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Waldhausen Pläne für Salzburger Straße sorgen für Kritik
Hannover Aus den Stadtteilen Waldhausen Pläne für Salzburger Straße sorgen für Kritik
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00:15 30.07.2016
„Wir brauchen Parkplätze“: Die Anwohner Kerstin Dammann-Rehab (von links), Janina Fischer, Anja Fischer und Reinhard Herich kritisieren die Pläne der Stadt. Quelle: Johanna Stein
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Hannover

Von 20 Stellflächen für vier Mehrfamilienhäuser und 25 Wohnungen sollen lediglich vier übrig bleiben. Schon jetzt sei es abends oft schwierig, einen Parkplatz zu finden, bemängeln die Anwohner.

Die Stellflächen fallen einer breiteren Straße, einem neuen Fahrradweg - der alte verläuft derzeit auf der Fahrbahn - und einem breiteren Fußweg zum Opfer. „Dabei reicht der Bürgersteig jetzt doch vollkommen aus“, sagt Anwohnerin Kerstin Dammann-Rehab, „erst recht, wenn es einen extra Fahrradweg gibt.“ Es seien ohnehin nur selten Fußgänger und Fahrradfahrer an der Salzburger Straße unterwegs. „Dafür hat fast jeder Anwohner ein Auto - wir brauchen also Parkplätze“, fordert Dammann-Rehab.

"Das verleitet doch nur zum Rasen"

Von einer breiteren Fahrbahn ist sie dennoch nicht überzeugt. „Das verleitet die Autofahrer doch nur zum Rasen.“ Außerdem werde die anstehende Dauerbaustelle an der Hildesheimer Straße sicher für erhöhten Verkehr auf der Salzburger Straße sorgen - „dann kann man die Straße in zehn Jahren ja gleich noch einmal sanieren“, sagt die Anwohnerin sarkastisch.

Die Stadt sieht kein Problem darin, die Parkplätze deutlich zu verringern. Sie „decken den Bedarf an öffentlichen Parkständen im Wesentlichen ab“, teilte Olaf Nischik vom Fachbereich Tiefbau den Anwohnern auf Anfrage mit. Mehr Parkplätze kommen laut Nischik nicht infrage, da Sichtdreiecke an den Straßeneinmündungen eingehalten und die Bäume auf dem Grünstreifen neben dem Fußweg geschützt werden müssen. „Der Baumbestand wurde allerdings falsch aufgenommen“, sagt Anwohner Reinhard Herich. Dem widerspricht Michael Dette, baupolitischer Sprecher der Grünen. Bäume auf privatem Grund spielten für die Pläne keine Rolle. Diese müssten nicht nachgebessert werden.

Anwohner sollen auf Seitenstraßen ausweichen

Außerdem, so Dette, könnten die Anwohner ja auf die Parkplätze an den Seitenstraßen ausweichen. Doch auch dort sei es schon jetzt eng, entgegnet Herich. „Ich habe drei Kinder und keine Lust, dreimal um den Block zu fahren und dann die Familieneinkäufe so weit zu schleppen“, ergänzt Dammann-Rehab. „Hier wohnen viele Familien - denen wird es ähnlich gehen“, fügt sie hinzu.

Besonders empört sind die betroffenen Anwohner darüber, dass ihre Interessen bei der Planung nicht berücksichtigt wurden. „Es gab keine Bürgerbeteiligung, weil die Stadt die Salzburger Straße nicht als Anlieger-, sondern als Zubringerstraße eingeordnet hat“, sagt Herich. Das ärgere ihn vor allem, weil er sich als Eigentümer finanziell an der Sanierung beteiligen muss. „Ich würde den Ausbau ja gerne bezahlen, wenn er denn sinnvoll wäre“, sagt er. Auch Dammann-Rehab findet: „Eigentlich ist es ja schön, dass etwas passiert.“ Doch am besten solle einfach nur die Fahrbahn erneuert werden. „Oder Quer-Parkbuchten - das wäre eine clevere Lösung“, sagt sie.

"Wir waren total irritiert"

Nur durch Zufall ist Dammann-Rehab im März auf die Pläne der Stadt für die Salzburger Straße gestoßen. „Ich hatte mir die Tagesordnung des Bezirksrats Döhren-Wülfel eigentlich aus einem anderen Grund angeschaut“, erzählt die Waldhausenerin. Gemeinsam mit Nachbar Herich ist sie dann zu Bezirksrats- und Bauausschusssitzung gegangen. „Wir waren total irritiert, wie schnell das einfach durchgewunken wurde“, sagt Herich.

Bis zu Ratssitzung Mitte August, bei der die Pläne endgültig beschlossen werden, wollen die beiden auch die restlichen Nachbarn mobilisieren und ihre Kritik geschlossen äußern. „Die meisten sind ja noch gar nicht informiert“, sagt Herich, „das wollen wir jetzt ändern - mit Flugblättern.“

Von Johanna Stein

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