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West 90 Unterschriften fehlen noch für Investorensuche
Hannover Aus den Stadtteilen West 90 Unterschriften fehlen noch für Investorensuche
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15:08 27.12.2011
Von Juliane Kaune
Um die Zukunft des Ihme-Zentrums neu planen zu können, braucht es die Zustimmung der Eigentümer. Noch aber haben nicht alle unterschrieben. Quelle: Burkert
Linden

Damit ist für den Hauptgläubiger, die Landesbank Berlin (LBB), der Durchbruch noch nicht erreicht, um systematisch mit der Investorensuche beginnen zu können. Im Januar dieses Jahres hatte die LBB allen Wohnungseignern die Verträge zur Änderung der sogenannten Teilungserklärung vorgelegt. Bisher muss bei jeder Baumaßnahme bei den Gewerbeflächen ein Zustimmungsverfahren in Gang gesetzt werden, an dem auch die Wohnungsbesitzer beteiligt werden – obwohl 83 Prozent aller Flächen im Ihme-Zentrum in den Gewerbebereich fallen.

Ein Konstrukt, das nach Ansicht der LBB Investoren abschreckt. Dass derzeit rund 84 Prozent der Wohnungseigner die geänderten Verträge unterschrieben haben, wertet die LBB als Erfolg. „Es tröpfelt, aber es wird langsam“, sagt Sprecherin Constanze Stempel. Die Gründe für die fehlenden Unterschriften seien unterschiedlich: Manche Besitzer seien ins Ausland gezogen, bei anderen gehe es um Erbschaften, wieder andere befürchteten Kostensteigerungen. Die Bank lädt nun Unentschlossene gezielt zu Gesprächen ein, um ihnen die Bedenken zu nehmen.

„In den Verträgen wurde das Maximale für die Wohnungseigentümer erreicht“, sagt Claus Carsten Winckelmann. Der Rechtsanwalt, der die Wohnungsbesitzer berät, hat die neue Gemeinschaftsordnung mit ausgearbeitet. Manche, die die Verträge bereits gegengezeichnet haben, ärgern sich denn auch über „Querulanten“, die partout nicht unterschreiben wollten. Im äußersten Fall wäre es möglich, die Verweigerer zu verklagen.

Laut Winckelmann gibt das Eigentumsrecht jedoch keine Quote vor, die erreicht sein muss, um eine Klage anstrengen zu können. Grundsätzlich gelte, dass die Interessen einer „überwiegenden Mehrheit“ verletzt sein müssen. Wie im Einzelfall entschieden wird, sei Sache der Gerichte. Der Anwalt hält es aber für realistisch, dass bei einem Projekt wie dem Ihme-Zentrum 90 bis 95 Prozent aller Eigner mit veränderten Besitzverhältnissen einverstanden sein müssten, bevor Rechtsmittel eingelegt werden. Die LBB will sich zu dieser Thematik nicht äußern.

Wie berichtet, hat die Bank im Sommer ein Konzept vorgestellt, wie die brachliegenden Einzelhandelsflächen genutzt werden sollen. Nach den Vorschlägen des Projektentwicklers Hines werden die großen Geschäftsbereiche in der oberen Ebene verkleinert, indem dort auch Parkplätze entstehen, die über eine Auffahrt erreichbar sind. Im Erdgeschoss sind fußläufig Läden wie Supermärkte und Discounter geplant. Unterm Strich sollen künftig noch zwischen 20.000 und 30.000 Quadratmeter für Geschäfte zur Verfügung stehen – Namen von Mietinteressenten nennt die LBB nicht.

Die Großmieter Stadt und Stadtwerke, die sich nach dem Wunsch der Bank über 2017 beziehungsweise 2020 hinaus langfristig ans Ihme-Zentrum binden sollen, äußern sich zurückhaltend. Bei den Stadtwerken heißt es, man habe Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung begonnen, die Stadt spricht von „konstruktiven Gesprächen mit der Landesbank Berlin“.

Durchbruch im Süden

Nach HAZ-Informationen ist im Südbereich in Höhe der Ida-Arenhold-Brücke ein Durchbruch durch das Ihme-Zentrum bis zur Blumenauer Straße geplant. So soll die Wegeführung für Radfahrer und Fußgänger erleichtert und dem Komplex etwas von seinem „Festungscharakter“ genommen werden. Der Zugang zu allen Wohnhäusern soll künftig zentral über den Ihme-Uferweg erfolgen.

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