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West Bildungsprojekt rüstet IGS Linden mit Laptops aus
Hannover Aus den Stadtteilen West Bildungsprojekt rüstet IGS Linden mit Laptops aus
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21:06 26.10.2010
Von Rüdiger Meise
Schülerinnen der IGS Linden klicken sich mit neuen Laptops ins „digitale Klassenzimmer“. Quelle: Frank Wilde

Ein Lehrer steht vorn, und ein Haufen Schüler starren ihn an: So etwas wird es nicht mehr lange geben, prophezeit Michael Thedens. „Der Frontalunterricht hat keine Zukunft mehr“, sagte der Manager des Laptop-Herstellers Acer gestern in der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden. Künftig werde Lernen viel individueller und dezentraler organisiert sein – per Software gesteuert von den Lehrern, während die Schüler auf Bildschirme starren.

Die IGS Linden ist gestern vielleicht den ersten Schritt in eine solche Zukunft gegangen. Zwei Schulklassen der IGS wurden im Rahmen eines europäischen Pilotprojekts mit Netbooks – kleinen, internetfähigen Laptops – ausgestattet. Nach einer ersten Pilotphase von Januar bis Juli hat im neuen Schuljahr die Umsetzung des Ausbildungsprojekts „Educational Netbook“ auf breiter Basis begonnen: Europaweit erhalten 240 Klassen mit etwa 10.000 Schülern und Lehrern Netbooks. In Niedersachsen profitieren zehn Schulen davon – darunter die IGS Linden. Die Landesregierung gibt dafür Mittel aus dem Konjunkturpaket II frei.

Die Schulleitung der IGS und der Verein „n21: Schulen in Niedersachsen online“, der das Projekt in Niedersachsen koordiniert, wollen herausfinden, wie sich die Nutzung von Laptops auf die Lernerfolge der Schüler auswirken. Der Leistungsstand der Laptop-Klassen soll dafür mit dem konventioneller Klassen verglichen werden. „Es geht hier nicht um die Hochrüstung mit Technik, sondern um einen ergebnisoffenen Test, der zeigen soll, wie und ob sich damit lernfördernd arbeiten lässt“, sagt Schulleiter Christoph Walther.

Zentral sei die Zusammenarbeit mit Institutionen oder anderen Schülern weltweit per Internet. „Der Unterricht öffnet sich nach außen, wir holen jeden in die Schule hinein. Das war bislang nicht möglich.“

Joel Endemann hat bereits einen Laptop ausgehändigt bekommen. Der 15-Jährige fertigt darauf gerade eine Präsentation zum Thema „Berufsfeld Parlamentarier“ an. Wie viel Zeit er dafür benötigt, ist allein Joels Sache, sagt seine Lehrerin Gertrud Rust. „Er muss lediglich einen bestimmten Abgabetermin einhalten“, sagt sie. Ausreden wie Krankheit oder Vergesslichkeit lässt sie nicht gelten: Die neue Technik verleihe den Schülern ausreichend Flexibilität. „Es kommt schon vor, dass Hausarbeiten per E-Mail am Abgabetermin um Mitternacht eingeschickt werden“, sagt sie.

Joel Endemann nutzt den Laptop nicht nur für Hausarbeiten, sondern auch zum privaten Surfen im Internet und für Computerspiele. Das ist durchaus so gewollt. Für Harald Einecke, Geschäftsführer der Landesinitiative n21, ist die private Nutzung der Laptops Teil des Projekts. „Medienkompetenz ist eine der zentralen Grundlagen, die Schüler heute lernen müssen“, sagt er.

Die Firma Acer, Technologiepartner des Projekts, verfolgt ebenfalls ehrgeizige Ziele. „Wir wollen in den Bildungsmarkt hinein“, sagt Acer-Manager Michael Thedens. „Wir wollen wissen, mit welchen Technologien wir Lernen künftig unterstützen können – als „Infrastrukturanbieter für das digitale Klassenzimmer“. Da staunt Joel Endemann.

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