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West Anwohner wollen Namen behalten
Hannover Aus den Stadtteilen West Anwohner wollen Namen behalten
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12:04 17.05.2009
Von Sandra Schütte

Der Weg zur Haustür der Familie im Neubaugebiet in Wülferode führt zwar über einen befestigten Weg, aber links und rechts der Platten bilden sich dieser Tage noch große Pfützen im Schlamm.Im künftigen Garten der Neubürger ist noch einiges zu tun, wie bei den meisten Nachbarn. Erst im November sind der Maschinenbauingenieur, seine Frau und die beiden kleinen Kinder in ihr neues Haus gezogen – in die Straße Zum Siemenshop, Nummer 30. Möglicherweise kann der 37-Jährige die „30“ aber bald wieder abschrauben und durch eine „9“ ersetzen. Wahrscheinlich schon heute entscheidet der Rat der Stadt darüber, ob das Teilstück der Straße Zum Siemenshop mit den Hausnummern 28 bis 34 in Wilhelm-Rusterberg-Weg benannt wird, die Familie hätte dann die Hausnummer 9. Mit der Umwidmung will der Bezirksrat Kirchrode-Bemerode-Wülferode den ehemaligen Gemeindedirektor Wülferodes und verdienten Feuerwehrmann Wilhelm Rusterberg ehren – mit großer Unterstützung der Wülferoder, aber gegen den Protest der Familie und ihrer Nachbarn.

„Man will uns vor vollendete Tatsachen stellen“, ärgert sich der 37-Jährige, dem erst vor wenigen Tagen ein Schreiben der Verwaltung mit der Ankündigung zur Umbenennung ins Haus geflattert ist. Dabei hatte die Stadt vor Kurzem noch selbst empfohlen, alles beim Alten zu lassen – aus Rücksicht auf die Einwände der Anlieger und mit der Begründung, dass Frauen bei der Straßenbenennung bevorzugt werden sollen. Der Verwaltungsausschuss hat den Vorschlag der Stadt allerdings abgelehnt. Nach Angaben von Stadtsprecher Dennis Dix wird der Punkt kurzfristig noch auf die Tagesordnung für die heutige Ratssitzung gesetzt.
„Wir haben überhaupt nichts gegen Herrn Rusterberg und gegen die Ehrung. Wir wollen nur keinen Aufwand haben“, stellt der Maschinenbauingenieur klar. Der Familienvater befürchtet, dass ihn die Umbenennung viel Geld und Zeit kosten wird. Mehrere hundert Euro habe er gerade erst für neue Dokumente, Eintragungen und Adressänderungen bezahlt, hinzu komme der Aufwand, die Ämter anzufahren. Ähnlich geht es seinem Nachbarn: Er könne gar nicht abschätzen, was ihn die Adressänderungen bei den Banken in seiner Heimat Iran kosten würden, sagt der 56-Jährige.

„Vor drei Monaten wäre das alles kein Problem gewesen“, sagt der Ingenieur, der nicht verstehen kann, warum die Umbenennung „auf Biegen und Brechen“ durchgesetzt werden soll. Erstens könne doch eine andere Straße nach Wilhelm Rusterberg benannt werden, und zweitens gebe es „Wichtigeres“. Ihm macht mehr Sorgen, dass seine ältere Tochter keinen Kindergartenplatz in Wülferode bekommen hat.

Zumindest was das Geld angeht, hat Bezirksbürgermeister Manfred Benkler Hilfe angekündigt: „Der Bezirksrat würde die Kosten für die Adressänderungen übernehmen.“ Dass die Straße umbenannt werden soll, sei allerdings für den größten Teil der Wülferoder von immenser Bedeutung, um Rusterberg zu ehren.
Die Bewohner der Häuser 28 bis 34 könnten bald eine neue Adresse bekommen.

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