmer (im Volksmund auch Tränenburg genannt) an der Hildesheimer Straße (Ecke Güntherstraße) abgerissen. Die Villa war aus Ziegeln erbaut, da der Familie Willmer eine Ziegelei gehörte.
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