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West Flüchtlingsunterkunft in Betrieb genommen
Hannover Aus den Stadtteilen West Flüchtlingsunterkunft in Betrieb genommen
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16:00 29.07.2018
Langlebige Bauweise: Die neue Flüchtlingsunterkunft wurde im Stil eines Mehrfamilienhauses errichtet. Quelle: Fotos: Schaarschmidt (5)
Badenstedt

Helle Räume, ein modernes Treppenhaus und ein kleiner Außenbereich mit einer Sandkiste – die neue Flüchtlingsunterkunft im Albrecht-Schaeffer-Weg in Baden-stedt soll etwa 80 Menschen ein Zuhause geben. „Es ist die zweite Stufe – die Menschen können aus einer anderen Flüchtlingsunterkunft, wo sie die erste Zeit verbracht haben, hierher ziehen. Das nächste Ziel ist es dann, sie in eigenen Wohnung unterzubringen“, erklärt Anja Stein von der Stadtverwaltung. Sie ist Teamleiterin der Abteilung Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften. Bevor jedoch die Menschen in das neue Massivhaus einziehen, gibt die Stadt Anwohnern und Nachbarn die Möglichkeit, sich die Unterkunft anzusehen und Fragen zu stellen.

„Manchmal passen die Nachbarn nicht in einen Raum, dann gehe ich einfach von Zimmer zu Zimmer und beantworte Fragen“, sagt Stein. Im Albrecht-Schaeffer-Weg schauen sich vor allem Familien aus den Unterkünften in der Nähe die Wohnungen und Zimmer an. „Ich habe vier Kinder, eine kleine Wohnung wäre toll, und hier würde es gut passen“, sagt eine Frau, die mit ihrer Familie durch die Räume des neuen Hauses geht und interessiert die Kühlschränke und Spinde öffnet.

„Wirklich ein schönes Haus“

14 Wohneinheiten hat das zweigeschossige Massivhaus mit ausgebautem Dachboden und Keller. „Es ist wirklich ein schönes Haus geworden“, sagt die neue Heimleiterin Janina Gronau. Die 26-Jährige von der Betreiberfirma Fair Facility Management ist schon gespannt auf die neuen Bewohner. „Ich hoffe, dass viele Familien hier einziehen, das bringt Leben in das Haus.“ Wohnten nur Alleinstehende in einem Gebäude, werde es schnell eintönig. „Familien lockern das Zusammenleben auf – und ich habe bisher nur ganz tolle, liebe Familien kennengelernt“, berichtet Gronau von ihren Erfahrungen.

Im Rohzustand verfügen die Zimmer über eine Grundausstattung – später kommen Einrichtungsgegenstände nach den Wünschen der Bewohner hinzu. Quelle: Tim Schaarschmidt

Sie hat bereits in Bothfeld ein Heim geleitet und weiß, was auf sie zukommt: „Ich werde neben vielem anderen auch Hilfe beim Lesen von Briefen geben – und auf lange Sicht sollen die Bewohner natürlich eigene Wohnungen finden“, sagt sie. Ein „frisches“ Heim, wie sie es nennt, hat Gronau bisher noch nicht geführt. „Deshalb ist es auch besonders spannend, hier alles mit einzurichten“, findet sie.

Ein Punkt, bei dem die Nachbarn, die sich das Haus bei einem Rundgang ansehen, gleich nachfragen. „In jedem Zimmer der Wohnungen steht ein Kühlschrank und ein Bett, aber es gibt keine Bettwäsche, keine Vorhänge – so können Familien doch nicht wohnen“, wundert sich eine Frau, die sich in den Zimmern umschaut. Anja Stein kann sie schnell aufklären. Es handele sich zunächst nur um die Grundausstattung, sagt sie. Sobald klar sei, wer genau einzieht, würden die Wohnungen und Zimmer nach den jeweiligen Bedürfnissen der Familien eingerichtet. „Geben Sie der Leitung und den Bewohnern 14 Tage Vorsprung, dann können sie sagen, welche Gegenstände am dringendsten gebraucht werden“, meint Stein. Und dann könnten sich gerne auch Anwohner melden und gezielt entsprechende Sachspenden abgeben.

Bewohner ziehen bald ein

Ob man schon wisse, welche Nationalitäten die neuen Nachbarn hätten, möchte ein Mann gerne wissen. Stein muss ihn vorerst enttäuschen. „Wir wissen nur, dass die Menschen wahrscheinlich aus den nahen Unterkünften kommen werden“, erklärt sie dem Fragesteller und den anderen Nachbarn, die sich das Wohnheim ansehen. Fest steht: In etwa ein bis zwei Wochen sollen die ersten Bewohner in das Flüchtlingsheim am Albrecht-Schaeffer-Weg einziehen.

Auch eine Gemeinschaftsküche gehört zur Einrichtung. Quelle: Tim Schaarschmidt

Neben den insgesamt 14 Wohneinheiten des neuen Hauses gibt es weitere Räume. So wurde ein Zimmer im Erdgeschoss zum Büro von Heimleiterin und Sozialarbeiterin Janina Gronau ausgebaut. Eine Wohneinheit im Erdgeschoss ist komplett rollstuhlgerecht, die anderen Einheiten sind barrierefrei. Nach Auskunft der Stadt Hannover können in den unterschiedlichen Wohnbereichen zwei bis sechs Personen leben – es gibt insgesamt 39 Einzel- und vier Doppelzimmer. Jede Wohneinheit hat außerdem eine Gemeinschaftsküche und ein Gemeinschaftsbad.

Von Tomma Petersen

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