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Bürger in Hannover entwickeln Ideen für Baubrachen

Linden Bürger in Hannover entwickeln Ideen für Baubrachen

Ein Ihme-Zentrum, das verbindet und nicht trennt, eine Fössefeldschule mit öffentlichen Angeboten oder bessere Radwege: Das will der Workshop „Umnutzung von Brachen in Linden“ in Hannover.

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Bürger, Politiker, Architekten und Landschaftsplaner beteiligten sich in mehreren Arbeitsgruppen an der Debatte.

Quelle: HAZ

Ein Ihme-Zentrum, das verbindet und nicht trennt, eine Fössefeldschule mit öffentlichen Angeboten oder bessere Radwege: Der Workshop „Umnutzung von Brachen in Linden“, den das Bürgerbüro Stadtentwicklung (BBS) und die IG AhrbergViertel jüngst veranstaltet haben, bietet einen Mix aus konkreten Bürgerwünschen und kühnen Visionen. Bürger, Politiker, Architekten und Landschaftsplaner beteiligten sich in mehreren Arbeitsgruppen an der Debatte.

„Einige der Brachen sollen künftig weniger von der Öffentlichkeit abgeschottet sein“, sagte Bauhistoriker Sid Auffarth vom BBS. Zum Beispiel die Fössefeldschule in Limmer und die Lindener Albert-Schweitzer-Schule. Die Grundschule zieht im nächsten Jahr ins Fössefeld. Das großzügig geschnittene Schulgebäude dort wird umgebaut. Der Komplex biete auch Raum für öffentliche Nutzungen, befand eine Arbeitsgruppe. „Es sollte dort Kulturangebote geben“, sagte Gruppensprecher Georg Weil. Denkbar sei etwa, dass die Fössefeldschule auch Platz für eine Kinderbücherei bereithält – als Ersatz für den geplanten Auszug der Stadtteilbibliothek aus dem nahe gelegenen Freizeitheim.

Auch um den Altbau der Albert-Schweitzer-Schule machte sich Weils Gruppe Gedanken. Es gibt noch kein städtisches Konzept dafür; unter Denkmalschutz steht das Gebäude nicht. Eine Bauherrengemeinschaft könne Wohnungen und Geschäfte einrichten, sagte Weil. „Wichtig ist: Die Nutzung muss zur Umgebung passen.“ Im Schulhof könnte ein Parkdeck entstehen, um den nötigen Parkraum zu schaffen. „Das Dach könnte Platz für einen kleineren Kinderladen oder einen Bürgergarten bieten“, sagte Weil.

Die Hautklinik verlässt Linden-Süd bis Anfang 2013; danach beginnt ein Konsortium das Gelände umzubauen. Der Projektentwickler Gert Meinhof, der dem Konsortium angehört, leitete diese Arbeitsgruppe im Workshop. „Das Gelände soll enger mit dem Stadtteil verbunden werden“, fasste Meinhof die Vorstellungen seiner Gruppe zusammen. Von allen Seiten solle es Zugänge geben. Auch ein öffentlicher Spielplatz wird gewünscht. Das Konsortium plant neben Wohnungen ohnehin einige öffentliche Funktionen wie Kindergarten oder Gastronomie ein (der Stadt-Anzeiger berichtete). Ab September will das Konsortium genaue Pläne für das Klinikgelände entwickeln und diese dann Mitte 2012 vorstellen.

Der Architekt Gerd Runge nahm das Ihme-Zentrum unter die Lupe. Die Umbauarbeiten stockten im vorigen Jahr. Wie es weitergeht, ist vorerst unklar. Runges Gruppe sammelte Ideen, wie das Zentrum besser an den Stadtteil angeschlossen werden könnte. Öffentliche Wege sollten durch die Null-Ebene des Komplexes führen. „Über eine neue Brücke könnte ein Weg beispielsweise direkt vom Küchengarten an der Glocksee vorbei zum Goethekreisel führen“, sagte Runge. Neue Radwege solle es zudem an beiden Seiten des Ihme-Zentrums in Nord-Süd-Richtung geben. Das Wegenetz am und im Ihme-Zentrum müsse wiederum mit den Debatten rund um den die Hochbahnsteige an der Limmerstraße abgestimmt werden, betonte Gerd Runge.

Eine regelrechte Zukunftsvision lieferten Thomas Meiseberg vom Wissenschaftsladen Hannover und der Landschaftsplaner Eberhard Irion. „Hafencity“ betitelten sie die Idee ihrer Gruppe für den Lindener Hafen. Dort, wo es heute noch Betriebe und Verladeeinrichtungen gibt, könnte es bis 2030 eine das Klima schonende Siedlung für bis zu 5000 Menschen entstehen. „Die wäre weitgehend autofrei“, sagte Irion. Wohnungen am Wasser, neue Radwege und Einkaufsmöglichkeiten für Fußgänger – das sind Grundzüge der Vision. „Ein Verladekran oder Teile von Industriegebäuden sollten zur Erinnerung stehen bleiben“, sagte Meiseberg. Die Vision spielt mit dem Gedanken, dass der Bund aus Kostengründen auf den geplanten Neubau der Schleuse im Lindener Stichkanal verzichtet und die Firmen dann das Hafengelände in Richtung Mittellandkanal verlassen.

Marcel Schwarzenberger

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