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West 14.000 Gäste feiern beim Fährmannsfest in Hannover
Hannover Aus den Stadtteilen West 14.000 Gäste feiern beim Fährmannsfest in Hannover
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21:02 07.08.2011
Märchenstunden: Babette Reineke verzaubert ihre jungen Zuhörer auf der Faustwiese mit Geschichten aus Tausendundeiner Nacht. Quelle: Steiner
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Hannover

Zum Junggesellenabschied wollte Klaus aus Bielefeld mit seinen Freunden aus Münster, München und Stuttgart etwas ganz Besonderes unternehmen. Die Veranstaltung, auf die sie im Internet stießen, hörte sich vielversprechend an – das Fährmannsfest, auch als „kleines Woodstock“ bekannt. Hannover-Linden hieß das Ziel, die Igluzelte wurden eingepackt, und los ging es Richtung Norden. Am Weddigenufer haben Klaus und die anderen nun in Sicht- und Hörweite der Festivalbühne für drei Tage ihr Campinglager aufgeschlagen. Und die Clique hat ihre Entscheidung nicht bereut: „Wo gibt es das schon – so viel Musik für so wenig Geld?“

Das frühere Motto „Umsonst und draußen“ gilt bei dem Musik- und Kulturfestival, zu dem dieses Mal rund 30 Bands und Künstler antraten, zwar schon länger nicht mehr. Doch die Preispolitik der Organisatoren um Peter Holik ist noch immer sehr moderat: Mit einem Tagesticket für 7 Euro waren am Freitag und Sonnabend je zehn Konzerte und Darbietungen auf zwei Bühnen zu erleben; der Sonntag ist noch immer der Tag, bei dem es das Komplettprogramm zum Nulltarif gibt.
Das Fährmannsfest, 1983 am Zusammenfluss von Leine und Ihme aus der Taufe gehoben, ist längst eine Institution im Stadtteil und weit darüber hinaus. Dass es auf dem Gelände alle Jahre wieder voll wird, ist garantiert. Gut 14.000 Besucher zählte Holik an den drei Festtagen. Bis auf den heftigen, gut einstündigen Regenschauer am Sonnabendabend spielte am langen Wochenende auch das Wetter vergleichsweise mit.

Als gegen 21.30 Uhr die als „Headliner“ gefeierte Band DAF auf der Bühne am Weddigenufer steht, ist es von oben wieder trocken – allerdings stehen die Fans auf dem durchweichten Rasen im Matsch. Das tut der Stimmung keinen Abbruch. Auf DAF und Frontmann Gabi Delgado-Lõpez ist Verlass: Seit ihren Erfolgen mit düsteren, deutschsprachigen Elektronikrhythmen in den frühen achtziger Jahren hat sich musikalisch nichts verändert. Und so dürfen die Fährmannsgäste den „Räuber und den Prinz“ begrüßen oder den „Mussolini“ tanzen. Ein Höhepunkt auf der kleineren Kulturbühne auf dem Faustgelände sind die Eisbrecher, eine Band mit behinderten Menschen, die mit Coverversionen von Rockklassikern Stimmung macht.

Das Schöne am Fährmannsfest ist, dass es eben nicht nur ein Festival für Musikfans jenseits des Mainstreams ist, sondern auch ein großes Familienfest. Die Wiese am Faustgelände ist traditionell der Treffpunkt für die jüngsten Gäste. Dieses Mal ist eine ägyptische Märchenerzählerin dabei, die im wirklichen Leben Babette Reineke heißt und ihre Zuhörer mit geheimnisvollen Geschichten verzaubert. Ihr junger trommelnder Kollege Antoine macht als Monsieur Bum-Bum unüberhörbar auf sich aufmerksam. Es gibt auch Kletterwände, Gokart-Rennen und Spielzeugtauschbörsen. Begeistert vom Torwandschießen ist der anderthalbjährige Yorick, der sein erstes Fährmannsfest erlebt. Sein Papa Ludger Behrens kommt schon „seit mindestens 20 Jahren“ immer wieder.

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