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Alternative Geschäfte an der Limmerstraße

Linden-Nord Alternative Geschäfte an der Limmerstraße

Räucherstäbchen, Magie, Elixiere und Vegan-Kost: Westlich des Kötnerholzwegs sind die Läden in Linden-Nord noch ein bisschen alternativer und esoterischer als anderswo.

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Gina-Lee Phillips im esoterisch-magische Geschäft und Café „Milurandaá in Linden-Nord.

Quelle: Meise

Linden-Nord. Das Schaufenster des Ladens ziert ein Schriftzug: „Milurandaá - Café und Magie“. Wer das merkwürdig genug findet, um einzutreten, wird drinnen von Inhaberin Gina-Lee Phillips begrüßt. Mit einem Blick, bei dem man nicht genau weiß, ob sie durch den Besucher hindurchschaut, ob sie direkt in seine Seele sieht - oder ob sie vielleicht eine ganz leichten Silberblick hat. Phillips betreibt das esoterisch-magische Geschäft und Café in der Limmerstraße 71 seit Herbst 2011 gemeinsam mit ihrem Partner Uwe Hoffmann. Gegenüber liegt „Sputnik, die Globalwarenhandlung“, ein paar Meter weiter „Lindenblüte Naturheilmittel“ und „Nature’s Food“ - der einzige vegane Lebensmittelladen Norddeutschlands. Hier ist Linden-Nord noch ein bisschen alternativer als anderswo.

„Milurandaá“ soll Treffpunkt sein für Menschen, die sich mit Spiritualität und mit ihren Gefühlen auseinandersetzen wollen, sagt Phillips. Davon gebe es in Linden genügend, damit sich der Laden über Wasser halten kann, sagt die 30-Jährige. Zu kaufen gibt es Kristallkugeln für 36 Euro, Heilsteine für sechs Euro oder Engel für 15 Euro. Zu trinken gibt es magischen Kaffee, aber keinen Alkohol. „Die Klarheit, die ich vermitteln will, funktioniert nicht mit Alkohol“, sagt sie.

„Milurandaá“ - der Name des Ladens ist zusammengesetzt aus den beiden „Seelennamen“ der Betreiber (Mirandaá und Milurat), die beide schon seit vielen Leben tragen, sagt Phillips. Im hinteren Teil des Ladens gibt ihr Mann gerade Kunden eine Lebensberatung anhand von mystischen „Klipper-Karten“. Die Bücher in den Regalen tragen Titel wie „Hexenmagie“, „Skeptiker und Guru“, „Kaffeesatzlesen“ und „Weiße Magie“. Mit schwarzer Magie haben die beiden allerdings nichts am Hut, sagt Phillips: „Flüche, Blut trinken, Katzen opfern oder dunkle Rituale - so was machen wir nicht“, sagt sie. Das würde die positive Grundstimmung in diesem Teil Lindens vermutlich auch empfindlich stören.

Ein paar Meter weiter auf der gleichen Straßenseite ordnet Tatjana Baselau gerade die Regale von „Lindenblüte Naturheilmittel“. Schon seit 13 Jahren gibt es den Laden. Auf drei Bereiche hat er sich spezialisiert: Tee, Naturkosmetik und den Komplex Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit. Gerade in diesem Bereich hat sich „Lindenblüte“ einen Namen gemacht: „Dafür arbeiten wir mit Hebammen und Geburtshäusern zusammen“, sagt Baselau. Gern gekauft würden Tragesysteme und Textilien aus ökologischer Bio-Baumwolle. „Die Frauen kommen aus der ganzen Region zu uns“, sagt sie. 300 Teesorten verkauft „Lindenblüte“ - darunter viele Heiltees. Und in einer Glasvitrine stehen Absinth und Elixiere mit Aufschriften wie: „Orientalischer Zaubertrank“, „Sinnliche Tropentropfen“ oder „Aphrodite - gut für die Sinne“.

Bunt geht es gegenüber bei „Sputnik“ zu. Die „Globalwarenhandlung“, wie Betreiber Erhard Rabe sie nennt, gibt es bereits seit 24 Jahren - sie ist eine Institution im Stadtteil. Alternative Kleidung und Accessoires, Räucherstäbchen, Weltmusik und Silberschmuck: „Das Sortiment überrascht mich selbst nach 18 Jahren in dem Laden immer wieder“, sagt Heike Rabe-Dahlhäuser, Erhards Schwester, die hinter der Theke steht. Das Sortiment ist es auch, das den Laden am Leben hält. „Viele Stammkunden altern mit uns, und bei jedem Semesteranfang sehen wir neue Gesichter, die sich über den Laden freuen“, sagt Rabe-Dahlhäuser und lacht. Sie sieht aus, als falle Altern bei „Sputnik“ leichter als anderswo.

Ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite steht Christian Leibeguth an der Kasse von „Nature’s Food“. Auf seinem T-Shirt steht der Schriftzug „harmlos“. Tatsächlich haben hier weder Menschen noch Tiere etwas zu befürchten. „Nature’s Food“ ist das einzige vegane Lebensmittelgeschäft in ganz Norddeutschland. Seit der 29-Jährige das Geschäft im Februar 2011 eröffnete, wurde es mehrmals ausgezeichnet - unter anderem mit dem „Progress Award 2011“ der Tierschutzorganisation Peta. 1500 vegane Artikel hat Leibeguth im Sortiment - vom Energieriegel bis zum fleischlosen Fleischsalat. In Linden wird sein Angebot gut angenommen: „Ich bin mit der Entwicklung des Ladens sehr zufrieden“, sagt Leibeguth. Einen Porsche könne er sich zwar vom Ertrag nicht leisten - aber das will er ja auch gar nicht.

Und wem dieser Teil der Limmerstraße immer noch nicht alternativ oder bio oder fair gehandelt genug ist, der findet in der Fußgängerzone der Limmerstraße den „Allerweltsladen“.

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