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West Ärger um improvisierten
 Hochbahnsteig beim Limmerstraßenfest
Hannover Aus den Stadtteilen West Ärger um improvisierten
 Hochbahnsteig beim Limmerstraßenfest
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19:19 12.09.2010
Von Bärbel Hilbig
Mit Flatterband und Kartons stellten den Grünen einen Hochbahnsteig nach und sorgten für Verwirrung. Quelle: HAZ
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Jörg Schimke von den Grünen sagt: „Manche Leute wurden ganz böse, weil sie dachten, wir wollen diesen Bahnsteig.“

Der Hochbahnsteig würde in der Mitte der Straße liegen, die Stadtbahnen müssten auf beiden Seiten auf den jetzigen Gehweg ausschwenken. „Sie würde da fahren, wo jetzt Kaffee getrunken wird“, sagt Schimke. Die Initiative markierte mit Flatterband nur die Fläche des eigentlichen Bahnsteigs mit vier Meter Breite, 82 Zentimeter Höhe und 100 Metern Länge. Schon allein das brachte viele Passanten dazu, sich auf einer Unterschriftenliste einzutragen. Doch die Aktion provozierte auch Gegenreaktionen. Mehrere Rollstuhlfahrer kritisierten die Initiative: Die Alternative zum Hochbahnsteig, also das Einführen von Niederflurbahnen, dürfte sich nach ihrer Einschätzung etliche Jahre länger hinziehen.

SPD-Ratsherr Jürgen Mineur wirft den Grünen Provokation und Dogmatismus vor. „Da wurde ein Horrorszenario aufgebaut.“ Es gebe aktuell einen Gesprächskreis, der alle Lösungen betrachte. „Ein 70-Meter-Bahnsteig jeweils ganz am Ende der Fußgängerzone wäre auch möglich“, sagt Mineur, der auch im Üstra-Aufsichtsrat sitzt. Im Bezirksrat macht er sich seit 15 Jahren für die Hochbahnsteige stark. „Die Behindertenverbände befürworten das, weil Behinderte dadurch selbstständig ein- und aussteigen können.“

Üstra und Polizei ließen die Aktion in der Fußgängerzone kurz nach 15 Uhr abbrechen. „Es ist ein Unterschied, ob dort Passanten auf den Gleisen gehen oder Dinge aufgebaut werden, die den Verkehr gefährden“, sagt Üstra- Sprecher Udo Iwannek. Schimke versichert dagegen, man habe stets rechtzeitig Platz für Busse und Bahnen gemacht.

Das Limmerstraßenfest mit Kindervolkslauf, Breakdance-Aufführungen von Jugendlichen und vielen anderen Aktionen von Vereinen, Geschäftsleuten und Kirchengemeinden lief derweil munter weiter. Und zum Höhepunkt, dem Schützenausmarsch, war vom „Hochbahnsteig auf Probe“ schon lange nichts mehr zu sehen. Ein echter Hochbahnsteig ließe sich dagegen nicht mehr wegräumen, sagt Schimke. „Mit so einer Betonbarriere wäre die Tradition des Fests in Gefahr.“

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