Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Waldhausen Pläne für Salzburger Straße in der Kritik
Hannover Aus den Stadtteilen Waldhausen Pläne für Salzburger Straße in der Kritik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 26.03.2016
Von Michael Zgoll
BRZ Döhren-Wülfel, die Salzburger Straße in Waldhausen wird saniert Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Waldhausen

Die geplante Grunderneuerung der Salzburger Straße hat in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Döhren-Wülfel zu einer lang anhaltenden Debatte geführt. Beteiligt waren Anwohner, die sich mit den Plänen der Stadt nicht durchgehend anfreunden können, wie auch Politiker aller Fraktionen, die verschiedene Alternativen in den Raum stellten. Am liebsten sähen es die Kritiker, wenn sich alle Nebenanlagen auf der bebauten Straßenseite mit ihren vielen Häusern konzentrieren ließen: ein Fußweg, ein Zweirichtungs-radweg und möglichst viele Parkplätze. Das würde bedeuten, dass die eigentliche Fahrbahn näher an den in einer lang gezogenen Kurve verlaufenden Bahndamm und die davor stehenden Bäume heranrücken müsste. Doch das ist nach Auskunft von Kai Kaminski vom städtischen Fachbereich Tiefbau nicht machbar: Die relativ tief liegende Fahrbahn würde dem Wurzelwerk der Bäume ins Gehege kommen.

Die Stadt möchte die Salzburger Straße zwischen Arnoldstraße und Wiener Straße bis zum Herbst 2017 grunderneuern, die Sanierung der maroden Trasse soll rund 1,5 Millionen Euro kosten. Die Salzburger Straße ist eine wichtige Verbindung zwischen der Südstadt und Döhren. Kaminski korrigierte in der Bezirksratssitzung allerdings eine falsche Zahl aus der Beschlussdrucksache der Verwaltung: Nicht 16 000, sondern nur 6000 Fahrzeuge passieren den geschwungenen Fahrweg im Laufe von 24 Stunden.

Die künftige Fahrbahn soll mit sechs Metern ähnlich breit sein wie heute. Einen Fußweg (Breite: 1,75 Meter) und einen Parkstreifen für Autos (Breite: zwei Meter) plant die Stadt nach dem ursprünglichen Entwurf nur auf der nordwestlichen Straßenseite, wo die Häuser stehen. Der Trampelpfad zwischen Gleisanlagen und Bäumen gehört zum Bahngelände und ist von der Sanierung ausgenommen. 1,60 Meter breite Radwege möchte die Verwaltung zu beiden Seiten der Fahrbahn anlegen, außerdem sollen auf dem 530 Meter langen Ausbauabschnitt 16 neue Bäume gepflanzt werden.

Anwohner kritisierten in der jüngsten Bezirksratssitzung, dass sie nicht über die Ausbaupläne informiert worden seien. Auch ziehe die Grunderneuerung der Salzburger Straße in diesem Abschnitt eine unzumutbare Verringerung der Stellflächen nach sich, die nachts ohnehin nicht ausreichen würden.

Kaminski bestätigte, dass sich die Zahl der Parkplätze laut Plan von 39 auf 29 reduziert; eventuell könnte man bei der Pflanzung der neuen Bäume aber noch den einen oder anderen Stellplatz hinzugewinnen. Der Verwaltungsexperte warnte vor Zweirichtungsradwegen, da es an den Einmündungen der Seitenstraßen erfahrungsgemäß immer wieder zu gefährlichen Situationen komme. Platziere man die Parkplätze für Autos auf der Bahndammseite, wie von einigen Politikern erwogen, müssten die Anwohner auf dem Weg zu ihren Häusern stets die Fahrbahn überqueren - insbesondere für Familien mit Kindern oder für Senioren könnte das dann zu einem Problem werden, meinte Kaminski.

Letztendlich stimmte der Bezirksrat der um einen interfraktionellen Änderungsantrag ergänzten Verwaltungsvorlage einstimmig zu. Dieser Antrag umfasst vier Punkte: Die Stadt soll ihre Erneuerungspläne für die Salzburger Straße so modifizieren, dass die derzeitige Zahl der Pkw-Parkplätze nicht verringert wird. Dabei sei zu prüfen, ob ein Teil der Stellflächen auf der Bahndammseite angelegt werden kann. Auch wünscht sich die Politik einen Zweirichtungsradweg auf der Häuserseite. Und schließlich sollen die Anwohner per Bürgerversammlung in die Planungen einbezogen werden.

Keinen Niederschlag im Änderungsantrag fand die von einigen Zuhörern und Politikern geäußerte Kritik an der drohenden finanziellen Beteiligung der Anlieger an den Sanierungskosten der Salzburger Straße. Bezirksräte müssen und dürfen bei der Anwendung der ungeliebten Straßenausbaubeitragssatzung kein Votum abgeben und haben auch keinerlei Befugnis, diese abzuschaffen - dies müsste auf übergeordneter politischer Ebene beschlossen werden.

Von MIchael Zgoll

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige