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Bauwagensiedlung sucht neue Bleibe

Limmer Bauwagensiedlung sucht neue Bleibe

Wenige Monate nach dem Scheitern der Ansiedlung einer Bauwagengruppe in Badenstedt sucht eine neue Kolonie in Limmer einen Platz.

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Die Bauwagengruppe auf dem Conti-Gelände muss umziehen.

Quelle: Meise

Limmer. Sie sind so bunt angezogen wie ihre Bauwagen angemalt sind: Neun junge Linksalternative haben in den vergangenen Monaten eine kleine Wagenburg auf dem Conti-Gelände in Limmer eingerichtet und betreiben dort in Eigenregie eine Küche für Obdachlose. Die Initiative Transition Town (TT) hat ihnen dafür eine Fläche zur Verfügung gestellt. Nun muss die Bauwagensiedlung weg - denn Wohnen ist auf dem Industriegelände, auf dem in wenigen Jahren die Wasserstadt gebaut werden soll, noch illegal.

„Wir wollen nicht gewaltsam geräumt werden, sondern kooperieren, und bitten den Bezirksrat um Hilfe bei der Suche nach einem neuen Platz für unsere Bauwagen und unser Projekt.“ Mit diesen Worten richtete sich ein Mitglied der Gruppe in der jüngsten Sitzung an den Bezirksrat Linden-Limmer - und brachte die Lokalpolitiker damit in Verlegenheit. Bürgermeister Rainer-Jörg Grube sagte zwar Unterstützung zu - ließ aber durchblicken, wie heikel der Wunsch der Gruppe ist: Erst vor Kurzem war ein ähnlicher Versuch in Badenstedt am Widerstand von Anwohnern gescheitert. Die Stadt hatte versucht, eine Gruppe Punks, die auf einem Bauwagenplatz in Hainholz lebt, nach Badenstedt umzusiedeln. Der Umzug scheiterte, obwohl die Verwaltung in Badenstedt bereits ein Grundstück für mehr als 10000 Euro hatte herrichten lassen.

Mit der Gruppe in Hainholz haben die neun jungen Leute in Limmer allerdings nichts zu tun. Sie waren vor wenigen Monaten an Transition Town herangetreten und hatten um Hilfe bei der Verwirklichung ihrer Obdachlosen-Küche gebeten. TT half gern - zumal im vergangenen Jahr die Obdachlosenspeisung des Roten Kreuzes in Linden wegen einer Finanzaffäre aufgegeben wurde. „Nachdem die Küche eingerichtet war, wurden es plötzlich immer mehr Bauwagen“, sagt Thomas Köhler von TT. Mittlerweile ist eine kleine Siedlung entstanden - und die Initiative befürchtet Konsequenzen: „Das Wohnen ist hier schlicht illegal.“ Transition Town hat mit der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) einen Vertrag zur kostenlosen Nutzung des Geländes hinter der alten Feuerwache. Die HRG fordert nun, dass die Bewohner die Bauwagensiedlung bis Ende Oktober verlassen haben.

Transition Town sorgt sich mittlerweile darum, dass die Bauwagensiedlung das ehrgeizige Bauprojekt belasten könnte, das TT gemeinsam mit der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim auf dem Conti-Gelände anstrebt (siehe Text rechts). „Wir können nicht einerseits illegales Wohnen und damit einen Bruch unseres Vertrages mit der HRG dulden und andererseits mit der HRG Kaufverhandlungen führen“, sagt Köhler.

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