In einigen Jahren, so viel scheint sicher, zieht die Integrierte Gesamtschule (IGS) Mühlenberg in neue Gebäude. Für rund 55 Millionen Euro wollen die Stadt und ihre Immobilientochter GBH sowohl die Schulgebäude als auch den Trakt mit öffentlichen Bereichen wie Jugendtreff und Bildungszentrum „Weiße Rose“ neu errichten. Bis es soweit ist, müssen nicht nur rund 1900 Schüler und 150 Lehrer eine lange Bauzeit überstehen. Auch Vereine bangen um Einrichtungen wie die Sporthallen und den großen Saal der IGS, sobald die Abrissarbeiten erst einmal begonnen haben.
Der Mühlenberger Sportverein von 1973 (MSV) blickt mit Sorge auf die Pläne der Stadt: „Wir befürchten, dass die Sporthallen einfach abgerissen werden, ohne dass es kurzfristigen Ersatz dafür gibt“, sagt Peter Hurtzig vom Vereinsvorstand. Mehrere hundert der insgesamt 800 MSV-Sportler trainieren jede Woche in den drei Sporthallen der IGS. „Wir haben über 20 Sparten, viele davon finden in Hallen statt; zum Beispiel Judo, Basketball, Yoga oder Handball“, berichtet Hurtzig. Eine eigene Halle hat der MSV nicht. Auch andere Vereine wie der Turn- und Sportverein Ricklingen sind auf die Hallen der IGS angewiesen. Zwar wissen die Sportler, dass nach der Bauzeit wieder zwei große Sporthallen zur Verfügung stehen und auch von den Vereinen genutzt werden sollen. Aber die Bauzeit dazwischen könnte zum Problem werden, wenn die Stadt keinen alternativen Standort bietet. „Wenn wir dann keine Hallenzeiten anbieten können, müssen wir mit massiven Austritten von Mitgliedern rechnen“, sagt Hurtzig. Mit so vielen Sportgruppen könne der MSV kaum in andere Stadtteile ausweichen, zumal auch dort Hallenkapazitäten Mangelware seien.
Noch dauern die Beratungen in der Bauverwaltung an, wie die neue IGS künftig aussehen soll. Zwar hat eine Jury im vorigen Jahr die Preisträger eines Architektenwettbewerbs gekürt. Doch welchem Entwurf der Vorzug gegeben wird, ist noch nicht entschieden. Ursprünglich wollte die Stadt noch im Frühjahr genau Pläne vorlegen und im Herbst dieses Jahres mit den ersten Vorbereitungen zum Abriss beginnen. Es wird wohl ein wenig später: „Möglichst vor der Sommerpause“ solle die Verwaltungsvorlage zur Entscheidung in die politischen Gremien gegeben werden, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer. „Dann werden voraussichtlich Baustart und Bauzeit feststehen“, sagt er. Klar sei auch jetzt schon, dass es eine „Interimslösung für Schul- und Vereinssport am Standort der IGS Mühlenberg“ geben wird. Ob eine alte Halle vorerst stehenbleibt oder eine mobile Traglufthalle installiert wird – das lässt die Stadt vorerst noch offen.
„Das wäre für uns machbar“, sagt Hurtzig. Seine Frau setzt ebenfalls auf eine solche Lösung: Brigitte Hurtzig ist Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mühlenberger und Bornumer Vereine (AMBV). Die Gemeinschaft feiert am 26. März ihren jährlichen Tanzabend „Night of the Proms“ – vermutlich zum letzten Mal im alten Saal der IGS. „Während der Bauzeit werden wir wohl erhebliche Abstriche machen müssen“, befürchtet Brigitte Hurtzig. Auch andere Institutionen wie die Kleinkunstbühne „TaM TaM“ sind auf diesen Veranstaltungsort angewiesen. „Wie für die Sportler muss es auch für diese Gruppen eine Zwischenlösung geben“, fordert Hurtzig.
Marcel Schwarzenberger
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