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Bühne 93 führt „Der eingebildete Kranke” auf

Sommerspiele in Ricklingen Bühne 93 führt „Der eingebildete Kranke” auf

Die Bühne 93 spielt bei den Sommerspielen in Ricklingen Molières Komödie „Der eingebildete Kranke”. Unter der Regie von Hans Zimmer ist es der Theatergruppe gelungen, eine vorzügliche Groteske um einen Tyrannen zu inszenieren.

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Die Hausangestellte Toinette (Edda Haferkorn) kann den eingebildeten Kranken (Michael Köpper) kaum beruhigen.

Quelle: Karin-Vera Schmidt

Ricklingen. Kaum liegt er, steht er auch schon wieder. Und kaum steht er, legt er sich schon wieder zum Sterben hin. Aber nur kurz. Argan wird nicht müde, neue Krankheiten zu erfinden, um die Menschen um sich herum und sich mit ihnen verrückt zu machen. Die Rolle ist Michael Köpper wie auf den Leib geschrieben, und die Bühne 93 wird ihr Publikum bei den Ricklinger Sommerspielen mit Molières „Der Eingebildete Kranke“ sicher bestens amüsieren.

Unter der Regie von Hans Zimmer ist die Komödie in drei Akten vorzüglich gelungen und wird – wie schon seit Jahren – bei gutem Wetter an der Edelhofkapelle aufgeführt. Bei Regen zieht die Bühne 93 mitsamt ihrem Publikum in den Fritz-Haake-Saal im Freizeitheim Ricklingen am Ricklinger Stadtweg 1 um.

Das Thema dieses Bühnenwerks ist seit 338 Jahren unverändert. Sein letztes Werk widmete Molière einem Kranken, der mit seinen Wehwehchen die Umwelt auf tyrannische Weise in Schach hält. Molière spielte die Rolle des Titelhelden im Februar 1673 dreimal selbst, starb allerdings kurz nach Abbruch der vierten Vorstellung noch in seinem Kostüm. Die Inszenierung der Bühne 93 lebt vor allem von den gut inszenierten Auseinandersetzungen zwischen Argan und der Hausangestellten Toinette, die Edda Haferkorn mit großer Überzeugungskraft verkörpert. Auch Ken Arnhold in mehreren Rollen als Arzt, Arztsohn und vor allem als Liebhaber Cléante von Argans Tochter Angélique, trägt zum vergnüglichen Verlauf des Stückes bei.

Zudem hat Hans Zimmer seine künstlerische Freiheit dafür genutzt, die Besetzung und somit das Stück den Möglichkeiten des Ensembles anzupassen und eine teilweise groteske Wirkung zu erzielen. So sind aus einem Bruder drei Schwestern geworden, aus einem Arzt drei Ärzte und aus einem Advokaten zwei. Häufig agieren diese Rollen chorisch, das bedeutet, sie bewegen sich einigermaßen synchron und sprechen auch so, was die Komik dieser Aufführung verstärkt.

Dass die Personen so passend gekleidet sind, ist wie seit Jahren Sybille Richter zu verdanken, die nicht nur für die Kostüme, sondern auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet. Letzteres hat sie so gestaltet, dass das Molière’sche Element vom Theater auf dem Theater durch ein Portal auf der Bühne noch einmal versinnbildlicht wird.

Die Aufführungen sind am Freitag und Sonnabend, 1. und 2. Juli, jeweils um 19.30 Uhr sowie Sonntag, 3. Juli, um 16 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet zwölf Euro, Karten können unter Telefon 16 84 95 95 reserviert werden.

Karin Vera Schmidt

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