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NS-Forschung

Broschüre zeigt Aufnahmen aus KZ in Limmer


Der Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ erinnert an die Häftlinge und Zwangsarbeiter im Stadtteil um 1944/45. Ein neues Heft dokumentiert den Alltag im KZ in Limmer.
Ein Bild aus der Broschüre zeigt Hakenkreuz-Fahnen, die 1939 in der Varrelmannstraße hingen.

Ein Bild aus der Broschüre zeigt Hakenkreuz-Fahnen, die 1939 in der Varrelmannstraße hingen.

© Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“

Limmer. Seit drei Jahren bemüht sich der Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer“ einen würdigen Gedenkort für jene Häftlinge zu schaffen, die einst in einem Lager auf dem Conti-Gelände inhaftiert waren. Viele Informationen wurden seitdem zusammengetragen, Zeitzeugen befragt und die Forschungen um das Thema Zwangsarbeit erweitert. Die Ergebnisse hat der Arbeitskreis jetzt in einer Broschüre zusammengefasst. „Einen Ort der Erinnerung schaffen. KZ und Zwangsarbeit in Hannover-Limmer 1944/45“ heißt das Heft, das auf 42 Seiten Auskunft über ein dunkles Kapitel der Stadtteilgeschichte gibt.

Im Konzentrationslager auf dem Gelände der Conti waren von Juni 1944 bis April 1945 zeitweise mehr als 1000 Frauen zusammengepfercht. In zwei Schichten mussten sie überwiegend Gasmasken, aber auch Batteriekästen und Kraftstofftanks produzieren. Das Lager befand sich in Nähe des Stockhardtwegs und war eine Außenstelle des KZ Neuengamme. In der Dokumentation schildern mehrere weibliche Häftlinge die Brutalität und Gewalt im KZ-Alltag. Das Lagergelände war mit einem Sichtschutz aus Rohrmatten umgeben. „Trotzdem haben wir oft laute Stimmen und Schreie hören können“, erinnert sich ein benachbarter Kleingärtner. Von den oberen Etagen nahestehender Häuser konnte man damals direkte auf die Baracken blicken.

Doch nicht nur KZ-Häftlinge wurden im Zweiten Weltkrieg nach Limmer verschleppt. Ausführlich schildern die Verfasser die Situation der Zwangsarbeiter. Sie waren ebenfalls bei der Conti in einem Lager an der Wunstorfer Straße untergebracht, das den Namen „Wesselsgarten“ trug. Andere arbeiteten für die Sichel-Werke, die Kesselfabrik Engelke oder in Privathaushalten und Kleinbetrieben. Auch Kriegsgefangene mussten Zwangsarbeit leisten; desgleichen 700 Italiener, die 1943 in der Volksschule an der Harenberger Straße interniert waren.

Außer Zeitzeugenberichten und Informationen über die aktuelle Diskussion im Arbeitskreis enthält das Heft einige seltene Aufnahmen – etwa aus der Varrelmannstraße, wo 1939 zu „Führers Geburtstag“ aus einigen Fenstern die Hakenkreuz-Fahnen hingen. Die Broschüre „Einen Ort der Erinnerung schaffen“ kostet drei Euro. Erhältlich ist sie im Gemeindebüro der St.-Nikolai-Kirche an der Sackmannstraße in Limmer, bei der Buchhandlung Decius in der Falkenstraße und im Annabee-Buchladen in der Stephanusstraße in Linden-Mitte sowie beim Verein Quartier im Küchengartenpavillon auf dem Lindener Berg.

Gerda Valentin

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